Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Klugheit und Dummheit, Seite 3
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Bekannte Sprichwörter
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Sprichw.Eine große Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter, sondern schwerer.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang von Wahl und Qual. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Guter Rat kommt über Nacht. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten.
Sprichw.Jede Planung arbeitet mit Annahmen, die sich als falsch erweisen können.
Herkunft: Eine Formel aus der Planungslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: ZukunftVorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Sprichw.Die kurze Peinlichkeit einer Frage wiegt leichter als dauerhaftes Nichtwissen.
Herkunft: Wird meist als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Themen: SchuleLernenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Sprichw.Ohne Änderung des Vorgehens ändert sich auch das Ergebnis nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird gern Albert Einstein zugeschrieben; nachweisbar ist die Formulierung erst in amerikanischer Ratgeberliteratur der 1980er Jahre.
Themen: VeränderungMisserfolgKlugheit und Dummheit
QuelleEinstein
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Sprichw.Wer nicht ständig spricht, dem hört man zu, wenn er es tut.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört.
Sprichw.Den Streit zu beenden ist etwas anderes, als ihn zu verlieren.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort, der Klügere gebe nach.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Im Streit hört niemand zu. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch.
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Sprichw.Nur wer nachfragt, schließt seine Wissenslücken.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Sprachraum durch die Sendung mit der Maus allgemein bekannt geworden; als Redensart ist sie älter.
Themen: LernenSchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Sprichw.Schlaflosigkeit ist häufiger eine Folge des Nachdenkens als der Umstände.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafAngstKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken.
Sprichw.Aufrichtigkeit ist die bequemere Lebensform.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz, ein Lügner brauche ein gutes Gedächtnis.
Themen: EhrlichkeitLügenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Die Wahrheit braucht keine Zeugen. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln.
Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Sprichw.In geselliger Runde erfährt der am meisten, der nicht mittrinkt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Sprichw.Wer alles auf den Vorteil hin prüft, übersieht das Wesentliche.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Wirtschaftskritik.
Themen: GeizHandelKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug. Am falschen Ende sparen.
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Sprichw.Scherzhafte Umdeutung der Ordnungsliebe in Bequemlichkeit.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungFaulheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Sprichw.Auf das Rechthaben zu verzichten kostet nichts, solange man recht hat.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, Schweigen könne man nicht bereuen.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer schreit, hat unrecht.
Sprichw.Wer laut wird, hat meist keine Argumente mehr.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der antiken Rhetorikregel, wonach die Sache selbst sprechen soll.
Themen: StreitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Hunde, die bellen, beißen nicht. Eifersucht hört nicht auf Vernunft.
Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Sprichw.Wer die eigenen Grenzen kennt, verspricht nicht mehr, als er halten kann.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift von Delphi zurück und findet sich bei Sokrates und den Stoikern.
Themen: BescheidenheitKlugheit und DummheitWissen
QuelleOrakel von Delphi, Sokrates
Siehe auch: Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Wer viel redet, sagt wenig.
Sprichw.Umfang und Gehalt einer Rede haben wenig miteinander zu tun.
Herkunft: Eine Bildung nach demselben Muster, hier auf den Vielredner gemünzt statt auf den Wissenden.
Wer viel weiß, redet wenig.
Sprichw.Wirkliche Sachkenntnis muss sich nicht dauernd behaupten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Philosophie und im ostasiatischen Schrifttum. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: WissenBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eigenlob stinkt. Wer recht hat und schweigt, verliert nichts. Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln.
Sprichw.Der Aufwand für das Überlegen ist geringer als der für die Korrektur.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der Handwerksregel vom zweimaligen Messen.
Themen: VorsichtKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Fleiß ohne Richtung ist nur Bewegung. Erst besinnen, dann beginnen. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen.
Sprichw.Etwas zu kennen bedeutet nicht, es begriffen zu haben.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungsdiskussion des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Themen: WissenLernenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Furcht ist der Anfang der Weisheit. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Wer alles glaubt, wird oft betrogen.
Sprichw.Vertrauen ohne Prüfung lädt zum Missbrauch ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament (Sirach 19,4).
Themen: VertrauenLügenKlugheit und Dummheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Sprichw.Wer Unwahres erzählt, muss sich merken, was er wem gesagt hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mendacem memorem esse oportet“, das bei Quintilian belegt ist.
Themen: LügenWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleQuintilian
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: AngstMutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Wissen ist nicht Weisheit.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: HandwerkKlugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichw.Eine unaufgeforderte Rechtfertigung weckt erst den Verdacht, den sie ausräumen soll.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische „qui s'excuse, s'accuse“ und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Der Zweck heiligt die Mittel.
Wer über Worte streitet, hat die Sache verloren.
Sprichw.Wenn es nur noch um Formulierungen geht, ist der Inhalt aus dem Blick.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Rhetorik und im Neuen Testament, wo vor dem Wortstreit gewarnt wird.
Themen: StreitWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleNeues Testament
Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Sprichw.Lektüre ersetzt das eigene Nachdenken nicht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Arthur Schopenhauer in „Über Lesen und Bücher“.
Themen: WissenLernenKlugheit und Dummheit
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Sprichw.Sicherheit im Urteil wächst nicht mit dem Wissen, sondern nimmt oft ab.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Bertrand Russell, der die Unsicherheit der Klugen der Sicherheit der Dummen gegenüberstellt.
Themen: WissenHochmutKlugheit und Dummheit
QuelleBertrand Russell
Siehe auch: Wissen ist nicht Weisheit. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Sprichw.Wer sich auf zu vieles gleichzeitig einlässt, erreicht nichts davon.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt und findet sich in vielen europäischen Sprachen.
Themen: Klugheit und DummheitArbeitFleiß
Siehe auch: Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Wie man fragt, so wird man belehrt.
Sprichw.Die Qualität einer Antwort hängt davon ab, wie die Frage gestellt wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenKlugheit und DummheitWissen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden.
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