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Sprichwörter mit W, Seite 8
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 8 von 15
Wer lebt, wie er will, stirbt, wie er muss.
Sprichw.Die Lebensführung ist frei, das Ende nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Wer lehren will, muss zuhören können.
Sprichw.Unterricht beginnt beim Verstehen dessen, was der andere noch nicht versteht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Sprichw.Wer nicht ständig spricht, dem hört man zu, wenn er es tut.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer liebt, macht sich verwundbar.
Sprichw.Zuneigung setzt voraus, dass man verletzt werden kann.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Augustinus und wurde im 20. Jahrhundert durch C. S. Lewis weiterverbreitet.
Themen: EifersuchtLiebeAngst
QuelleAugustinus, C. S. Lewis
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer bewacht, verliert. Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Sprichw.Zuneigung ohne Vertrauen ist keine, sondern ein Besitzanspruch.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtLiebeVertrauen
Siehe auch: Wer bewacht, verliert. Wer vertraut, schläft besser. Wer liebt, macht sich verwundbar.
Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Sprichw.Wer Unwahres erzählt, muss sich merken, was er wem gesagt hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mendacem memorem esse oportet“, das bei Quintilian belegt ist.
Themen: LügenWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleQuintilian
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer Macht hat, hat Verantwortung.
Sprichw.Einfluss lässt sich nicht von der Verpflichtung trennen, die er mit sich bringt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Ethik des 20. Jahrhunderts.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitArbeit
Siehe auch: Herrschen heißt dienen. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Sprichw.Wer weder zu viel isst noch zu viel trinkt, bleibt gesünder.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Diätetik der Schule von Salerno und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitEssenBescheidenheit
QuelleSchule von Salerno
Siehe auch: Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt.
Sprichw.Ermahnung an Kinder, entstanden in einer Zeit, in der Nahrung knapp war.
Herkunft: Eine Erziehungsformel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot. In der Not schmeckt jedes Brot. Hunger ist der beste Koch.
Wer miteinander isst, streitet weniger.
Sprichw.Die gemeinsame Mahlzeit ist die älteste Form der Verständigung.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Tischgemeinschaft als Rechtsbrauch und ist in vielen Kulturen belegt.
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Wer morgens trinkt, hat abends nichts mehr vor.
Sprichw.Der frühe Beginn verdirbt den ganzen Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr.
Sprichw.Der im Rausch gewonnene Mut hält nicht bis zum nächsten Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenMutLeichtsinn
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Sprichw.Wer sich vor Vorgesetzten klein macht, lässt es die Untergebenen entgelten.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Wer nachgibt, hat nicht verloren, sondern aufgehört.
Sprichw.Den Streit zu beenden ist etwas anderes, als ihn zu verlieren.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort, der Klügere gebe nach.
Themen: StreitBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt. Im Streit hört niemand zu. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch.
Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Sprichw.Schlaflosigkeit und Mutlosigkeit bedingen einander.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafAngstGesundheit
Siehe auch: Wer Sorgen mit ins Bett nimmt, schläft mit ihnen. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Wer schlecht schläft, sieht die Welt grau.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Sprichw.Missgunst entsteht durch den Blick nach oben, nicht durch tatsächlichen Mangel.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Gedanken, der Neid sehe nur das Ziel.
Themen: NeidDankbarkeitGlück
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Der Neid schaut nach oben, die Dankbarkeit nach unten. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören.
Sprichw.Vor jedem Anfang steht ein Ende, das man vollziehen muss.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: NeuanfangAbschiedVeränderung
Siehe auch: Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Jeder Anfang braucht ein Ende. Was vorbei ist, ist vorbei.
Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen.
Sprichw.Ein Neubeginn wirkt nur, wenn man das Alte tatsächlich zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: NeuanfangLernenVeränderung
Siehe auch: Jeder Anfang braucht ein Ende. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Wer neu beginnt, ist wieder Lehrling.
Sprichw.Ein Wechsel bedeutet, noch einmal von vorn anzufangen.
Herkunft: Eine Handwerksformel, die auf die Zunftordnung zurückgeht.
Themen: NeuanfangLernenBescheidenheit
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Themen: NeuanfangVeränderungMut
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer miteinander isst, streitet weniger. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören.
Sprichw.Der Körper meldet sich früh; wer es überhört, bekommt es später gesagt.
Herkunft: Eine Formel aus der Gesundheitsaufklärung des 20. Jahrhunderts.
Themen: GesundheitVorsichtErfahrung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag.
Sprichw.Der Tag beginnt für den, der ihn beginnt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Sprichwort von der Morgenstunde.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Neuer Tag, neues Glück.
Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Sprichw.Undank sorgt dafür, dass die nächste Bitte um Hilfe unerhört bleibt.
Herkunft: Eine jüngere Formel, gebildet aus dem älteren Gedanken vom Undank als Lohn der Welt.
Themen: DankbarkeitNachbarnFreundschaft
Siehe auch: Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Sprichw.Nur wer nachfragt, schließt seine Wissenslücken.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Sprachraum durch die Sendung mit der Maus allgemein bekannt geworden; als Redensart ist sie älter.
Themen: LernenSchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Sprichw.Wer den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst, dem wird er abgenommen.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Wer nicht geht, verlernt das Gehen.
Sprichw.Fähigkeiten des Körpers gehen verloren, wenn man sie nicht nutzt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bewegungsmedizin des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz vom Rasten und Rosten.
Themen: GesundheitAlterFleiß
Siehe auch: Wer rastet, der rostet. Wer nicht lernt, verlernt.