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Sprichwörter mit W, Seite 12
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 12 von 15
Wer Sorgen mit ins Bett nimmt, schläft mit ihnen.
Sprichw.Ungelöste Fragen verhindern die Erholung.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafAngstGesundheit
Siehe auch: Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Wer sparen will, muss zuerst rechnen.
Sprichw.Ohne Übersicht über die Ausgaben lässt sich nicht sinnvoll kürzen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen ist verdienen.
Wer sucht, findet auch, was nicht da ist.
Sprichw.Die gezielte Suche erzeugt Funde, wo keine sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit der Beobachtung, dass Erwartung die Wahrnehmung lenkt.
Themen: EifersuchtVertrauenWahrheit
Siehe auch: Eifersucht schärft den Blick für das, was nicht da ist. Wer immer kontrolliert, wird immer etwas finden. Eifersucht braucht keinen Grund, nur einen Anlass.
Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut.
Sprichw.Regelmäßigkeit bringt mehr zustande als der einzelne Kraftakt.
Herkunft: Eine volkstümliche Arbeitsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer. Steter Tropfen höhlt den Stein. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen.
Sprichw.Alter Wirtshausspruch, angeblich über der Theke angebracht.
Herkunft: Eine Gaststättenformel des 20. Jahrhunderts, deren Ursprung sich nicht bestimmen lässt.
Siehe auch: Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem. Wer reich werden will, muss früh anfangen oder erben. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Sprichw.Alkohol beseitigt keine Sorge, er vertagt sie.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Suchtberatung.
Themen: TrinkenUnglückErfahrung
Siehe auch: Der Wein ist ein Spiegel des Menschen. Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir. Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus.
Wer über andere hinwegsieht, sieht auch nicht, wer ihm hilft.
Sprichw.Wer sich für etwas Besseres hält, übersieht die Unterstützung, von der er lebt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: HochmutDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Der Neid sieht nur den fremden Garten. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Wer über Worte streitet, hat die Sache verloren.
Sprichw.Wenn es nur noch um Formulierungen geht, ist der Inhalt aus dem Blick.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Rhetorik und im Neuen Testament, wo vor dem Wortstreit gewarnt wird.
Themen: StreitWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleNeues Testament
Wer vergleicht, verliert.
Sprichw.Der Blick auf andere nimmt die Zufriedenheit mit dem Eigenen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Neid als Dieb der Freude.
Themen: EifersuchtNeidGlück
Siehe auch: Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Der Neid schaut nach oben, die Dankbarkeit nach unten.
Wer Vertrauen schenkt, macht den anderen größer.
Sprichw.Zutrauen verändert den, dem es entgegengebracht wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 20. Jahrhunderts.
Wer vertraut, dem wird vertraut.
Sprichw.Vertrauen entsteht durch Vorleistung und erzeugt Vertrauen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: VertrauenFreundschaftNachbarn
Siehe auch: Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Vertrauen ist eine Vorleistung. Wie du mir, so ich dir.
Wer vertraut, schläft besser.
Sprichw.Misstrauen kostet nicht nur die Beziehung, sondern auch die Nachtruhe.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtVertrauenSchlaf
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Argwohn ist der Anfang der Eifersucht.
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten.
Sprichw.Wer leicht abgeben kann, hängt am eigenen Besitz nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der stoischen Besitzlehre.
Themen: GroßzügigkeitBescheidenheitReichtum
Siehe auch: Wer gibt, macht sich frei. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Sprichw.Wer seinen Besitz nicht vorführt, steht am sichersten da.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Sprüche über Zurückhaltung.
Themen: BescheidenheitReichtumHochmut
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Wer sich nicht selbst lobt, wird auch nicht getadelt. Wer gibt, macht sich frei.
Wer viel hat, hat viel zu verlieren.
Sprichw.Mit dem Vermögen wächst die Sorge um seinen Erhalt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer viel hat, will noch mehr.
Sprichw.Besitz stillt das Verlangen nicht, sondern steigert es.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, wonach dem Wachsen des Geldes die Sorge um das Geld folge.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Sprichw.Lektüre ersetzt das eigene Nachdenken nicht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Arthur Schopenhauer in „Über Lesen und Bücher“.
Themen: WissenLernenKlugheit und Dummheit
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Sprichw.Es gibt zwei Wege zur Kenntnis: das Buch und den eigenen Weg.
Herkunft: Eine volkstümliche Merkformel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Wer viel redet, sagt wenig.
Sprichw.Umfang und Gehalt einer Rede haben wenig miteinander zu tun.
Herkunft: Eine Bildung nach demselben Muster, hier auf den Vielredner gemünzt statt auf den Wissenden.
Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Sprichw.Wer wenig festhält, hat auch wenig zu verlieren.
Herkunft: Eine Formel, verwandt mit der stoischen Besitzlehre bei Seneca und Epiktet.
Themen: GroßzügigkeitReichtumAngst
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer gibt, macht sich frei. Besitz verpflichtet.
Wer viel verspricht, hält wenig.
Sprichw.Große Ankündigungen sind ein schlechtes Zeichen für die spätere Einlösung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten. Im Handel gilt das Wort.
Wer viel weiß, redet wenig.
Sprichw.Wirkliche Sachkenntnis muss sich nicht dauernd behaupten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Philosophie und im ostasiatischen Schrifttum. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: WissenBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eigenlob stinkt. Wer recht hat und schweigt, verliert nichts. Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftVertrauenErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Sprichw.Wer durch Furcht regiert, hat selbst am meisten zu fürchten.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Publilius Syrus, der schreibt, wen viele fürchten, der müsse viele fürchten.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Sprichw.Wer sich verzettelt, bringt am Ende nichts richtig zu Ende.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitFleißMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Sprichw.Die Beschäftigung mit dem Ende ist immer eine mit dem, was davor liegt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Sterbebegleitung.
Siehe auch: Der Tod lehrt leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Sprichw.Der Verzicht auf jedes Risiko ist selbst das größte.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet als Zuspitzung des älteren Sprichworts vom Wagen und Gewinnen.
Themen: MutMisserfolgErfolg
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt.
Wer warten kann, siegt am Ende.
Sprichw.In vielen Auseinandersetzungen entscheidet nicht die Kraft, sondern das längere Durchhalten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Mit Geduld und Zeit kommt man weit. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Wer weit reisen will, muss leicht packen.
Sprichw.Wer weit kommen will, darf sich nicht mit Überflüssigem beladen.
Herkunft: Ein Reisesprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und in vielen Sprachen verbreitet.
Themen: ReisenErfahrungBescheidenheit
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.