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Sprichwörter mit W, Seite 13
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 13 von 15
Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Sprichw.Niedrige Erwartungen lassen sich leichter übertreffen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: BescheidenheitEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Versprechen und Halten sind zweierlei. Im Handel gilt das Wort.
Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Sprichw.Sicherheit im Urteil wächst nicht mit dem Wissen, sondern nimmt oft ab.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Bertrand Russell, der die Unsicherheit der Klugen der Sicherheit der Dummen gegenüberstellt.
Themen: WissenHochmutKlugheit und Dummheit
QuelleBertrand Russell
Siehe auch: Wissen ist nicht Weisheit. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst.
Sprichw.Wer den eigenen Preis zu niedrig ansetzt, entwertet damit seine Arbeit.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Themen: HandelGeldBescheidenheit
Siehe auch: Zeit ist Geld. Wer billig kauft, kauft zweimal. Was nichts kostet, ist nichts wert.
Wer zu lange plant, fängt nie an.
Sprichw.Der Übergang von der Vorbereitung zur Ausführung will bewusst gemacht werden.
Herkunft: Eine Formel aus der Projektarbeit des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Wer sich fürchtet, hat schon verloren. Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende.
Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag.
Sprichw.Fehlende Erholung zeigt sich in Fehlern und Reizbarkeit.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsmedizin des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitArbeit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer schlecht schläft, sieht die Welt grau. Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Sprichw.Wer sich zuerst meldet oder anstellt, wird zuerst bedient.
Herkunft: Alte Mühlenordnung: Das Getreide wurde in der Reihenfolge des Eintreffens gemahlen. Der Satz ist als Rechtsregel überliefert.
Themen: Recht und GerechtigkeitHandelZeit
Siehe auch: Alles zu seiner Zeit.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Sprichw.Entscheidend ist, wer am Ende recht behält, nicht wer zwischendurch triumphiert.
Herkunft: Die Formel ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen und im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen.
Sprichw.Geteilter Humor trägt eine Verbindung weiter als geteilte Interessen.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: PartnerschaftLiebeFreundschaft
Siehe auch: Gemeinsam alt werden ist mehr als gemeinsam jung sein. Eine Ehe ist ein langes Gespräch. Alte Liebe rostet nicht.
Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Sprichw.Auf Reisen zeigt sich, wie jemand mit Unvorhergesehenem umgeht.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, verwandt mit dem älteren Satz, man erkenne den Freund in der Not.
Themen: ReisenFreundschaftErfahrung
Siehe auch: Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Sprichw.Wer sich auf zu vieles gleichzeitig einlässt, erreicht nichts davon.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt und findet sich in vielen europäischen Sprachen.
Themen: Klugheit und DummheitArbeitFleiß
Siehe auch: Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln.
Sprichw.Der Aufwand für das Überlegen ist geringer als der für die Korrektur.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit der Handwerksregel vom zweimaligen Messen.
Themen: VorsichtKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Fleiß ohne Richtung ist nur Bewegung. Erst besinnen, dann beginnen. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeitMacht
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Kein Wetter hält ewig.
Sprichw.Auch eine anhaltende Schlechtwetterlage geht vorbei; übertragen auf schwierige Zeiten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: WetterHoffnungVeränderung
Siehe auch: Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Wetter und Laune ändern sich schnell. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Das Wetter kann man nicht machen, nur einplanen.
Sprichw.Gegen die Witterung hilft keine Absicht, nur die Vorbereitung darauf.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: WetterVorsichtLandwirtschaft
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Sprichw.Wer bei Regen missmutig ist, war es meist vorher schon.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wetter und Laune ändern sich schnell.
Sprichw.Beides ist unbeständig und selten vorherzusagen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: WetterVeränderungErfahrung
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Sprichw.Bauernregel, nach der das Wetter Ende Juni die Großwetterlage der folgenden Wochen anzeigt.
Herkunft: Der Siebenschläfertag am 27. Juni geht auf eine christliche Legende zurück. Meteorologisch trifft die Regel in Mitteleuropa tatsächlich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu, weil sich in dieser Zeit die sommerliche Strömungslage einstellt.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Wie der Bauer, so der Hof.
Sprichw.Am Zustand des Betriebs erkennt man den, der ihn führt.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: LandwirtschaftArbeitOrdnung
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Am Werkzeug erkennt man den Meister. Zweimal messen, einmal schneiden. Was man selbst tut, ist gut getan.
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Wie der Oktober, so der März.
Sprichw.Bauernregel, die vom Herbstwetter auf das kommende Frühjahr schließt.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Entsprechungsregeln, die von einem Monat auf einen späteren schließen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Wie der Vater, so der Sohn.
Sprichw.Söhne geraten häufig nach ihren Vätern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qualis pater, talis filius“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Sprichw.Kinder übernehmen das Verhalten, das ihnen die Erwachsenen vorleben.
Herkunft: Das Sprichwort ist als Titel eines Gemäldes von Jan Steen aus dem 17. Jahrhundert überliefert und im Deutschen seit der frühen Neuzeit belegt.
Themen: JugendElternKinderFamilie
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Kinder sind der Eltern Spiegel. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
Wie die Arbeit, so der Lohn.
Sprichw.Die Bezahlung entspricht dem, was jemand leistet, und schlechte Bezahlung bringt schlechte Arbeit hervor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, ursprünglich als Rechtfertigung geringer Bezahlung bei schlechter Leistung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Arbeit adelt. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Wie die Nacht, so der Tag.
Sprichw.Wie gut ein Tag verläuft, entscheidet sich in der Nacht davor.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitLeben
Siehe auch: Wer gut schläft, lebt gut. Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag.
Wie die Saat, so die Ernte.
Sprichw.Das Ergebnis entspricht dem, was man vorher hineingesteckt hat.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Galaterbrief des Neuen Testaments. Die landwirtschaftliche Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LandwirtschaftArbeitSchicksal
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Wie du mir, so ich dir.
Sprichw.Eine Kränkung wird mit gleicher Münze heimgezahlt.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des alttestamentlichen Vergeltungsgrundsatzes und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Wie gewonnen, so zerronnen.
Sprichw.Was mühelos zufällt, ist meist ebenso schnell wieder weg.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Zerrinnen“ meint das Zerfließen wie von Schnee.
Themen: GeldReichtumLeichtsinn
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles. Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Wie man fragt, so wird man belehrt.
Sprichw.Die Qualität einer Antwort hängt davon ab, wie die Frage gestellt wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenKlugheit und DummheitWissen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Sprichw.Wer andere unfreundlich behandelt, bekommt Unfreundlichkeit zurück.
Herkunft: Das Bild ist das Echo. Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnEhrlichkeit
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.