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Sprichwörter mit W, Seite 4
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 15
Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Sprichw.Wer auf günstige Bedingungen wartet, kommt nie los.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Bibelvers vom Säen und Wetter.
Siehe auch: Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer weit reisen will, muss leicht packen. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause.
Wer den anderen ändern will, hat den falschen gewählt.
Sprichw.Eine Verbindung, die auf Umerziehung setzt, beginnt mit einem Irrtum.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaftVeränderung
Wer den anderen halten will, muss ihn gehen lassen können.
Sprichw.Eine Verbindung hält nur, wenn beide freiwillig bleiben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: PartnerschaftLiebeVertrauen
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer bewacht, verliert.
Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Sprichw.Regelmäßiges Trinken zehrt am Vermögen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: TrinkenGeldLeichtsinn
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Sprichw.Wer sorgfältig wirtschaftet, bekommt es zurück.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftArbeitNatur
Siehe auch: Der Acker lügt nicht. Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm.
Sprichw.Ist eine Sache überstanden, verblassen die Mühen erstaunlich schnell.
Herkunft: Eine seemännische Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: ErfolgVergangenheitReisen
Siehe auch: Über alles wächst Gras. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter.
Sprichw.Ein Ortswechsel ändert nichts an dem, was man mitbringt.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Horaz, der schreibt, wer über das Meer eile, wechsle den Himmel, nicht das Gemüt.
Themen: VeränderungReisenErfahrung
QuelleHoraz
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sprichw.Ohne Anstrengung gibt es keinen Ertrag.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem“ bei Plautus.
QuellePlautus
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Wer den Körper vernachlässigt, merkt es zuletzt.
Sprichw.Die Folgen von Nachlässigkeit zeigen sich erst, wenn sie schwer zu beheben sind.
Herkunft: Eine Formel aus der Gesundheitsaufklärung des 20. Jahrhunderts.
Themen: GesundheitErfahrungAlter
Siehe auch: Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Vorbeugen ist besser als heilen. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Sprichw.Ohne Zuversicht lässt sich keine schwierige Lage mehr wenden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf einen Vers von Christian Fürchtegott Gellert zurück und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
Themen: MutHoffnungMisserfolg
QuelleGellert
Siehe auch: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen. Neuer Tag, neues Glück. Hoffen kostet nichts.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Sprichw.Wer beim Pflügen zurückblickt, zieht eine krumme Furche. Übertragen: Wer anfängt, soll bei der Sache bleiben.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 9,62).
Themen: LandwirtschaftArbeitZukunft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
Themen: UnglückMisserfolgNachbarn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Sprichw.Wer streiten will, findet immer einen Anlass.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: StreitNachbarnErfahrung
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Wer den Tag verschläft, klagt über die Nacht.
Sprichw.Ein verschobener Tagesablauf verschiebt auch die Beschwerden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Wer die Nacht durchwacht, verliert den Tag. Wer sich drückt, wird gedrückt.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Sprichw.Wer die Endlichkeit ausblendet, nimmt auch die verbleibende Zeit nicht wahr.
Herkunft: Eine Formel aus der Sterbebegleitung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Sprichw.Wer etwas anpreist, hat oft ein Interesse daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenHochmutErfahrung
Siehe auch: Wo ein Trog ist, kommen die Schweine. Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Sprichw.Spott über den, der seine Grenzen zur Tugend erklärt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: TrinkenBescheidenheitGesundheit
Siehe auch: Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert.
Sprichw.Wer die vorige Generation missachtet, verdient die Achtung der nächsten nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts.
Themen: AlterJugendDankbarkeit
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Jugend hat immer recht, bis sie älter wird. Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitNeuanfangMut
Siehe auch: Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Sprichw.Spottvers auf allzu Diensteifrige, meist ironisch gebraucht.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Arbeiter- und Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, gebildet als Umkehrung der Fleißsprüche der Schulfibeln.
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer die Arbeit kennt, schätzt die Pause.
Sprichw.Erst wer sich anstrengt, weiß die freie Zeit zu nehmen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Schlaf ist kein Luxus. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Sprichw.Ohne eigenes Zutun stellt sich nichts ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wo die lässige Hand arm macht (Sprüche 10,4).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.
Sprichw.Wer die nächste Generation für sich gewinnt, bestimmt, was kommt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert von Massenbewegungen vereinnahmt.
Siehe auch: Der Jugend gehört die Zukunft. Geld regiert die Welt. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Sprichw.Verständnis für die Nachfolgenden setzt Erinnerung an die eigene Zeit voraus.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt. Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Sprichw.Wer aufgestiegen ist, sollte den Weg nicht für andere zerstören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt.
Themen: MachtDankbarkeitHochmut
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch steigt, fällt tief. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Sprichw.Wer sich ohnehin durchsetzen kann, muss niemanden überzeugen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz, Macht gehe vor Recht.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitStreit
Siehe auch: Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. Macht geht vor Recht. Kleine Herren, große Plage.