Zum Inhalt springen

A–Z-Verzeichnis

Redewendungen mit S

Hier können Sie alle redewendungen dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit S beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.

33 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2

  • Etwas satthaben

    Redew.

    Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.

    Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenEssen und Trinken

  • Die Sau rauslassen

    Redew.

    Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

    Siehe auch: Bis in die Puppen

  • Das schlägt dem Fass den Boden aus

    Redew.

    Das übersteigt jedes Maß und ist nicht mehr hinnehmbar.

    Herkunft: Ein Fass ohne Boden ist unbrauchbar und der Inhalt verloren. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Zeter und Mordio schreien Hart am Wind segeln Das geht auf keine Kuhhaut

  • Schmetterlinge im Bauch haben

    Redew.

    Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.

    Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.

    Themen: LiebeKörperTiere

    Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Jemandem den Kopf verdrehen

  • Jemandem schöne Augen machen

    Redew.

    Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.

    Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.

    Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen

  • Einen Schutzengel gehabt haben

    Redew.

    In einer gefährlichen Situation unverhofft glimpflich davonkommen.

    Herkunft: Die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels ist in der christlichen Überlieferung seit der Spätantike verbreitet und geht auf eine Stelle im Matthäusevangelium (Matthäus 18,10) zurück.

    Themen: Glück und Pech

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Schwein haben Pech haben Mehr Glück als Verstand haben

  • Den Schwanz einziehen

    Redew.

    Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Etwas schwarz auf weiß haben

    Redew.

    Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.

    Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.

    Themen: ArbeitFarbenAlltag

    QuelleGoethe

  • Sich schwarzärgern

    Redew.

    Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.

    Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.

    Themen: FarbenMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen

  • Das schwarze Schaf sein

    Redew.

    In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.

    Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiereFarben

  • Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben

    Redew.

    Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.

    Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.

    Themen: Menschen und VerhaltenGlück und PechFarben

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben

  • Einen schwarzen Tag erwischen

    Redew.

    Einen Tag erleben, an dem nichts gelingt.

    Herkunft: Schwarz als Farbe des Unglücks geht auf die römische Kennzeichnung von Unglückstagen im Kalender zurück.

    Themen: FarbenGlück und Pech

    Siehe auch: Vom Regen in die Traufe kommen

  • Schwarzsehen

    Redew.

    Die Zukunft düster einschätzen.

    Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: Menschen und VerhaltenFarben

    Siehe auch: Alles grau in grau sehen

  • Schwein haben

    Redew.

    Unverdientes Glück haben, ohne etwas dafür getan zu haben.

    Herkunft: Bei mittelalterlichen Wettkämpfen erhielt der Letzte ein Schwein als Trostpreis. Wer verlor, ging also nicht leer aus.

    Themen: Glück und PechTiere

    Siehe auch: Pech haben Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben

  • Die Segel streichen

    Redew.

    Einen Widerstand aufgeben und sich geschlagen geben.

    Herkunft: Das Einholen der Segel war in der Seefahrt das Zeichen der Kapitulation.

    Themen: Glück und PechArbeit

    Siehe auch: Die Waffen strecken Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen

  • Sein Fähnchen nach dem Wind hängen

    Redew.

    Die eigene Meinung stets der gerade herrschenden Stimmung anpassen.

    Herkunft: Die Wetterfahne dreht sich stets in die Windrichtung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Auch: Den Mantel nach dem Wind hängen

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Den Mantel nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen

  • Sein Geld zum Fenster hinauswerfen

    Redew.

    Geld für Unnötiges ausgeben und damit ohne Gegenwert verschwenden.

    Herkunft: Die Wendung wird auf den Brauch zurückgeführt, Almosen aus dem Fenster zu werfen. Gesichert ist das nicht; das Bild des sinnlosen Wegwerfens genügt zur Erklärung.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Perlen vor die Säue werfen

  • Jemandem sein Herz ausschütten

    Redew.

    Jemandem alles anvertrauen, was einen bedrückt.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Alten Testament, wo Hanna ihr Herz vor Gott ausschüttet (1. Samuel 1,15).

    Themen: LiebeSprache und KommunikationKörper

    QuelleAltes Testament, Samuelbücher

    Siehe auch: Für jemanden die Hand ins Feuer legen

  • Sein Kreuz mit etwas haben

    Redew.

    Mit einer Sache dauerhaft zu kämpfen haben.

    Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück, in der das Kreuz als Last getragen wird.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    QuelleNeues Testament

  • Sein Pulver verschossen haben

    Redew.

    Alle Mittel oder Argumente aufgebraucht haben.

    Herkunft: Aus der Militärsprache: Ohne Pulver ist die Waffe nutzlos, gleichgültig wie gut die Stellung ist.

    Themen: ArbeitErfolg

  • Seine Schäfchen ins Trockene bringen

    Redew.

    Den eigenen Vorteil rechtzeitig sichern, oft auf Kosten anderer.

    Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Diskutiert wird neben dem Bild der Schafherde auch eine Ableitung von niederdeutsch „Schäfchen“ für Kapital.

    Themen: ErfolgGeldTiere

    Siehe auch: Den Trumpf ausspielen

  • Seinen Senf dazugeben

    Redew.

    Ungefragt seine Meinung äußern.

    Herkunft: Verwiesen wird auf Gastwirte, die früher zu jedem Gericht Senf servierten, ob er dazu passte oder nicht.

    Themen: Sprache und KommunikationEssen und Trinken

  • Eine Sisyphusarbeit

    Redew.

    Eine Mühe, die nie zu einem Ergebnis führt und immer wieder von vorn beginnt.

    Herkunft: Sisyphus muss in der griechischen Sage zur Strafe einen Felsblock bergauf wälzen, der kurz vor dem Gipfel stets zurückrollt.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Eulen nach Athen tragen

  • Die Spendierhosen anhaben

    Redew.

    Gerade in großzügiger Stimmung sein und für andere mitbezahlen.

    Herkunft: Eine scherzhafte Wortbildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster von Kleidungsstücken, die eine Stimmung bezeichnen, vergleichbar mit den Siebenmeilenstiefeln.

    Themen: GeldMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben Das geht auf meine Kappe

  • Den Spieß umdrehen

    Redew.

    Einen Angriff gegen den Angreifer selbst richten.

    Herkunft: Aus dem Nahkampf: Wer dem Gegner den Spieß entwindet und gegen ihn richtet, kehrt die Lage um.

    Themen: Menschen und VerhaltenErfolg

    Siehe auch: Mit gleicher Münze heimzahlen Die Kurve kriegen Den Durchbruch schaffen

  • Sich die Sporen verdienen

    Redew.

    Sich zum ersten Mal bewähren und dadurch Anerkennung erwerben.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Rittertum: Der Ritterschlag war mit dem Anlegen goldener Sporen verbunden.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Den Stab über jemanden brechen

    Redew.

    Jemanden endgültig verurteilen und ihm keine Chance mehr geben.

    Herkunft: Beim Todesurteil zerbrach der Richter einen Stab über dem Verurteilten und warf ihm die Stücke vor die Füße.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Den Rubikon überschreiten

  • Jemandem die Stange halten

    Redew.

    Jemandem beistehen und ihn gegen Angriffe verteidigen.

    Herkunft: Die Wendung wird auf den mittelalterlichen Gerichtskampf zurückgeführt, bei dem ein Kampfrichter mit einer Stange eingreifen konnte.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Jemandem die Daumen drücken

  • Die Stellung halten

    Redew.

    An Ort und Stelle bleiben und weitermachen, während andere fehlen.

    Herkunft: Militärische Fachsprache: Eine Stellung zu halten heißt, den zugewiesenen Ort nicht aufzugeben. Im Alltag hat sich der Ausdruck abgeschwächt zum Aushalten in Vertretung.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Am Ball bleiben

  • Den Stier bei den Hörnern packen

    Redew.

    Ein Problem direkt und entschlossen angehen.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Umgang mit Zugvieh: Ein widerspenstiger Stier ließ sich nur beherrschen, wenn man ihn an den Hörnern fasste, also dort, wo er gefährlich ist. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen verbreitet.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere