Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Erfahrung, Seite 3
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Bekannte Sprichwörter
Kinder und Hunde merken, wer sie mag.
Sprichw.Beide erkennen ohne Worte, ob jemand es ernst mit ihnen meint.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Das Leben ist die beste Schule.
Sprichw.Was man selbst erlebt, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke ist die Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben. Als deutsche Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Die Liebe ist blind, die Freundschaft schließt die Augen zu.
Sprichw.Verliebte sehen die Fehler nicht, Freunde sehen sie und übersehen sie absichtlich.
Herkunft: Eine französische Sentenz, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: LiebeFreundschaftErfahrung
Siehe auch: Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Liebe macht blind.
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenSchicksalErfahrung
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Sprichw.Der richtige Zeitpunkt zum Gehen liegt vor dem Moment, in dem andere ihn erwarten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles und wurde im 20. Jahrhundert vielfach neu formuliert.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Nach dem Rausch kommt die Rechnung.
Sprichw.Auf den Genuss folgt der Preis dafür, in jeder Hinsicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenLeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wie man sich bettet, so liegt man.
Neid lässt sich schlechter verbergen als Hass.
Sprichw.Missgunst zeigt sich in Kleinigkeiten, die man nicht kontrollieren kann.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei La Rochefoucauld.
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Der Neid schläft nie. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Sprichw.Was einem widerfährt, lässt sich nicht wählen, die Antwort darauf schon.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Epiktet.
QuelleEpiktet
Siehe auch: Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst. Im Unglück zeigt sich der Charakter. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Nicht die Note macht den Menschen.
Sprichw.Eine schulische Bewertung sagt wenig über den Wert einer Person.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der pädagogischen Diskussion, ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst.
Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Sprichw.An den Preis erinnert sich niemand mehr, wenn die Ware taugt oder eben nicht.
Herkunft: Eine Kaufmannsformel des 20. Jahrhunderts, häufig der Werbung zugeschrieben.
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal. Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Sprichw.Ein bevorstehendes Ereignis kündigt sich meist schon vorher an.
Thomas Campbellschottischer Dichter, 1777 bis 1844
Herkunft: Übersetzung einer Zeile des schottischen Dichters Thomas Campbell aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Themen: ZukunftVorsichtErfahrung
QuelleThomas Campbell
Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Sprichw.Während man sich auf das Kommende einrichtet, findet das Eigentliche bereits statt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in amerikanischer Zeitschriftenliteratur seit den 1950er Jahren; die Zuschreibung an John Lennon bezieht sich auf eine spätere Liedzeile.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichw.Man bekommt nicht, was man sich aussucht, sondern was kommt.
Herkunft: Die Formel bezieht sich auf die Radiosendung „Wunschkonzert“, die es im deutschen Rundfunk seit den 1930er Jahren gab.
Themen: LebenErfahrungSchicksal
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Liebe lässt sich nicht erzwingen.
Sprichw.Zuneigung entsteht von selbst oder gar nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LiebePartnerschaftErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Was sich liebt, das neckt sich. Liebe geht durch den Magen.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: NaturGesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin. Das Bett ist der billigste Arzt.
Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.
Sprichw.Wer sich am lautesten beschwert, wird zuerst bedient.
Herkunft: Lehnübersetzung eines im Englischen verbreiteten Sprichworts.
Siehe auch: Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Sprichw.Im Recht zu sein bedeutet nicht, sich auch durchzusetzen.
Herkunft: Eine Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitErfahrungStreit
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Im Zweifel für den Angeklagten. Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
Der Satte glaubt dem Hungrigen nicht.
Sprichw.Wer keine Not kennt, kann sie sich auch nicht vorstellen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden. Der beste Lehrer ist die Not.
Kurze Sprichwörter
Kleider machen Leute.
Sprichw.Wie jemand gekleidet ist, beeinflusst maßgeblich, wie er von anderen eingeschätzt wird.
Herkunft: Als Titel einer Novelle von Gottfried Keller aus dem Jahr 1874 endgültig geläufig geworden; die Redensart selbst ist älter.
Themen: ErfahrungReichtumHochmut
QuelleGottfried Keller
Siehe auch: Der erste Bissen entscheidet.
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Themen: ErfahrungSchicksalVeränderung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Die Natur vergisst nichts. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Macht verdirbt den Charakter.
Sprichw.Wer über andere bestimmen kann, verändert sich dadurch, meist zum Schlechteren.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem britischen Historiker Lord Acton, der 1887 schrieb, Macht korrumpiere und absolute Macht korrumpiere absolut.
QuelleLord Acton
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Die Natur vergisst nichts.
Sprichw.Eingriffe in die Natur wirken lange nach, auch wenn sie zunächst folgenlos scheinen.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturSchicksalErfahrung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Der Neid schläft nie.
Sprichw.Missgunst hört nicht auf, sie sucht sich nur ein neues Ziel.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid lässt sich schlechter verbergen als Hass. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Nichts geschieht ohne Grund.
Sprichw.Jedes Ereignis hat eine Ursache, auch wenn man sie nicht erkennt.
Herkunft: Die Formel übersetzt den philosophischen Grundsatz vom zureichenden Grund, den Leibniz ausformuliert hat.
Themen: SchicksalErfahrungKlugheit und Dummheit
QuelleLeibniz
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton
Siehe auch: Dem Armen fehlt es an Geld, dem Reichen an Rat.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Themen: ErfahrungLernenHandwerk
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Das Leben ist die beste Schule.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
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