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Sprichwörter mit W, Seite 10
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 10 von 15
Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Sprichw.In geselliger Runde erfährt der am meisten, der nicht mittrinkt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal.
Sprichw.Die billigste Lösung ist selten die günstigste.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, verwandt mit dem Satz, der Geizige zahle zweimal.
Siehe auch: Der Geizige zahlt zweimal. Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: HandwerkKlugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Sprichw.Wer alles auf den Vorteil hin prüft, übersieht das Wesentliche.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Wirtschaftskritik.
Themen: GeizHandelKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug. Am falschen Ende sparen.
Wer nur spart, lebt nicht.
Sprichw.Rücklagen sollen das Leben ermöglichen, nicht ersetzen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Sparsamkeit erhält das Haus. Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Wer nur verwaltet, gestaltet nichts.
Sprichw.Die bloße Aufrechterhaltung ist keine Leistung.
Herkunft: Eine Formel aus der Verwaltungskritik des 20. Jahrhunderts.
Themen: FaulheitArbeitVeränderung
Siehe auch: Wer rastet, der rostet. Wer nichts verändert, verliert auch. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Sprichw.Die Beschäftigung mit dem Gewesenen darf den Blick auf das Kommende nicht ersetzen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Bibelvers vom Pflügen ohne Zurückschauen.
Themen: VergangenheitZukunftVorsicht
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer oben steht, steht allein.
Sprichw.Mit der Verantwortung wächst die Distanz zu allen anderen.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben. Herrschen heißt dienen.
Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister.
Sprichw.Können entsteht durch Verweilen, nicht durch Wechseln.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wie der Meister, so das Werk. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Wer oft fällt, lernt aufstehen.
Sprichw.Wiederholte Rückschläge machen im Umgang mit ihnen sicherer.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass nicht das Fallen die Schande sei.
Themen: MisserfolgErfahrungMut
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Sprichw.Scherzhafte Umdeutung der Ordnungsliebe in Bequemlichkeit.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungFaulheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißAlterGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht geht, verlernt das Gehen. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Sprichw.Auf das Rechthaben zu verzichten kostet nichts, solange man recht hat.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, Schweigen könne man nicht bereuen.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer reich werden will, muss früh anfangen oder erben.
Sprichw.Nüchterne Feststellung über die tatsächlichen Wege zum Vermögen.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen. Morgen, morgen, nur nicht heute. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Sprichw.Der Ertrag richtet sich nach dem, was man vorher investiert hat.
Herkunft: Aus dem zweiten Korintherbrief des Neuen Testaments (2. Korinther 9,6).
Themen: LandwirtschaftFleißErfolg
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Der Herbst hält, was der Frühling versprach. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Wer reisen will, muss fragen können.
Sprichw.Unterwegs kommt weiter, wer sich nicht scheut, um Auskunft zu bitten.
Herkunft: Eine volkstümliche Reiseregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ReisenWissenBescheidenheit
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, bringt Erlebnisse mit, die zu Hause keiner hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Sprichw.Beide Wege bringen Erkenntnis, nur eine andere.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: ReisenWissenHaus und Heimat
Siehe auch: Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Sprichw.Erst der Blick von außen macht das Eigene begreiflich.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer reist, hat etwas zu erzählen. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Wer schenkt, verpflichtet.
Sprichw.Eine Gabe erzeugt beim Empfänger eine Verpflichtung, ob gewollt oder nicht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der Gesellschaftslehre und wurde von Marcel Mauss beschrieben; als Sprichwort ist er älter.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
QuelleMarcel Mauss
Wer schläft, sündigt nicht.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für ausgiebigen Schlaf.
Herkunft: Die Formel ist die scherzhafte Verkürzung eines längeren Spruchs, der fortfährt, wer sündigt, schlafe besser. In Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Wer schlecht schläft, sieht die Welt grau.
Sprichw.Schlafmangel verändert die Wahrnehmung der Lage.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitUnglück
Siehe auch: Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut. Wer die Nacht durchwacht, verliert den Tag.
Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Sprichw.Vor der eigentlichen Arbeit steht die Vorbereitung.
Herkunft: Ein Handwerkssprichwort, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Erst die Ordnung, dann das Werk. Wie die Saat, so die Ernte. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
Sprichw.Genuss setzt Langsamkeit voraus.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht warten kann, verdirbt die Ernte. Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang. Wer allein isst, isst schneller und schlechter.
Wer schönredet, lügt höflich.
Sprichw.Auch die freundliche Beschönigung ist eine Form der Unwahrheit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LügenHochmutEhrlichkeit
Wer schreibt, der bleibt.
Sprichw.Was schriftlich festgehalten ist, überdauert; wer es festhält, sichert sich ab.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Kanzlei- und Verwaltungssprache, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Wer schreit, hat unrecht.
Sprichw.Wer laut wird, hat meist keine Argumente mehr.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der antiken Rhetorikregel, wonach die Sache selbst sprechen soll.
Themen: StreitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Hunde, die bellen, beißen nicht. Eifersucht hört nicht auf Vernunft.
Wer Schulden macht, verkauft seine Freiheit.
Sprichw.Schulden binden nicht nur Geld, sondern auch Entscheidungsspielraum.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach der Schuldner Knecht des Gläubigers sei.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Der Reiche hat viele Freunde, der Arme wenige. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Wer schweigt, stimmt zu.
Sprichw.Wer einer Behauptung nicht widerspricht, gilt als einverstanden.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Rechtsregel „qui tacet, consentire videtur“.
Themen: WahrheitStreitVertrauen
Siehe auch: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling.