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Kurze Sprichwörter mit höchstens vier Wörtern, Seite 2
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Geiz verdirbt die Freundschaft.
Sprichw.Wer bei jeder Kleinigkeit rechnet, verliert die Zuneigung der anderen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GeizFreundschaftGeld
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsichtEhrlichkeit
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitEssenFreundschaft
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Unglück verbindet. Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Gleiches Recht für alle.
Sprichw.Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.
Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.
Themen: Recht und GerechtigkeitMacht
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitUnglückGeld
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Handel bringt Wandel.
Sprichw.Wo Waren getauscht werden, verändern sich auch die Verhältnisse.
Herkunft: Eine Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts, entstanden mit dem Aufblühen des Fernhandels.
Themen: HandelVeränderungReichtum
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: BerufHandwerkArbeitGeld
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doppelt hält besser.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: MisserfolgKlugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Alter schützt vor Torheit nicht.
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Themen: JugendLeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Themen: JugendLeichtsinnEltern
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Strenge Eltern, milde Kinder.
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Kauf ist Kauf.
Sprichw.Ein abgeschlossener Kauf lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Eine alte Rechtsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Kleider machen Leute.
Sprichw.Wie jemand gekleidet ist, beeinflusst maßgeblich, wie er von anderen eingeschätzt wird.
Herkunft: Als Titel einer Novelle von Gottfried Keller aus dem Jahr 1874 endgültig geläufig geworden; die Redensart selbst ist älter.
Themen: ErfahrungReichtumHochmut
QuelleGottfried Keller
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Themen: ErfahrungSchicksalVeränderung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Themen: SparenGeldLandwirtschaftTiere
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Der Klügere gibt nach.
Sprichw.Einen Streit zu beenden, indem man selbst zurücksteckt, gilt als das Vernünftigere.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ihr wird gern die spöttische Fortsetzung angehängt, dass deshalb die Dummen die Welt beherrschen.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Sprichw.Manche Probleme lösen sich, wenn man ihnen Zeit lässt, statt sofort zu handeln.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den griechischen Tragikern. Im Deutschen ist der Reimspruch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Kurze Rechnung, lange Freundschaft.
Sprichw.Wer offene Beträge schnell begleicht, erhält sich die gute Beziehung.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo von kurzen Rechnungen und langer Freundschaft die Rede ist.
Themen: GeldFreundschaftHandel
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Themen: BerufHandwerkLernenFleiß
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnLügenVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
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