Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Recht und Gerechtigkeit, Seite 2
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Wer hat, dem wird gegeben.
Sprichw.Wer schon viel besitzt, bekommt am leichtesten noch mehr dazu.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 25,29) und wird heute meist gesellschaftskritisch gebraucht.
Themen: ReichtumGeldRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen. Das Recht ist für alle da, aber nicht für alle gleich erreichbar.
Wer Macht hat, hat Verantwortung.
Sprichw.Einfluss lässt sich nicht von der Verpflichtung trennen, die er mit sich bringt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Ethik des 20. Jahrhunderts.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitArbeit
Siehe auch: Herrschen heißt dienen. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Sprichw.Wer sich zuerst meldet oder anstellt, wird zuerst bedient.
Herkunft: Alte Mühlenordnung: Das Getreide wurde in der Reihenfolge des Eintreffens gemahlen. Der Satz ist als Rechtsregel überliefert.
Themen: Recht und GerechtigkeitHandelZeit
Siehe auch: Alles zu seiner Zeit.
Wie du mir, so ich dir.
Sprichw.Eine Kränkung wird mit gleicher Münze heimgezahlt.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des alttestamentlichen Vergeltungsgrundsatzes und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.
Sprichw.Solange sich niemand beschwert, hat ein Verstoß keine Folgen.
Herkunft: Alte Rechtsregel, die den Grundsatz des Antragsdelikts in Sprichwortform bringt.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.
Sprichw.Von jemandem, der nichts besitzt, lässt sich auch nichts eintreiben.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutRecht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Besser geben als borgen.
Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Sprichw.Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Möglichkeiten, sie gegen jemanden zu wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „summum ius, summa iniuria“, das bei Cicero belegt ist.
Themen: Recht und GerechtigkeitMachtErfahrung
QuelleCicero
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Sprichw.Grundsatz, nach dem ein gutes Ziel auch fragwürdige Wege rechtfertige. Wird heute fast nur noch kritisch zitiert.
Herkunft: Die Formel wird meist Machiavelli zugeschrieben; in dieser Fassung steht sie bei ihm nicht.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
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