A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit W, Seite 4
156 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 6
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: MutErfolgLeichtsinnNeuanfang
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: AngstMutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Liebe macht blind. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Sprichw.Missgunst richtet sich nur gegen den, der etwas vorzuweisen hat.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Moralisten und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Der Neidische magert an fremdem Fett. Wer neidet, der leidet. Wer gibt, macht sich frei.
Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Sprichw.Nüchterne Feststellung gegen den Ratschlag, man müsse nur sparsam sein.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zu den Sparsprüchen des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Sparen ist verdienen. Sparsamkeit erhält das Haus. In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Sprichw.Spöttische Feststellung über Menschen, die Verantwortung meiden, um sich nichts vorwerfen lassen zu müssen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt, meist ironisch gegen übermäßige Vorsicht gerichtet.
Themen: MisserfolgFaulheitMut
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, geht auch keine Rücksicht ein.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Juvenal, der schreibt, der Reisende mit leeren Taschen singe vor dem Räuber.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Erst wägen, dann wagen.
Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Sprichw.Ohne die Möglichkeit zu scheitern gibt es auch keinen Gewinn.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Sportumfeld, ohne älteren Beleg.
Themen: MutMisserfolgErfolg
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Sprichw.Misstrauen fällt auf denjenigen zurück, der es aussendet.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt das Misstrauen als sich selbst erfüllende Erwartung.
Themen: VertrauenFreundschaftStreit
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: HandwerkKlugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief.
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißAlterGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer schläft, sündigt nicht.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für ausgiebigen Schlaf.
Herkunft: Die Formel ist die scherzhafte Verkürzung eines längeren Spruchs, der fortfährt, wer sündigt, schlafe besser. In Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Sprichw.Vor der eigentlichen Arbeit steht die Vorbereitung.
Herkunft: Ein Handwerkssprichwort, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Wer schreibt, der bleibt.
Sprichw.Was schriftlich festgehalten ist, überdauert; wer es festhält, sichert sich ab.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Kanzlei- und Verwaltungssprache, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Wer schweigt, stimmt zu.
Sprichw.Wer einer Behauptung nicht widerspricht, gilt als einverstanden.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Rechtsregel „qui tacet, consentire videtur“.
Themen: WahrheitStreitVertrauen
Siehe auch: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.
Sprichw.Alte Erziehungsmaxime, nach der Strenge ein Zeichen von Fürsorge sei. Sie wird heute überwiegend als überholt beurteilt.
Herkunft: Der Satz geht auf das Alte Testament zurück (Sprüche 13,24).
Siehe auch: Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichw.Eine unaufgeforderte Rechtfertigung weckt erst den Verdacht, den sie ausräumen soll.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische „qui s'excuse, s'accuse“ und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Der Zweck heiligt die Mittel.
Wer sich fürchtet, hat schon verloren.
Sprichw.Furcht lähmt und nimmt einem die Möglichkeit zu handeln.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken, die Furcht nehme dem Kämpfenden die Kraft.
Themen: AngstMutMisserfolg
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Sprichw.Wer das Risiko immer wieder sucht, wird ihm irgendwann zum Opfer fallen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach (3,26) im Alten Testament.
Themen: VorsichtLeichtsinnUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Glück und Glas, wie leicht bricht das. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden.
Sprichw.Wer sich über andere stellt, wird darauf zurückgeworfen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 14,11).
Themen: HochmutBescheidenheitMisserfolg
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Wer viel hat, will noch mehr.
Sprichw.Besitz stillt das Verlangen nicht, sondern steigert es.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, wonach dem Wachsen des Geldes die Sorge um das Geld folge.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Der Geiz wächst mit dem Gelde.
Wer viel redet, sagt wenig.
Sprichw.Umfang und Gehalt einer Rede haben wenig miteinander zu tun.
Herkunft: Eine Bildung nach demselben Muster, hier auf den Vielredner gemünzt statt auf den Wissenden.
Wer viel verspricht, hält wenig.
Sprichw.Große Ankündigungen sind ein schlechtes Zeichen für die spätere Einlösung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten. Ein Mann, ein Wort.
Wer viel weiß, redet wenig.
Sprichw.Wirkliche Sachkenntnis muss sich nicht dauernd behaupten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Philosophie und im ostasiatischen Schrifttum. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: WissenBescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eigenlob stinkt. Der leerste Krug klingt am lautesten. Stille Wasser sind tief.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftVertrauenErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Sprichw.Wer sich verzettelt, bringt am Ende nichts richtig zu Ende.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitFleißMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.