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Redewendungen mit S
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29 Einträge mit Bedeutung
Etwas satthaben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Die Sau rauslassen
Redew.Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Schmetterlinge im Bauch haben
Redew.Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.
Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Siehe auch: Jemandem den Kopf verdrehen Bis über beide Ohren verliebt sein Liebe auf den ersten Blick
Jemandem schöne Augen machen
Redew.Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen
Einen Schutzengel gehabt haben
Redew.In einer gefährlichen Situation unverhofft glimpflich davonkommen.
Herkunft: Die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels ist in der christlichen Überlieferung seit der Spätantike verbreitet und geht auf eine Stelle im Matthäusevangelium (Matthäus 18,10) zurück.
Themen: Glück und Pech
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Schwein haben Mehr Glück als Verstand haben
Den Schwanz einziehen
Redew.Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Etwas schwarz auf weiß haben
Redew.Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.
Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.
QuelleGoethe
Sich schwarzärgern
Redew.Sich so sehr ärgern, dass man kaum noch an sich halten kann.
Herkunft: Dieselbe Bildquelle wie beim Grün- und Blauärgern, hier bis zur äußersten Steigerung geführt.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich grün und blau ärgern Rot sehen Sich in die Nesseln setzen
Das schwarze Schaf sein
Redew.In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.
Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.
Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben
Redew.Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.
Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.
Themen: Menschen und VerhaltenGlück und PechFarben
Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben
Schwarzsehen
Redew.Die Zukunft düster einschätzen.
Herkunft: Schwarz ist in der europäischen Farbsymbolik die Farbe der Trauer und des Unheils. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
Siehe auch: Alles grau in grau sehen
Schwein haben
Redew.Unverdientes Glück haben, besonders wenn eine Sache knapp gut ausgeht.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Verbreitet ist der Hinweis auf mittelalterliche Schützenfeste, bei denen der Letzte als Trostpreis ein Schwein erhielt.
Themen: Glück und PechTiere
Siehe auch: Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben Auf Wolke sieben schweben
Die Segel streichen
Redew.Einen Widerstand aufgeben und sich geschlagen geben.
Herkunft: Das Einholen der Segel war in der Seefahrt das Zeichen der Kapitulation.
Themen: Glück und PechArbeit
Siehe auch: Die Waffen strecken Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen
Sein Fähnchen nach dem Wind hängen
Redew.Die eigene Meinung stets der gerade herrschenden Stimmung anpassen.
Herkunft: Die Wetterfahne dreht sich stets in die Windrichtung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Den Mantel nach dem Wind hängen
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Den Mantel nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen
Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Redew.Geld für Unnötiges ausgeben und damit ohne Gegenwert verschwenden.
Herkunft: Die Wendung wird auf den Brauch zurückgeführt, Almosen aus dem Fenster zu werfen. Gesichert ist das nicht; das Bild des sinnlosen Wegwerfens genügt zur Erklärung.
Themen: GeldMenschen und Verhalten
Siehe auch: Perlen vor die Säue werfen
Sein Kreuz mit etwas haben
Redew.Mit einer Sache dauerhaft zu kämpfen haben.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück, in der das Kreuz als Last getragen wird.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
QuelleNeues Testament
Sein Pulver verschossen haben
Redew.Alle Mittel oder Argumente aufgebraucht haben.
Herkunft: Aus der Militärsprache: Ohne Pulver ist die Waffe nutzlos, gleichgültig wie gut die Stellung ist.
Seine Schäfchen ins Trockene bringen
Redew.Den eigenen Vorteil rechtzeitig sichern, oft auf Kosten anderer.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Diskutiert wird neben dem Bild der Schafherde auch eine Ableitung von niederdeutsch „Schäfchen“ für Kapital.
Siehe auch: Den Trumpf ausspielen
Seinen Senf dazugeben
Redew.Ungefragt seine Meinung äußern.
Herkunft: Verwiesen wird auf Gastwirte, die früher zu jedem Gericht Senf servierten, ob er dazu passte oder nicht.
Die Spendierhosen anhaben
Redew.Gerade in großzügiger Stimmung sein und für andere mitbezahlen.
Herkunft: Eine scherzhafte Wortbildung des 19. Jahrhunderts nach dem Muster von Kleidungsstücken, die eine Stimmung bezeichnen, vergleichbar mit den Siebenmeilenstiefeln.
Themen: GeldMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben Das geht auf meine Kappe
Den Spieß umdrehen
Redew.Einen Angriff gegen den Angreifer selbst richten.
Herkunft: Aus dem Nahkampf: Wer dem Gegner den Spieß entwindet und gegen ihn richtet, kehrt die Lage um.
Themen: Menschen und VerhaltenErfolg
Siehe auch: Mit gleicher Münze heimzahlen Die Kurve kriegen Das Ruder herumreißen
Sich die Sporen verdienen
Redew.Sich zum ersten Mal bewähren und dadurch Anerkennung erwerben.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Rittertum: Der Ritterschlag war mit dem Anlegen goldener Sporen verbunden.
Siehe auch: Die Nase vorn haben Das Rennen machen Das Pferd von hinten aufzäumen
Den Stab über jemanden brechen
Redew.Jemanden endgültig verurteilen und ihm keine Chance mehr geben.
Herkunft: Beim Todesurteil zerbrach der Richter einen Stab über dem Verurteilten und warf ihm die Stücke vor die Füße.
Jemandem die Stange halten
Redew.Jemandem beistehen und ihn gegen Angriffe verteidigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf den mittelalterlichen Gerichtskampf zurückgeführt, bei dem ein Kampfrichter mit einer Stange eingreifen konnte.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem die Daumen drücken
Die Stellung halten
Redew.An Ort und Stelle bleiben und weitermachen, während andere fehlen.
Herkunft: Militärische Fachsprache: Eine Stellung zu halten heißt, den zugewiesenen Ort nicht aufzugeben. Im Alltag hat sich der Ausdruck abgeschwächt zum Aushalten in Vertretung.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Am Ball bleiben
Den Stier bei den Hörnern packen
Redew.Ein Problem direkt und entschlossen angehen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Umgang mit Zugvieh: Ein widerspenstiger Stier ließ sich nur beherrschen, wenn man ihn an den Hörnern fasste, also dort, wo er gefährlich ist. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen verbreitet.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Ein Sturm im Wasserglas
Redew.Große Aufregung um eine Sache, die kaum von Belang ist.
Herkunft: Die Wendung ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen und geht auf eine Bemerkung über politische Unruhen in einem Kleinstaat zurück, die Montesquieu zugeschrieben wird.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
QuelleMontesquieu
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen
Die Suppe auslöffeln
Redew.Die unangenehmen Folgen einer Sache tragen müssen.
Herkunft: Wer sich etwas eingebrockt hat, muss es auch essen. Das Bild stammt aus der Hausgemeinschaft, in der jeder aus dem gemeinsamen Topf schöpfte und für seine Portion selbst zuständig war.
Auch: Die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat
Themen: Essen und TrinkenMenschen und Verhalten
Siehe auch: Etwas auslöffeln müssen Etwas ausbaden müssen Den Kopf hinhalten müssen
Jemandem die Suppe versalzen
Redew.Jemandem einen Plan verderben.
Herkunft: Versalzenes Essen war in der Hausgemeinschaft ein handfester Vorwurf, weil Salz teuer war und die Mahlzeit dadurch ungenießbar wurde. Der Volksglaube schrieb das Versalzen zudem der Verliebtheit der Köchin zu.