A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit A, Seite 2
70 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 3
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Kein Abschied ist für immer.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungVergangenheitNachbarn
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Angst ist ansteckend.
Sprichw.Furcht überträgt sich in Gruppen schneller als jede Beruhigung.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Massenpsychologie des frühen 20. Jahrhunderts.
Themen: AngstNachbarnErfahrung
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: AngstKlugheit und DummheitMut
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Angst macht Beine.
Sprichw.Furcht setzt Kräfte frei, über die man sonst nicht verfügt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Angst warnt, Vorsicht handelt.
Sprichw.Furcht meldet die Gefahr, aber erst die Umsicht tut etwas dagegen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Sprichw.Wer auf eine Frage schweigt, sagt damit ebenfalls etwas.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung der römischen Rechtsregel, wonach Schweigen als Zustimmung gilt.
Siehe auch: Wer schweigt, stimmt zu. Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichw.Kinder ähneln ihren Eltern in Verhalten und Eigenschaften.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild ist buchstäblich gemeint: Fallobst bleibt in der Nähe des Baumes liegen.
Themen: FamilieElternKinderErfahrung
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Art lässt nicht von Art. Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
Themen: EssenErfahrungNeuanfang
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön.
Sprichw.Bauernregel über das Zusammenspiel der beiden Frühlingsmonate.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenNaturLandwirtschaft
Siehe auch: Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
April, April, der macht, was er will.
Sprichw.Kommentar zum schnell wechselnden Aprilwetter.
Herkunft: Der Vers greift eine tatsächliche Wetterlage auf: Im April liegt Mitteleuropa häufig in einer wechselhaften Westströmung, in der sich Sonne, Regen und Graupel innerhalb weniger Stunden ablösen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Die Arbeit läuft nicht davon.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für eine Pause; im vollständigen Vers folgt der Rat, sie ruhig liegen zu lassen.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Umgangssprache des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Arbeit macht das Leben süß.
Sprichw.Wer etwas leistet, empfindet auch die freie Zeit als Gewinn.
Herkunft: Die Zeile stammt aus einem Kinderlied von Gottlob Wilhelm Burmann aus dem späten 18. Jahrhundert.
QuelleBurmann
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Arbeit, die Freude macht, ermüdet weniger.
Sprichw.Dieselbe Anstrengung wird unterschiedlich empfunden, je nachdem, ob man sie gern tut.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Argwohn ist der Anfang der Eifersucht.
Sprichw.Am Anfang steht nicht die Tat, sondern der Verdacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: EifersuchtVertrauenPartnerschaft
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Wer vertraut, schläft besser. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem.
Sprichw.Ironische Ergänzung des älteren Satzes, Armut schände nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Zuspitzung des 19. Jahrhunderts, die dem Trostspruch die Härte der Lage entgegenhält.
Siehe auch: Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Dem Armen fehlt es an Geld, dem Reichen an Rat.
Sprichw.Jeder hat seinen Mangel, nur an verschiedener Stelle.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: ArmutReichtumKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Not macht erfinderisch. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Armut lehrt Künste.
Sprichw.Wer nichts hat, findet Wege, die dem Wohlhabenden gar nicht einfallen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „paupertas omnes artes docet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Armut macht vorsichtig.
Sprichw.Wer wenig hat, überlegt jede Ausgabe zweimal.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Armut schändet nicht.
Sprichw.Wenig zu besitzen ist kein Grund, sich zu schämen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der verbreiteten Gleichsetzung von Armut mit Verschulden.
Themen: ArmutBescheidenheitEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Ein guter Name ist besser als Reichtum. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt.
Art lässt nicht von Art.
Sprichw.Die angeborene Wesensart bricht früher oder später durch.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ErfahrungFamilieEltern
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief.
Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird.
Sprichw.Gute Voraussetzungen allein genügen nicht ohne Arbeit.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftFleißNatur
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: GlückTiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Auch kleine Schritte führen ans Ziel.
Sprichw.Es kommt nicht auf die Größe der Fortschritte an, sondern darauf, dass sie nicht aufhören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Sprichw.Auf rüdes Verhalten darf man mit gleicher Härte antworten.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Holzarbeit: Ein knorriger Klotz lässt sich nur mit einem entsprechend groben Keil spalten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Sprichw.Bauernregel, die einem harten Winter eine gute Sommersaison zuschreibt.
Herkunft: Eine der Bauernregeln, für die sich kein statistischer Zusammenhang nachweisen lässt. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem harten Winter eine Belohnung ableiten.
Themen: WetterJahreszeitenHoffnung
Siehe auch: Grüne Weihnacht, weiße Ostern. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Auf jeden Winter folgt ein Frühling.
Sprichw.Auf jede schwere Zeit folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: NaturHoffnungJahreszeiten
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen.
Auf Sankt Gallen bleibt der Schnee im Tal liegen.
Sprichw.Lostagsregel zum 16. Oktober, die den Beginn der kalten Jahreszeit markiert.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.