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Redewendungen · Redewendungen nach Themen

Redewendungen über Arbeit

Vieles aus dem Werkstatt- und Zunftalltag hat sich als Redewendung gehalten, lange nachdem die Tätigkeit selbst verschwunden ist.

76 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 3

Bekannte Redewendungen

  • Sich an etwas die Zähne ausbeißen

    Redew.

    An einer Aufgabe trotz großer Mühe nicht weiterkommen.

    Herkunft: Das Bild ist das einer Nuss oder eines Knochens, der zu hart ist. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.

    Themen: Körper

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Auf der Strecke bleiben

  • Etwas auf dem Kasten haben

    Redew.

    Fähig und tüchtig sein, etwas wirklich können.

    Herkunft: „Kasten“ steht in der Umgangssprache scherzhaft für den Kopf, ähnlich wie Oberstübchen und Dachstuhl.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas im Griff haben Etwas aus dem Effeff können

  • Etwas auf die Beine stellen

    Redew.

    Ein Vorhaben mit einigem Aufwand zustande bringen.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Neugeborenen im Stall, das nach der Geburt auf die Beine kommen muss. Übertragen wird es auf Vorhaben, die man zum Laufen bringt.

    Themen: ErfolgKörper

    Siehe auch: Etwas aus dem Boden stampfen Den Laden schmeißen

  • Etwas auf die lange Bank schieben

    Redew.

    Eine Aufgabe immer wieder vertagen, statt sie zu erledigen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Gerichtsstuben zurückgeführt, in denen Akten in einer langen, truhenartigen Bank verwahrt wurden.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Etwas auf Eis legen

  • Etwas aus dem Ärmel schütteln

    Redew.

    Etwas ohne erkennbare Mühe und ohne Vorbereitung zustande bringen.

    Herkunft: Verwiesen wird meist auf die weiten Ärmel mittelalterlicher Gewänder, die als Aufbewahrungsort dienten, sowie auf Taschenspielertricks.

    Themen: AlltagErfolg

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Effeff können Etwas auf dem Kasten haben

  • Etwas aus dem Boden stampfen

    Redew.

    In kurzer Zeit und aus dem Nichts etwas schaffen.

    Herkunft: Die Wendung geht auf die antike Vorstellung zurück, ein Feldherr könne Truppen durch bloßes Aufstampfen aus der Erde rufen. Überliefert ist das Bild im Zusammenhang mit einer Äußerung des römischen Feldherrn Pompeius.

    Themen: Erfolg

    Siehe auch: Etwas auf die Beine stellen

  • Etwas aus dem Effeff können

    Redew.

    Etwas vollkommen sicher beherrschen.

    Herkunft: „Effeff“ geht auf die doppelte Buchstabenfolge ff zurück, mit der Kaufleute und Schreiber besondere Güte oder Nachdruck kennzeichneten. Die Deutung als Abkürzung für eine juristische Fundstelle gilt heute als unwahrscheinlich.

    Themen: Erfolg

    Siehe auch: Etwas im Griff haben Etwas aus dem Ärmel schütteln Etwas auf dem Kasten haben

  • Das geht auf meine Kappe

    Redew.

    Dafür übernehme ich die Verantwortung oder die Kosten.

    Herkunft: Die Kappe stand als Kopfbedeckung sinnbildlich für die Person, die für etwas einsteht.

    Themen: Geld

    Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Etwas ausbaden müssen Die Spendierhosen anhaben

Redewendungen mit belegter Herkunft

  • Alles auf eine Karte setzen

    Redew.

    Den gesamten Einsatz auf eine einzige Möglichkeit legen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Kartenspiel, wo der Spieler seinen Einsatz auf eine Karte legt.

    Themen: Glück und Pech

    Siehe auch: Hart am Wind segeln Den Trumpf ausspielen Den Bock zum Gärtner machen

  • Jemanden aus dem Feld schlagen

    Redew.

    Einen Konkurrenten vollständig verdrängen.

    Herkunft: Das Feld ist das Schlachtfeld. Wer den Gegner daraus schlägt, hat ihn vollständig verdrängt. Die Wendung ist aus der Militärsprache in den Wettbewerb übergegangen.

    Themen: Erfolg

    Siehe auch: Das Rennen machen Die Nase vorn haben

  • Den Bock zum Gärtner machen

    Redew.

    Ausgerechnet demjenigen eine Aufgabe übertragen, der dafür am wenigsten geeignet ist.

    Herkunft: Ziegenböcke fressen mit Vorliebe junge Triebe und richten in einem Garten in kurzer Zeit großen Schaden an. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: TiereMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Hart am Wind segeln Kopf und Kragen riskieren Die Katze im Sack kaufen

  • Der Hecht im Karpfenteich sein

    Redew.

    Jemand sein, der in eine träge oder eingespielte Gruppe Bewegung, Unruhe und Konkurrenzdruck bringt.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Teichwirtschaft: Ein eingesetzter Raubfisch hält die Karpfen in Bewegung und soll so ihre Kondition verbessern.

    Auch: Ein Hecht im Karpfenteich

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Jemandem einen Floh ins Ohr setzen

Kurze Redewendungen

  • Alle Register ziehen

    Redew.

    Sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen, um etwas zu erreichen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Orgelspiel: Die Register bestimmen, welche Pfeifenreihen erklingen. Sind alle gezogen, spielt die Orgel mit voller Kraft.

    Themen: Erfolg

  • Am Ball bleiben

    Redew.

    Eine Sache konsequent weiterverfolgen und nicht nachlassen.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Ballsport.

    Themen: AlltagErfolg

    Siehe auch: Die Stellung halten

  • Die Ärmel hochkrempeln

    Redew.

    Sich tatkräftig an die Arbeit machen.

    Herkunft: Vor körperlicher Arbeit wurden die Ärmel zurückgeschlagen, damit sie nicht störten oder schmutzig wurden. Die Geste ist zum Bild für den Entschluss geworden, anzupacken.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: In die Hände spucken

  • Auf der Kippe stehen

    Redew.

    Kurz vor dem Scheitern stehen, ohne dass die Entscheidung schon gefallen ist.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Gegenstands am Rand, der nach beiden Seiten fallen kann. Verwandt ist die Wendung vom Zünglein an der Waage.

    Themen: Glück und Pech

    Siehe auch: Am seidenen Faden hängen

  • Auf der Strecke bleiben

    Redew.

    Im Wettbewerb oder Verlauf einer Entwicklung nicht mithalten können und ausscheiden.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Jägersprache: Erlegtes Wild wurde auf der sogenannten Strecke abgelegt. Wer auf der Strecke bleibt, kommt nicht mehr mit.

    Themen: Glück und PechErfolg

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Sich an etwas die Zähne ausbeißen

  • Etwas auf Eis legen

    Redew.

    Ein Vorhaben vorläufig stoppen, ohne es endgültig aufzugeben.

    Herkunft: Vor der Kühltechnik wurden verderbliche Waren in Eiskellern gelagert, um sie haltbar zu machen. Was auf Eis liegt, ist nicht verloren, aber vorerst stillgelegt.

    Themen: Alltag

    Siehe auch: Etwas auf die lange Bank schieben

  • Auf Hochtouren laufen

    Redew.

    Mit voller Leistung und hoher Geschwindigkeit arbeiten, meist über einen längeren Zeitraum.

    Herkunft: Die Touren sind die Umdrehungen einer Maschine. Läuft sie auf Hochtouren, arbeitet sie mit voller Drehzahl. Die Wendung ist mit der Industrialisierung in die Alltagssprache gekommen.

    Themen: Erfolg

    Siehe auch: Einen Zahn zulegen

  • Auf verlorenem Posten stehen

    Redew.

    In einer Lage kämpfen, die nicht mehr zu gewinnen ist.

    Herkunft: Der verlorene Posten war im Militär die vorgeschobene Stellung, deren Besatzung im Ernstfall geopfert wurde.

    Themen: Glück und Pech

  • Ein Auge zudrücken

    Redew.

    Einen Fehler durchgehen lassen, statt auf der Regel zu bestehen.

    Herkunft: Wer ein Auge schließt, sieht nur die Hälfte. Die Wendung beschreibt die bewusste Nachsicht, nicht das Übersehen aus Unachtsamkeit.

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

  • Aus dem Ruder laufen

    Redew.

    Sich der Steuerung entziehen und in eine unerwünschte Richtung entwickeln.

    Herkunft: Das Ruder gibt dem Boot die Richtung. Läuft ein Vorgang aus dem Ruder, ist er der Steuerung entglitten. Die Wendung gehört zu einer ganzen Gruppe von Bildern aus der Schifffahrt, die in die Alltagssprache übergegangen sind.

    Themen: Glück und Pech

    Siehe auch: Etwas in den Griff bekommen Etwas im Griff haben

  • Etwas ausbaden müssen

    Redew.

    Für einen Fehler geradestehen, den ein anderer gemacht hat.

    Herkunft: Verweist auf das gemeinschaftliche Badehaus, in dem der Letzte das gebrauchte Wasser ausschütten musste.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Die Suppe auslöffeln Den Kopf hinhalten müssen

  • Etwas auslöffeln müssen

    Redew.

    Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen, oft für den Fehler anderer.

    Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder für seine Portion aus dem gemeinsamen Topf selbst zuständig war.

    Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat

    Themen: AlltagEssen und Trinken

    Siehe auch: Etwas ausbaden müssen Die Suppe auslöffeln Den Laden schmeißen

  • Sich kein Bein ausreißen

    Redew.

    Sich sichtlich wenig Mühe geben.

    Herkunft: Die verneinte Fassung ist die gebräuchliche: Wer sich kein Bein ausreißt, strengt sich erkennbar nicht an.

    Auch: Sich ein Bein ausreißen

    Themen: Menschen und VerhaltenKörper

  • Blaumachen

    Redew.

    Unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleiben.

    Herkunft: Erklärt wird die Wendung über den „blauen Montag“ der Färber, an dem die mit Färberwaid blau gefärbten Stoffe an der Luft trocknen mussten und nicht gearbeitet werden konnte.

    Themen: Farben

    Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Jemandem Daumenschrauben anlegen

    Redew.

    Jemanden massiv unter Druck setzen, damit er nachgibt.

    Herkunft: Verweist auf ein Folterinstrument der frühen Neuzeit, mit dem Geständnisse erzwungen wurden.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Dienst nach Vorschrift machen

    Redew.

    Nur genau das tun, was vorgeschrieben ist, und keinen Handschlag mehr.

    Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Arbeitskampf und bezeichnet eine Form der Behinderung, bei der Vorschriften so genau befolgt werden, dass der Betrieb sich verlangsamt.

    Themen: Menschen und Verhalten

  • Die erste Geige spielen

    Redew.

    In einer Gruppe die tonangebende Rolle innehaben.

    Herkunft: Bezieht sich auf den Konzertmeister im Orchester, der die erste Violine führt.

    Themen: ErfolgMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Die zweite Geige spielen Den Ton angeben

  • Den gordischen Knoten durchschlagen

    Redew.

    Ein verwickeltes Problem mit einem entschlossenen, unkonventionellen Schritt lösen.

    Herkunft: Nach der Überlieferung durchschlug Alexander der Große den kunstvoll verknoteten Wagenknoten von Gordion mit dem Schwert, statt ihn zu lösen.

    Themen: Erfolg

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