Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Klugheit und Dummheit, Seite 2
94 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 4
Bekannte Sprichwörter
Eine Lüge lebt davon, dass niemand nachfragt.
Sprichw.Unwahrheiten halten sich, solange sie nicht überprüft werden.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Sprichw.Was wie Weisheit aussieht, ist oft nur nachlassende Aufregung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterKlugheit und DummheitGeduld
Siehe auch: Graue Haare machen noch keinen Weisen. Alter schützt vor Torheit nicht. Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Man muss den Esel nicht zum Brunnen tragen, wenn er nicht trinken will.
Sprichw.Wer nicht will, lässt sich nicht überreden, gleichgültig wie viel Mühe man aufwendet.
Herkunft: Eine deutsche Fassung des englischen Sprichworts vom Pferd, das man zur Tränke führen, aber nicht zum Trinken zwingen kann.
Themen: TiereArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich nicht ändert, wird geändert.
Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Sprichw.Die äußere Ordnung wirkt auf die innere zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Ordnung ist Mittel, nicht Zweck.
Sprichw.Wer die Ordnung zum Ziel macht, verliert das Ziel aus dem Blick.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Sprichw.In vielen Lagen ist es klüger, nichts zu sagen, als sich zu äußern.
Herkunft: Der Vergleich der beiden Metalle stammt aus dem arabischen Sprachraum und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, unter anderem durch Thomas Carlyle, der ihn als schweizerische Inschrift wiedergab.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtWahrheit
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Wer nüchtern bleibt, hört alles. Stille Wasser sind tief.
Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Sprichw.Unterricht vermittelt Kenntnisse, aber kein Urteilsvermögen.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungskritik des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitWissen
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele. Wissen ist nicht Weisheit.
Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Sprichw.Auf ein kleines Problem gehört keine übergroße Reaktion.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und setzt die Kanone als größtes verfügbares Kriegsgerät gegen das kleinste Tier.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtTiere
Siehe auch: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Der Teufel steckt im Detail.
Sprichw.Ein Vorhaben scheitert selten am großen Plan, sondern an den Einzelheiten.
Herkunft: Die Formel ist eine Umkehrung der älteren Redensart, Gott stecke im Detail, die dem Kunsthistoriker Aby Warburg zugeschrieben wird. Welche der beiden Fassungen zuerst da war, ist ungeklärt.
Themen: VorsichtArbeitKlugheit und Dummheit
QuelleAby Warburg
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Sprichw.Scherzhafte Mahnung zur Umsicht; die Porzellankiste steht für alles, was leicht zerbricht.
Herkunft: Eine scherzhafte Erweiterung des älteren Satzes, Vorsicht sei die Mutter der Weisheit. Die Porzellankiste ist eine Zutat des 20. Jahrhunderts.
Auch: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen. Armut macht vorsichtig.
Die Wahrheit hat viele Seiten, aber keine zwei.
Sprichw.Es gibt verschiedene Sichtweisen auf eine Sache, aber nicht zwei Sachverhalte.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: WahrheitStreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Jedes Ding hat zwei Seiten.
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Sprichw.Wer nicht mitdenkt, macht sich unnötige zusätzliche Arbeit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem 19. Jahrhundert. Gemeint sind die zusätzlichen Wege, die das Vergessen verursacht.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitErfahrung
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Sprichw.Alkohol wirkt auf beide gleich, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Symposionliteratur, unter anderem bei Platon.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitMut
QuellePlaton
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute.
Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Sprichw.Was an Offenheit gewonnen wird, geht an Urteilskraft verloren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem lateinischen „in vino veritas“.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden.
Sprichw.Sicherheit in allen Punkten ist ein Zeichen von Oberflächlichkeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitWissen
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wie man fragt, so wird man belehrt. Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der leerste Krug klingt am lautesten.
Sprichw.Wer am wenigsten zu bieten hat, macht am meisten Aufhebens.
Herkunft: Das Bild ist alt und findet sich in mehreren europäischen Sprachen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: HochmutKlugheit und DummheitBescheidenheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht. Eigenlob stinkt.
Mit Speck fängt man Mäuse.
Sprichw.Mit einem passenden Anreiz erreicht man mehr als mit Nachdruck.
Herkunft: Ein Bild aus der Schädlingsbekämpfung, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Gemeint ist der wirksame Köder, nicht die Gewalt.
Themen: Klugheit und DummheitTiereHandel
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitWissenLernen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Schweigen kann man nicht bereuen.
Sprichw.Ein ungesagtes Wort hat noch niemandem geschadet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus, wonach niemand das Schweigen bereut habe, viele aber das Reden.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtWahrheit
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer nüchtern bleibt, hört alles. Stille Wasser sind tief.
Vier Augen sehen mehr als zwei.
Sprichw.Wer eine Sache zu zweit prüft, entdeckt mehr Fehler als allein.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Zusammenhang der gegenseitigen Prüfung bei Rechnungen und Urkunden.
Themen: ZusammenhaltKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Sprichw.Bei zwei gegensätzlichen Darstellungen trifft meist keine ganz zu.
Herkunft: Die Formel geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zwischen zwei Extremen zurück, im Lateinischen als „in medio stat veritas“ überliefert.
Themen: WahrheitStreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Jedes Ding hat zwei Seiten. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Kurze Sprichwörter
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: MisserfolgKlugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Wer nur rechnet, verrechnet sich. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Der Klügere gibt nach.
Sprichw.Einen Streit zu beenden, indem man selbst zurücksteckt, gilt als das Vernünftigere.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ihr wird gern die spöttische Fortsetzung angehängt, dass deshalb die Dummen die Welt beherrschen.
Themen: StreitKlugheit und DummheitBescheidenheit
Siehe auch: Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Liebe macht blind.
Sprichw.Wer verliebt ist, übersieht die Fehler des anderen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Dichtung verbreitet, unter anderem bei Theokrit und Plautus. Die Darstellung des Liebesgottes mit verbundenen Augen ist eine mittelalterliche Zutat.
Themen: LiebePartnerschaftKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Nichts geschieht ohne Grund.
Sprichw.Jedes Ereignis hat eine Ursache, auch wenn man sie nicht erkennt.
Herkunft: Die Formel übersetzt den philosophischen Grundsatz vom zureichenden Grund, den Leibniz ausformuliert hat.
Themen: SchicksalErfahrungKlugheit und Dummheit
QuelleLeibniz
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton
Siehe auch: Dem Armen fehlt es an Geld, dem Reichen an Rat.
Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Sprichw.Der Sparsame wägt ab, der Geizige hält einfach fest.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GeizSparenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit erhält das Haus. Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Vorsicht ist keine Feigheit.
Sprichw.Wer die Gefahr einschätzt und zurückweicht, handelt nicht ängstlich, sondern klug.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem aristotelischen Gedanken von der Tapferkeit als Mitte.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Angst warnt, Vorsicht handelt. Wissen ist nicht Weisheit.
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