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Kurze Sprichwörter mit höchstens vier Wörtern, Seite 3
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Herrschen heißt dienen.
Sprichw.Wer Verantwortung trägt, ist denen verpflichtet, für die er sie trägt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Neue Testament zurück, wo der Größte der Diener aller sein soll (Markus 10,43).
Themen: MachtBerufBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer Macht hat, hat Verantwortung. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Hoffen kostet nichts.
Sprichw.Zuversicht ist das Einzige, was auch dem bleibt, der sonst nichts hat.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: MisserfolgKlugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Wer nur rechnet, verrechnet sich. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Jeder trägt sein Päckchen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie ist die abgeschwächte Fassung des älteren Bildes vom Kreuz, das jeder zu tragen hat.
Siehe auch: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Themen: JugendLeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Themen: JugendLeichtsinnEltern
Siehe auch: Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
Kauf ist Kauf.
Sprichw.Ein abgeschlossener Kauf lässt sich nicht rückgängig machen.
Herkunft: Eine alte Rechtsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HandelRecht und GerechtigkeitGeld
Siehe auch: Im Handel gilt das Wort.
Kinder brauchen Grenzen.
Sprichw.Regeln geben Kindern Sicherheit, nicht nur Einschränkung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des späten 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Kleider machen Leute.
Sprichw.Wie jemand gekleidet ist, beeinflusst maßgeblich, wie er von anderen eingeschätzt wird.
Herkunft: Als Titel einer Novelle von Gottfried Keller aus dem Jahr 1874 endgültig geläufig geworden; die Redensart selbst ist älter.
Themen: ErfahrungReichtumHochmut
QuelleGottfried Keller
Siehe auch: Der erste Bissen entscheidet.
Kleine Herren, große Plage.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, lässt sie andere besonders spüren.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Macht geht vor Recht.
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Themen: ErfahrungSchicksalVeränderung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Die Natur vergisst nichts. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Themen: SparenGeldLandwirtschaftTiere
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Der Klügere gibt nach.
Sprichw.Einen Streit zu beenden, indem man selbst zurücksteckt, gilt als das Vernünftigere.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ihr wird gern die spöttische Fortsetzung angehängt, dass deshalb die Dummen die Welt beherrschen.
Themen: StreitKlugheit und DummheitBescheidenheit
Siehe auch: Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Sprichw.Manche Probleme lösen sich, wenn man ihnen Zeit lässt, statt sofort zu handeln.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den griechischen Tragikern. Im Deutschen ist der Reimspruch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Kurze Rechnung, lange Freundschaft.
Sprichw.Wer offene Beträge schnell begleicht, erhält sich die gute Beziehung.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo von kurzen Rechnungen und langer Freundschaft die Rede ist.
Themen: GeldFreundschaftHandel
Lachen ist gesund.
Sprichw.Heiterkeit wirkt sich auf das körperliche Befinden aus.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach ein fröhliches Herz der Gesundheit guttut.
Themen: GesundheitGlückLeben
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer gut schläft, lebt gut.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Themen: BerufHandwerkLernenFleiß
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Handwerk hat goldenen Boden. Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Leicht versprochen, schwer gehalten.
Sprichw.Eine unbedachte Zusage wird oft zur Last.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnLügenVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Die Liebe geht abwärts.
Sprichw.Die Zuwendung der Eltern zu den Kindern ist stärker als die der Kinder zu den Eltern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amor descendit“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Liebe macht blind.
Sprichw.Wer verliebt ist, übersieht die Fehler des anderen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Dichtung verbreitet, unter anderem bei Theokrit und Plautus. Die Darstellung des Liebesgottes mit verbundenen Augen ist eine mittelalterliche Zutat.
Themen: LiebePartnerschaftKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Lügen haben kurze Beine.
Sprichw.Eine Unwahrheit kommt in der Regel schnell heraus, weil sie sich nicht lange durchhalten lässt.
Herkunft: Das Bild ist das des Fliehenden, der mit kurzen Beinen nicht weit kommt: Die Lüge holt einen ein. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen in derselben Form verbreitet.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeitKinder
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Macht geht vor Recht.
Sprichw.Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.
Themen: MachtRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Kleine Herren, große Plage. Einigkeit macht stark.
Macht verdirbt den Charakter.
Sprichw.Wer über andere bestimmen kann, verändert sich dadurch, meist zum Schlechteren.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem britischen Historiker Lord Acton, der 1887 schrieb, Macht korrumpiere und absolute Macht korrumpiere absolut.
QuelleLord Acton
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitVertrauenHandel
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Im Handel gilt das Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Kein Meister ohne Lehrzeit.
Sprichw.Ohne die Jahre des Lernens gibt es kein Können.
Herkunft: Eine Zunftregel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Übung macht den Meister. Wie der Meister, so das Werk.
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