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Sprichwörter mit W, Seite 3
156 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 6
Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Sprichw.Die kurze Peinlichkeit einer Frage wiegt leichter als dauerhaftes Nichtwissen.
Herkunft: Wird meist als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Themen: SchuleLernenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Sprichw.Ein Mensch, der sich entschieden hat, lässt sich ohnehin nicht umstimmen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der älteren Gastregel, man solle niemanden am Gehen hindern.
Themen: AbschiedFreundschaftPartnerschaft
Siehe auch: Wer geht, lässt immer etwas zurück. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Sprichw.Jeder Aufbruch hinterlässt eine Lücke, auch beim Gehenden selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Abschied als kleinem Sterben.
Themen: AbschiedVergangenheitFreundschaft
Siehe auch: Wer gehen will, den soll man nicht halten. Scheiden tut weh. Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Sprichw.Vermögen weckt das Verlangen nach mehr, statt es zu stillen.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 5,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Der Geiz wächst mit dem Gelde. Dem Geizigen ist nie genug. Wer viel hat, will noch mehr.
Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Sprichw.Wer sich großzügig zeigt, erfährt auch selbst Großzügigkeit.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium, wonach mit demselben Maß gemessen werde, mit dem man selbst misst.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geben ist seliger denn nehmen. Die gebende Hand wird nicht leer.
Wer gibt, macht sich frei.
Sprichw.Wer teilt, löst sich zugleich von der Sorge um den Besitz.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen und zur christlichen Besitzlehre und findet sich bei Seneca.
Themen: GroßzügigkeitReichtumBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Die gebende Hand wird nicht leer. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Wer gut schläft, lebt gut.
Sprichw.Erholsamer Schlaf ist die Grundlage für alles Übrige.
Herkunft: Eine volkstümliche Gesundheitsregel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: SchlafGesundheitLeben
Siehe auch: Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Schlaf ist die beste Medizin.
Wer hat, dem wird gegeben.
Sprichw.Wer schon viel besitzt, bekommt am leichtesten noch mehr dazu.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 25,29) und wird heute meist gesellschaftskritisch gebraucht.
Themen: ReichtumGeldRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser.
Sprichw.Alte, spöttisch gemeinte Abwägung zwischen Ehe und Ledigenstand.
Herkunft: Anspielung auf eine Aussage des Apostels Paulus im ersten Korintherbrief (1. Korinther 7,38), die in der Volksüberlieferung ihren belehrenden Ton verloren hat.
Themen: EhePartnerschaftLeben
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Ehen werden im Himmel geschlossen.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: HochmutMisserfolgMacht
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Hochmut kommt vor dem Fall.
Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Sprichw.Lautes Auftreten verrät oft die Unsicherheit dahinter.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt: Das Pfeifen soll die eigene Furcht übertönen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Sprichw.Wer selbst angreifbar ist, sollte andere nicht für dieselben Fehler kritisieren.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung des englischen Sprichworts, das seit dem 17. Jahrhundert belegt ist. Gemeint war ursprünglich das Gewächshaus, das damals ein Zeichen von Reichtum war.
Siehe auch: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Wie man's macht, ist es verkehrt.
Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben.
Sprichw.Wer die günstige Zeit ungenutzt lässt, hat später nichts.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 10,5).
Themen: FleißSparenJahreszeitenLandwirtschaft
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Sprichw.Wer an Vergangenem hängt, versäumt, was vor ihm liegt.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne belegbaren Ursprung.
Themen: NeuanfangVergangenheitZukunft
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Sprichw.Wer früh nichts zurücklegt, hat später nichts.
Herkunft: Ein Merkvers aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Sprichw.Wer andere prägen will, muss zuerst an sich arbeiten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei mehreren Pädagogen des 19. Jahrhunderts, unter anderem bei Friedrich Fröbel.
QuelleFröbel
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.
Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Sprichw.Wer den Morgen verschläft, verliert den nützlichsten Teil des Tages.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schul- und Erziehungsliteratur, verwandt mit dem Satz von der Morgenstunde.
Siehe auch: Morgenstund hat Gold im Mund. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Wer lehrt, lernt doppelt.
Sprichw.Wer etwas erklären muss, versteht es selbst erst richtig.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Seneca zurück („docendo discimus“).
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Sprichw.Zuneigung ohne Vertrauen ist keine, sondern ein Besitzanspruch.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtLiebeVertrauen
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Unrecht Gut gedeihet nicht.
Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Sprichw.Schlaflosigkeit und Mutlosigkeit bedingen einander.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafAngstGesundheit
Siehe auch: Die Nacht ist keines Menschen Freund. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neidische magert an fremdem Fett.
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Themen: NeuanfangVeränderungMut
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Geteiltes Brot schmeckt besser. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Sprichw.Undank sorgt dafür, dass die nächste Bitte um Hilfe unerhört bleibt.
Herkunft: Eine jüngere Formel, gebildet aus dem älteren Gedanken vom Undank als Lohn der Welt.
Themen: DankbarkeitNachbarnFreundschaft
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende. Wohltun trägt Zinsen.
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Sprichw.Nur wer nachfragt, schließt seine Wissenslücken.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Sprachraum durch die Sendung mit der Maus allgemein bekannt geworden; als Redensart ist sie älter.
Themen: LernenSchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. Man lernt nie aus.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Sprichw.Alter Trinkspruch, der die einfachen Freuden des Lebens verteidigt.
Herkunft: Der Vers wird traditionell Martin Luther zugeschrieben, ist in seinen Schriften jedoch nicht nachweisbar; belegt ist er erst im 18. Jahrhundert.
QuelleLuther
Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert gegenüber anderen an Boden.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dieser Form aus seinen Sprüchen überliefert.
Themen: ZukunftFleißVeränderung
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer rastet, der rostet. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.