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Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod lehrt leben.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit ordnet, was wichtig ist.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Totgesagte leben länger.
Sprichw.Wer schon abgeschrieben war, hält sich oft überraschend lange.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist auf Einrichtungen und Unternehmen gemünzt, deren Ende vorschnell verkündet wurde.
Themen: AlterHoffnungGesundheit
Trautes Heim, Glück allein.
Sprichw.Zu Hause fühlt man sich am wohlsten.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts, der über Türen und auf Wandtellern angebracht wurde. „Traut“ meint vertraut, nicht angetraut.
Themen: Haus und HeimatFamilieGlück
Siehe auch: Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Eigener Herd ist Goldes wert. Die schönste Reise ist die Heimreise.
Über alles wächst Gras.
Sprichw.Mit der Zeit verliert jedes Ereignis seine Schärfe und gerät in Vergessenheit.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung überwachsener Gräber und Ruinen zurück.
Themen: VergangenheitZeitUnglück
Siehe auch: Wer den Hafen erreicht hat, vergisst den Sturm. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HochmutLeichtsinnVorsicht
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wasser hat keine Balken.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Ungeduld verdirbt das Werk.
Sprichw.Wer zu schnell arbeitet, macht Fehler, die den Zeitgewinn wieder aufzehren.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig. Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
Kein Unglück dauert ewig.
Sprichw.Auch die schwerste Lage hört irgendwann auf.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein. Morgen ist auch noch ein Tag.
Unglück verbindet.
Sprichw.Gemeinsam durchgestandene Not schafft Bindungen, die sonst nicht entstanden wären.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: UnglückZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Sprichw.Unehrlich erworbener Besitz bringt auf Dauer keinen Nutzen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach unrecht erworbenes Gut nicht bleibt. Die deutsche Fassung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeldEhrlichkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Wer lügt, der trügt.
Veränderung beginnt im Kopf.
Sprichw.Vor jeder äußeren Änderung steht die Entscheidung dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VeränderungNeuanfangMut
Siehe auch: Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: VertrauenEhrlichkeitKinder
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Vertrauen ist eine Vorleistung.
Sprichw.Wer vertraut, geht in Vorleistung, bevor sich zeigt, ob es gerechtfertigt war.
Herkunft: Eine Formel aus der Sozialwissenschaft des 20. Jahrhunderts, ohne älteren volkstümlichen Beleg.
Themen: VertrauenFreundschaftMut
Siehe auch: Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer Geld verleiht, verliert es oder den Freund. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Themen: ArbeitZusammenhaltFleiß
Siehe auch: Einer allein baut kein Haus. Ein Finger allein macht keine Faust. Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Vorsicht ist keine Feigheit.
Sprichw.Wer die Gefahr einschätzt und zurückweicht, handelt nicht ängstlich, sondern klug.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem aristotelischen Gedanken von der Tapferkeit als Mitte.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Angst warnt, Vorsicht handelt. Wissen ist nicht Weisheit.
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeitStreit
Siehe auch: Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Was zusammenhält, hält stand.
Sprichw.Eine geschlossene Gruppe ist schwerer zu bezwingen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Wahlspruch von der Einigkeit, die stark macht.
Themen: ZusammenhaltStreitMacht
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenMutLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Wer bewacht, verliert.
Sprichw.Überwachung zerstört genau die Bindung, die sie sichern soll.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken, Liebe lasse sich nicht erzwingen.
Themen: EifersuchtLiebeVertrauen
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer liebt, macht sich verwundbar. Wer festhält, verliert schneller.
Wer festhält, verliert schneller.
Sprichw.Je enger man jemanden bindet, desto eher entzieht er sich.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: EifersuchtLiebePartnerschaft
Siehe auch: Eifersucht bewacht, was sie längst verloren hat. Wer bewacht, verliert. Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nicht geht, verlernt das Gehen. Es lernt sich nichts von selbst. Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißAlterGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht geht, verlernt das Gehen. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer schenkt, verpflichtet.
Sprichw.Eine Gabe erzeugt beim Empfänger eine Verpflichtung, ob gewollt oder nicht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der Gesellschaftslehre und wurde von Marcel Mauss beschrieben; als Sprichwort ist er älter.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
QuelleMarcel Mauss
Wer schläft, sündigt nicht.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung für ausgiebigen Schlaf.
Herkunft: Die Formel ist die scherzhafte Verkürzung eines längeren Spruchs, der fortfährt, wer sündigt, schlafe besser. In Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Wer schönredet, lügt höflich.
Sprichw.Auch die freundliche Beschönigung ist eine Form der Unwahrheit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LügenHochmutEhrlichkeit
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