Redewendungen · Redewendungen nach Themen
Redewendungen über Menschen und Verhalten, Seite 5
192 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 5 von 7
Bekannte Redewendungen
Mit jemandem ein Hühnchen rupfen
Redew.Eine offene Rechnung mit jemandem begleichen wollen.
Herkunft: Das gemeinsame Rupfen eines Huhns war eine mühsame Arbeit, bei der man Zeit für ein klärendes Gespräch hatte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
Den Mund zu voll nehmen
Redew.Mehr versprechen, als man einlösen kann.
Herkunft: Wer den Mund zu voll nimmt, kann nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken. Das Bild überträgt die Überforderung auf die Ankündigung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Das Blaue vom Himmel versprechen Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Jemandem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen
Redew.Jemandem nicht das Geringste gönnen.
Herkunft: Der Schmutzrand unter dem Nagel steht für das Wertloseste, das man sich denken kann.
Themen: FarbenMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Grün vor Neid werden
Noch grün hinter den Ohren sein
Redew.Noch jung und unerfahren sein.
Herkunft: Grün steht hier für unreif, wie bei Früchten. Die Ohren gelten in mehreren Wendungen als die Stelle, die zuletzt reift.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Den Pelz waschen, ohne ihn nass zu machen
Redew.Etwas erreichen wollen, ohne den dafür nötigen Aufwand oder das Risiko in Kauf zu nehmen.
Herkunft: Die Wendung ist als lateinische Schulformel überliefert und beschreibt einen Widerspruch in sich, ähnlich wie das Bild vom Wolf, der satt ist, während das Schaf unversehrt bleibt.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Das Pulver nicht erfunden haben
Redew.Nicht besonders klug sein; abschätzig über jemanden gesagt.
Herkunft: Bezieht sich auf das Schwarzpulver, dessen Erfindung als herausragende Leistung galt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Jemanden auf den Arm nehmen Einen Vogel haben
Redewendungen mit belegter Herkunft
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleÄsop
Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen
Redew.Mit dieser Person kommt man schwer aus, sie ist schnell gereizt.
Herkunft: Die vollständige ältere Fassung warnt davor, mit Höherstehenden Kirschen zu essen, weil diese einem die Kerne ins Gesicht spuckten. Sie ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Einen Narren an jemandem gefressen haben
Redew.Jemanden über alle Maßen gern haben.
Herkunft: „Narr“ steht hier für die törichte Zuneigung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und meinte ursprünglich, man habe die Torheit in sich aufgenommen.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem nicht grün sein
Perlen vor die Säue werfen
Redew.Etwas Wertvolles jemandem geben, der es nicht zu schätzen weiß.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,6).
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Das schlägt dem Fass den Boden aus
Redew.Das übersteigt jedes Maß und ist nicht mehr hinnehmbar.
Herkunft: Ein Fass ohne Boden ist unbrauchbar und der Inhalt verloren. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
Siehe auch: Zeter und Mordio schreien Hart am Wind segeln Das geht auf keine Kuhhaut
Kurze Redewendungen
Mit gleicher Münze heimzahlen
Redew.Eine Kränkung genau so erwidern, wie man sie erfahren hat.
Herkunft: Aus dem Zahlungsverkehr: Eine Schuld wurde in derselben Währung beglichen, in der sie entstanden war.
Themen: Menschen und VerhaltenGeld
Siehe auch: Den Spieß umdrehen
Mit offenen Karten spielen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt zu taktieren.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer sein Blatt aufdeckt, gibt seine Möglichkeiten preis und verzichtet auf Täuschung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen
Nach jemandes Pfeife tanzen
Redew.Sich vollständig nach dem Willen eines anderen richten.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild geht auf eine Fabel Äsops vom Fischer zurück, der den Fischen aufspielt, damit sie tanzen.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Jemandem verfallen sein
Die Nase hoch tragen
Redew.Sich für etwas Besseres halten.
Herkunft: Die Kopfhaltung ist das Bild: Wer die Nase hebt, blickt über andere hinweg. Verwandt sind die Wendungen von der hochnäsigen Art und vom Herabschauen.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Auf dem hohen Ross sitzen
Die Nase voll haben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Die Wendung wird auf die Gaunersprache zurückgeführt, in der Häftlinge für jedes Vergehen Schläge auf die Nase erhielten. Diese Herleitung ist verbreitet, aber nicht gesichert.
Auch: Die Nase gestrichen voll haben
Die Nase vorn haben
Redew.Einen Vorsprung vor den anderen haben.
Herkunft: Aus dem Pferderennen: Bei knappem Ausgang entscheidet, wessen Nase zuerst die Ziellinie erreicht.
Themen: ErfolgMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Das Rennen machen Jemanden aus dem Feld schlagen Es geht um die Wurst
Jemandem nicht grün sein
Redew.Jemanden nicht leiden können und ihm das auch spüren lassen.
Herkunft: Grün war in der mittelalterlichen Farbsymbolik die Farbe der Zuneigung und der Hoffnung. Wer jemandem nicht grün ist, verweigert ihm genau die.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Siehe auch: Einen Narren an jemandem gefressen haben
Die Oberhand gewinnen
Redew.Sich in einer Auseinandersetzung durchsetzen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Ringkampf, bei dem die obenliegende Hand den Vorteil hat.
Themen: ErfolgMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Das Rennen machen Jemanden aus dem Feld schlagen Den Vogel abschießen
Die Ohren steif halten
Redew.Nicht aufgeben, sondern die Fassung bewahren; wird meist als Abschiedsgruß gebraucht.
Herkunft: Das Bild stammt vom Tier: Hängende Ohren gelten als Zeichen von Krankheit oder Mutlosigkeit, aufgerichtete als Zeichen von Aufmerksamkeit.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Öl ins Feuer gießen
Redew.Einen Konflikt durch eine unbedachte Äußerung noch verschärfen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Das Bild ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Horaz.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
QuelleHoraz
Siehe auch: Das letzte Wort haben wollen Das Fass zum Überlaufen bringen
Das Rennen machen
Redew.Sich gegen Mitbewerber durchsetzen.
Herkunft: Aus dem Pferderennsport, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert übertragen gebraucht.
Themen: ErfolgMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Die Oberhand gewinnen Die Nase vorn haben
Rot sehen
Redew.Vor Zorn die Beherrschung verlieren.
Herkunft: Die Wendung wird meist mit dem Stierkampf erklärt. Das ist falsch, denn Rinder sind rotblind und reagieren auf die Bewegung des Tuchs. Näher liegt die Blutfülle im Gesicht bei starkem Zorn.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern Jemanden auf die Palme bringen
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
QuelleAischylos
Den Rubikon überschreiten
Redew.Einen Schritt tun, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Herkunft: Caesar überschritt 49 v. Chr. mit seinem Heer den Grenzfluss Rubikon und löste damit den Bürgerkrieg aus. Überliefert ist der Vorgang bei Sueton.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Den Stab über jemanden brechen
Jemandem den Rücken stärken
Redew.Jemandem Rückhalt geben, damit er sich behaupten kann.
Herkunft: Der Rücken steht für die Fähigkeit, eine Last zu tragen und aufrecht zu bleiben. Wer ihn stärkt, gibt Rückhalt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Etwas satthaben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Die Sau rauslassen
Redew.Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Bis in die Puppen
Jemandem schöne Augen machen
Redew.Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen
Den Schwanz einziehen
Redew.Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
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