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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Menschen und Verhalten, Seite 5

160 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 5 von 6

Bekannte Redewendungen

  • Sein Geld zum Fenster hinauswerfen

    Redew.

    Geld für Unnötiges ausgeben und damit ohne Gegenwert verschwenden.

    Herkunft: Die Wendung wird auf den Brauch zurückgeführt, Almosen aus dem Fenster zu werfen. Gesichert ist das nicht; das Bild des sinnlosen Wegwerfens genügt zur Erklärung.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Perlen vor die Säue werfen

  • Den Stier bei den Hörnern packen

    Redew.

    Ein Problem direkt und entschlossen angehen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Umgang mit Zugvieh: Ein widerspenstiger Stier ließ sich nur beherrschen, wenn man ihn an den Hörnern fasste, also dort, wo er gefährlich ist. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen verbreitet.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Den Teufel an die Wand malen

    Redew.

    Das Schlimmste heraufbeschwören, indem man davon spricht.

    Herkunft: Der Volksglaube hielt es für gefährlich, Unheil beim Namen zu nennen oder abzubilden, weil man es dadurch herbeirufe. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Den Kopf in den Sand stecken Das Herz rutscht in die Hose

  • Jemandem unter die Arme greifen

    Redew.

    Jemandem in einer schwierigen Lage helfen.

    Herkunft: Die Geste des Stützens, mit der man einen Stürzenden oder Erschöpften aufrecht hält.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörperArbeit

    Siehe auch: Jemandem den Rücken stärken Jemandem einen Bärendienst erweisen

  • Jemandem das Wasser nicht reichen können

    Redew.

    Deutlich schlechter sein als jemand anderes.

    Herkunft: Verwiesen wird auf mittelalterliche Tischsitten, bei denen Bedienstete den Gästen Wasser zum Händewaschen reichten. Wer dafür zu gering war, konnte nicht einmal das.

    Themen: Menschen und VerhaltenErfolg

Redewendungen mit belegter Herkunft

Kurze Redewendungen

  • Die Sau rauslassen

    Redew.

    Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Jemandem schöne Augen machen

    Redew.

    Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.

    Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.

    Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen

  • Den Schwanz einziehen

    Redew.

    Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Sich schwarzärgern

    Redew.

    Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.

    Themen: FarbenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen

  • Das schwarze Schaf sein

    Redew.

    In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.

    Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiereFarben

  • Schwarzsehen

    Redew.

    Die Zukunft düster einschätzen.

    Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenFarben

    Siehe auch: Alles grau in grau sehen

  • Die Spendierhosen anhaben

    Redew.

    Gerade in großzügiger Stimmung sein und für andere mitbezahlen.

    Herkunft: Eine scherzhafte Wortbildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster von Kleidungsstücken, die eine Stimmung bezeichnen, vergleichbar mit den Siebenmeilenstiefeln.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben Das geht auf meine Kappe

  • Den Spieß umdrehen

    Redew.

    Einen Angriff gegen den Angreifer selbst richten.

    Herkunft: Aus dem Nahkampf: Wer dem Gegner den Spieß entwindet und gegen ihn richtet, kehrt die Lage um.

    Themen: Menschen und VerhaltenErfolg

    Siehe auch: Mit gleicher Münze heimzahlen Die Kurve kriegen Das Ruder herumreißen

  • Jemandem die Stange halten

    Redew.

    Jemandem beistehen und ihn gegen Angriffe verteidigen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf den mittelalterlichen Gerichtskampf zurückgeführt, bei dem ein Kampfrichter mit einer Stange eingreifen konnte.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem die Daumen drücken

  • Die Stellung halten

    Redew.

    An Ort und Stelle bleiben und weitermachen, während andere fehlen.

    Herkunft: Militärische Fachsprache: Eine Stellung zu halten heißt, den zugewiesenen Ort nicht aufzugeben. Im Alltag hat sich der Ausdruck abgeschwächt zum Aushalten in Vertretung.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Am Ball bleiben

  • Ein Sturm im Wasserglas

    Redew.

    Große Aufregung um eine Sache, die kaum von Belang ist.

    Herkunft: Die Wendung ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen und geht auf eine Bemerkung über politische Unruhen in einem Kleinstaat zurück, die Montesquieu zugeschrieben wird.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    QuelleMontesquieu

    Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen

  • Die Suppe auslöffeln

    Redew.

    Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen.

    Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder aus dem gemeinsamen Topf schöpfte und für seine Portion selbst zuständig war.

    Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat

    Themen: Essen und TrinkenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Etwas ausbaden müssen Den Kopf hinhalten müssen

  • Jemandem die Suppe versalzen

    Redew.

    Jemandem einen Plan verderben.

    Herkunft: Versalzenes Essen war in der Hausgemeinschaft ein handfester Vorwurf, weil Salz teuer war und die Mahlzeit dadurch ungenießbar wurde. Der Volksglaube schrieb das Versalzen zudem der Verliebtheit der Köchin zu.

    Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken

  • Tacheles reden

    Redew.

    Ohne Umschweife und in aller Deutlichkeit zur Sache kommen.

    Herkunft: Das Wort geht über das Jiddische auf hebräisch „tachlit“ für Zweck oder Ziel zurück.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

  • Den Ton angeben

    Redew.

    In einer Gruppe bestimmen, wo es langgeht.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Musik, wo vor dem Spiel ein Ton zum Stimmen vorgegeben wird.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeitSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Die erste Geige spielen

  • Etwas über Bord werfen

    Redew.

    Grundsätze oder Vorhaben aufgeben, um schneller voranzukommen.

    Herkunft: Stammt aus der Seefahrt, wo Ladung geopfert wurde, um ein Schiff zu leichtern.

    Themen: Menschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Die Flinte ins Korn werfen Das Handtuch werfen

  • Über seinen Schatten springen

    Redew.

    Sich zu etwas durchringen, das der eigenen Art eigentlich widerspricht.

    Herkunft: Der eigene Schatten lässt sich nicht überspringen, weil er mitwandert. Die Wendung beschreibt also etwas, das eigentlich unmöglich ist, und lobt es gerade deshalb.

    Themen: Menschen und VerhaltenErfolg

  • Jemanden übers Ohr hauen

    Redew.

    Jemanden betrügen oder beim Geschäft übervorteilen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf die Fechtsprache zurückgeführt, in der ein Hieb über das Ohr den Gegner traf, ohne ihn ernstlich zu verletzen. Gesichert ist die Herleitung nicht.

    Themen: GeldMenschen und VerhaltenKörper

  • Um jemandes Hand anhalten

    Redew.

    Einen Heiratsantrag machen, förmlich und meist bei den Eltern.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem alten Eherecht: Der Vater übergab die Hand der Braut an den Bräutigam, was den Vertrag sinnbildlich vollzog.

    Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Unter die Haube kommen

  • Einen Vogel haben

    Redew.

    Nicht recht bei Verstand sein, meist als Vorwurf gebraucht.

    Herkunft: Der Volksglaube nahm an, Geisteskrankheit entstehe durch Tiere im Kopf. Diese Vorstellung erklärt auch die verwandten Wendungen vom Spatz im Kopf und vom Rappel.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Jemanden auf den Arm nehmen Das Pulver nicht erfunden haben

  • Sich vom Acker machen

    Redew.

    Sich unauffällig entfernen; salopp gebraucht.

    Herkunft: Aus der Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, in der der Acker das Übungs- und Schlachtfeld war.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

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