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Kurze Sprichwörter mit höchstens vier Wörtern, Seite 4
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Mitgefangen, mitgehangen.
Sprichw.Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.
Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitFreundschaftStreit
Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Nach Regen kommt Sonnenschein.
Sprichw.Auch schwierige Zeiten gehen vorbei; auf eine schlechte Phase folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „post nubila Phoebus“, wonach nach den Wolken die Sonne komme. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Kein Wetter hält ewig. Kein Unglück dauert ewig.
Die Natur vergisst nichts.
Sprichw.Eingriffe in die Natur wirken lange nach, auch wenn sie zunächst folgenlos scheinen.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturSchicksalErfahrung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Neid baut keine Häuser.
Sprichw.Von der Missgunst allein entsteht nichts.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Der Neid sieht das Ergebnis, nie die Arbeit.
Der Neid schläft nie.
Sprichw.Missgunst hört nicht auf, sie sucht sich nur ein neues Ziel.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid lässt sich schlechter verbergen als Hass. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: MachtVeränderungRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Kein Wetter hält ewig. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Neuer Tag, neues Glück.
Sprichw.Jeder Tag beginnt unbelastet von dem, was gestern misslungen ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen kostet nichts.
Nichts geschieht ohne Grund.
Sprichw.Jedes Ereignis hat eine Ursache, auch wenn man sie nicht erkennt.
Herkunft: Die Formel übersetzt den philosophischen Grundsatz vom zureichenden Grund, den Leibniz ausformuliert hat.
Themen: SchicksalErfahrungKlugheit und Dummheit
QuelleLeibniz
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton
Siehe auch: Dem Armen fehlt es an Geld, dem Reichen an Rat.
Ohne Fleiß kein Preis.
Sprichw.Ein Erfolg setzt Anstrengung voraus; geschenkt bekommt man nichts.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulliteratur des 18. Jahrhunderts. „Preis“ meint dabei den Siegespreis, nicht den Kaufpreis.
Themen: FleißErfolgArbeitSchule
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichw.Das Schöne setzt oft das Unangenehme voraus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen erst seit dem späten 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Nach Regen kommt Sonnenschein. Kein Unglück dauert ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling.
Ordnung muss sein.
Sprichw.Kurze Feststellung, mit der auf die Einhaltung von Regeln gepocht wird.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im Ausland zum Schlagwort für eine als typisch deutsch geltende Haltung.
Themen: Ordnung
Siehe auch: Ordnung ist das halbe Leben. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ordnung spart Zeit.
Sprichw.Wer Dinge an ihrem Platz hat, sucht nicht.
Herkunft: Eine Formel aus der Hauswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Papier ist geduldig.
Sprichw.Aufschreiben lässt sich alles; ob es auch zutrifft oder eingehalten wird, steht auf einem anderen Blatt.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einem Brief Ciceros.
QuelleCicero
Siehe auch: Worte sind Wind. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Pfusch ist doppelte Arbeit.
Sprichw.Was schlecht gemacht ist, muss ohnehin noch einmal gemacht werden.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: HandwerkArbeitMisserfolg
Siehe auch: Der Faule arbeitet doppelt. Übung macht den Meister. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Themen: ErfahrungLernenHandwerk
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Das Leben ist die beste Schule.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: AbschiedLiebeFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Der Schein trügt.
Sprichw.Der erste Eindruck führt oft in die Irre.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „fallaces sunt rerum species“, die bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Dem Schicksal entrinnt niemand.
Sprichw.Was bestimmt ist, lässt sich nicht abwenden.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der antiken Tragödie und findet sich in dieser Fassung bei den römischen Dichtern.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Schlaf ist kein Luxus.
Sprichw.Erholung ist keine Bequemlichkeit, sondern Voraussetzung für alles Übrige.
Herkunft: Eine Formel aus der Schlafforschung des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitArbeit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sparen ist verdienen.
Sprichw.Ein nicht ausgegebener Betrag zählt genauso wie ein eingenommener.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Groschen gespart ist ein Groschen verdient. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
Themen: SparenGeizHaus und Heimat
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt. Selbst gekocht ist halb gespart.
Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Sprichw.Der Sparsame wägt ab, der Geizige hält einfach fest.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GeizSparenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparsamkeit erhält das Haus. Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Stillstand ist Rückschritt.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, fällt gegenüber anderen zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Fortschrittssprache des 19. Jahrhunderts, verwandt mit Goethes Vers vom Vorwärtsgehen.
Themen: VeränderungFleißMisserfolg
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Handel bringt Wandel.
Strenge Eltern, milde Kinder.
Sprichw.Auf eine harte Erziehung folgt oft eine besonders nachgiebige der nächsten Generation.
Herkunft: In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
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