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Kurze Sprichwörter mit höchstens vier Wörtern, Seite 4
111 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 4
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Unglück verbindet.
Sprichw.Gemeinsam durchgestandene Not schafft Bindungen, die sonst nicht entstanden wären.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: UnglückZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Sprichw.Unehrlich erworbener Besitz bringt auf Dauer keinen Nutzen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach unrecht erworbenes Gut nicht bleibt. Die deutsche Fassung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeldEhrlichkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Wer lügt, der trügt. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: VertrauenEhrlichkeitKinder
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer viel verspricht, hält wenig.
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Themen: ArbeitZusammenhaltFleiß
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Gesagt, getan. Einigkeit macht stark.
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeitStreit
Siehe auch: Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenMutLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Wer lehrt, lernt doppelt.
Sprichw.Wer etwas erklären muss, versteht es selbst erst richtig.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Seneca zurück („docendo discimus“).
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Unrecht Gut gedeihet nicht.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neidische magert an fremdem Fett.
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißAlterGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer schläft, sündigt nicht.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für ausgiebigen Schlaf.
Herkunft: Die Formel ist die scherzhafte Verkürzung eines längeren Spruchs, der fortfährt, wer sündigt, schlafe besser. In Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer schreibt, der bleibt.
Sprichw.Was schriftlich festgehalten ist, überdauert; wer es festhält, sichert sich ab.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Kanzlei- und Verwaltungssprache, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Wer schweigt, stimmt zu.
Sprichw.Wer einer Behauptung nicht widerspricht, gilt als einverstanden.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Rechtsregel „qui tacet, consentire videtur“.
Themen: WahrheitStreitVertrauen
Siehe auch: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Wie gewonnen, so zerronnen.
Sprichw.Was mühelos zufällt, ist meist ebenso schnell wieder weg.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Zerrinnen“ meint das Zerfließen wie von Schnee.
Themen: GeldReichtumLeichtsinn
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles. Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Wohltun trägt Zinsen.
Sprichw.Wer anderen hilft, bekommt es auf Umwegen zurück.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt; der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitGeld
QuelleAltes Testament, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Doppelt gibt, wer schnell gibt. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Undank ist der Welt Lohn.
Worte sind Wind.
Sprichw.Auf bloße Ankündigungen sollte man sich nicht verlassen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Wind für das Folgenlose ist wesentlich älter.
Themen: WahrheitLügenVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Papier ist geduldig. Taten sagen mehr als Worte. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Zeit ist Geld.
Sprichw.Verlorene Zeit bedeutet entgangenen Verdienst.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Satz stammt in dieser Form aus einem Ratgebertext von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1748.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ordnung ist das halbe Leben.
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