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Sprichwörter mit S, Seite 2
51 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 2
Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Sprichw.Die Nahrung ist Mittel, nicht Ziel.
Herkunft: Der Gedanke wird Sokrates zugeschrieben und ist bei Plutarch und Cicero überliefert.
Themen: EssenGesundheitBescheidenheit
QuelleCicero, Plutarch, Sokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.
Sprichw.Wer alles auf eine Möglichkeit setzt, verliert im Ernstfall alles auf einmal.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo seit dem 17. Jahrhundert davor gewarnt wird, alle Eier in einen Korb zu legen.
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Sprichw.Auf ein kleines Problem gehört keine übergroße Reaktion.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und setzt die Kanone als größtes verfügbares Kriegsgerät gegen das kleinste Tier.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtTiere
Siehe auch: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Man soll schlafende Hunde nicht wecken.
Sprichw.Ein Problem, das gerade ruht, sollte man nicht ohne Not wieder aufrühren.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Die Sonne bringt es an den Tag.
Sprichw.Was verborgen werden soll, kommt am Ende doch heraus.
Herkunft: Die Formel wurde durch Adelbert von Chamissos Ballade von 1827 allgemein bekannt; als Redensart ist sie älter.
QuelleChamisso
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Wahrheit kommt ans Licht.
Die Sonne scheint für alle.
Sprichw.Manches steht allen gleichermaßen zu, unabhängig von Rang und Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits bei Petronius belegt und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: NaturRecht und GerechtigkeitArmut
QuellePetronius
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Gleiches Recht für alle. Der Tod macht alle gleich.
Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sprichw.Wer in guten Zeiten zurücklegt, ist gegen schlechte Zeiten gewappnet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts, der auf einem älteren Merkvers aufbaut.
Auch: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
Themen: SparenGeldVorsichtArmut
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer heute spart, hat morgen die Wahl.
Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Sprichw.Die Rücklage ist nichts anderes als aufgeschobener Verbrauch.
Herkunft: Eine Formel aus der Wirtschaftslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund. Wer nur spart, lebt nicht.
Sparen ist verdienen.
Sprichw.Ein nicht ausgegebener Betrag zählt genauso wie ein eingenommener.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Groschen gespart ist ein Groschen verdient. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Sparen ohne Ziel ist auch nur Horten.
Sprichw.Rücklagen ergeben nur Sinn, wenn man weiß, wofür.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute spart, hat morgen die Wahl. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund.
Sprichw.Rücklagen brauchen ein Ziel, sonst sind sie nur Entbehrung.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: SparenZukunftBescheidenheit
Siehe auch: Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können. Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten.
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
Themen: SparenGeizHaus und Heimat
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Selbst gekocht ist halb gespart.
Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Sprichw.Der Sparsame wägt ab, der Geizige hält einfach fest.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GeizSparenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit erhält das Haus. Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sterben muss jeder für sich allein.
Sprichw.Niemand kann einem den letzten Weg abnehmen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt, in Anlehnung an ein mittelalterliches Sterbelied.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Sprichw.Auch kleine, aber beständige Anstrengungen führen mit der Zeit zu großen Wirkungen.
Ovidrömischer Dichter, 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Ovid.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Stillstand ist Rückschritt.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, fällt gegenüber anderen zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Fortschrittssprache des 19. Jahrhunderts, verwandt mit Goethes Vers vom Vorwärtsgehen.
Themen: VeränderungFleißMisserfolg
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Handel bringt Wandel.
Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Sprichw.Wo die Bindung am engsten ist, wiegt das Zerwürfnis am schwersten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Sprichw.Ein Zerwürfnis wiegt schwerer, wenn man dem anderen täglich begegnet.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnStreitHaus und Heimat
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Strenge Eltern, milde Kinder.
Sprichw.Auf eine harte Erziehung folgt oft eine besonders nachgiebige der nächsten Generation.
Herkunft: In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.