Sprüche · Sprüche nach Anlass
Sprüche zum Nachdenken
Sätze, die nicht sofort aufgehen. Vieles davon stammt aus alten Spruchsammlungen und Inschriften.
42 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprüche
Das alte Jahr ist nun vorbei, das neue steht vor der Tür.
SpruchTraditionelle Eröffnungszeile für Neujahrsverse.
Herkunft: Volksgut, in zahlreichen Fassungen überliefert.
QuelleVolksgut
Siehe auch: Zum neuen Jahre Glück und Heil, auf Weh und Wunden gute Salb. Mit Gott ins neue Jahr. Danke für das vergangene Jahr, alles Gute für das kommende.
Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.
SpruchWer dankbar ist, behält im Gedächtnis, was ihm Gutes getan wurde.
Herkunft: Der Satz wird verschiedenen Autoren zugeschrieben, unter anderem Jean Massieu; eine eindeutige Erstquelle fehlt.
Themen: DankeFreundschaft
Siehe auch: Wer eine gute Mutter hat, hat einen Schatz. Vergelt's Gott. Herzlichen Dank für alles.
Freundschaft ist wie ein Baum: Sie wächst langsam und hält lange.
SpruchBildformel über die langsame Entstehung und die Haltbarkeit echter Freundschaft.
Herkunft: Volksgut aus dem Umfeld der Stammbuchverse.
Themen: FreundschaftKurz
QuelleVolksgut
In der Ruhe liegt die Kraft.
SpruchWer gelassen bleibt, handelt wirksamer als der Hektische.
Herkunft: Deutsche Redensart ohne belegbaren Erstautor; die verbreiteten Zuschreibungen an chinesische Quellen sind nicht haltbar.
Themen: KurzMotivation
Siehe auch: Alles hat seine Zeit.
Mit jedem Kind fängt die Welt noch einmal an.
SpruchJede Geburt eröffnet eine Zukunft, die noch offen ist.
Herkunft: Moderne Grußformel ohne feste Zuschreibung.
Siehe auch: Kinder sind das größte Glück auf Erden. Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.
SpruchSpöttische Bemerkung über Menschen, die sich vom Lärm der Musik stören lassen.
Wilhelm BuschDichter und Zeichner, 1832 bis 1908
Herkunft: Aus Wilhelm Buschs „Der Maulwurf“ aus den „Kritik des Herzens“-Versen (1874).
Themen: Lustig
QuelleWilhelm Busch
Siehe auch: Lachen ist die beste Medizin. Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Nicht die Jahre in deinem Leben zählen, sondern das Leben in deinen Jahren.
SpruchEin Geburtstagswunsch, der nicht auf die Zahl der Jahre schaut, sondern darauf, was man daraus macht.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Abraham Lincoln lässt sich in seinen Reden und Briefen nicht nachweisen.
Themen: GeburtstagLeben
Siehe auch: Man zählt die Jahre nicht, man lebt sie. Werde alt wie ein Baum und bleib jung im Herzen. Muße in Würde.
Sprüche mit belegter Herkunft
Allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen.
SpruchWer sich dauerhaft überanstrengt, hält nicht durch.
Herkunft: Die Formel stammt aus Schillers „Wilhelm Tell“ und geht auf ein antikes Bild zurück.
Themen: LustigMotivation
QuelleSchiller
Siehe auch: Weniger ist mehr.
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt.
SpruchWer aufrecht handelt, stellt die eigenen Interessen hinten an.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Aus Friedrich Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“ (1804).
QuelleSchiller
Siehe auch: Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Ein Vater ist ein Fels in der Brandung.
Du musst dein Leben ändern.
SpruchSchlusssatz, der als unbedingte Aufforderung zum Umdenken gelesen wird.
Rainer Maria RilkeDichter, 1875 bis 1926
Herkunft: Die Schlusszeile von Rainer Maria Rilkes Gedicht „Archaïscher Torso Apollos“ (1908).
Themen: MotivationKurz
QuelleRilke
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
SpruchScherzhafte Feststellung, dass Pläne selten so aufgehen wie gedacht.
Wilhelm BuschDichter und Zeichner, 1832 bis 1908
Herkunft: Die Verse stammen aus Wilhelm Buschs „Plisch und Plum“ (1882).
QuelleWilhelm Busch
Es irrt der Mensch, solang er strebt.
SpruchWer etwas versucht, macht dabei zwangsläufig Fehler.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus dem Prolog im Himmel in Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808).
Themen: MotivationLeben
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
SpruchErkenntnis und guter Vorsatz nützen nichts, solange ihnen keine Tat folgt.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus Goethes „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ (1829).
Themen: MotivationLeben
QuelleGoethe
Es kann die Spur von meinen Erdetagen nicht in Äonen untergehn.
SpruchWas ein Mensch gewirkt hat, verschwindet nicht mit ihm.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus dem Schlussmonolog des Faust in Goethes „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ (1832).
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern. Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.
Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht?
SpruchEs macht einen Unterschied, ob man nach den Folgen fragt oder danach, was richtig ist.
Theodor StormSchriftsteller, 1817 bis 1888
Herkunft: Aus Theodor Storms Gedicht „Der eine fragt“; die Fortsetzung unterscheidet auf dieser Grundlage den Freien vom Knecht.
Themen: Leben
QuelleStorm
Siehe auch: Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern.
SpruchEnge Freunde denken und empfinden so ähnlich, als teilten sie ein Inneres.
Aristotelesgriechischer Philosoph, 384 bis 322 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: Freundschaft
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Siechbett.
SpruchZuspruch aus dem Psalter, traditionell bei Krankenbesuchen gelesen.
Herkunft: Aus Psalm 41 im Alten Testament.
Themen: Genesung
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Werde schnell wieder gesund. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Kopf hoch, das wird wieder.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
SpruchHumor als Haltung gegenüber dem Widrigen, nicht als Reaktion auf etwas Komisches.
Herkunft: Der Ausspruch wird Otto Julius Bierbaum zugeschrieben, der ihn 1909 als Untertitel eines Buches verwendete.
Themen: LustigMotivation
QuelleOtto Julius Bierbaum
Siehe auch: Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt.
Das ist ein weites Feld.
SpruchWird gesagt, wenn ein Thema zu verwickelt ist, um es kurz abzuhandeln.
Theodor FontaneSchriftsteller, 1819 bis 1898
Herkunft: Der Satz ist die wiederkehrende Wendung des Vaters Briest in Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ (1895).
QuelleFontane
Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier.
SpruchWer bei sich selbst anfängt aufzuräumen, muss über andere nicht klagen.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus Goethes Gedichtsammlung „Zahme Xenien“.
Themen: Lustig
QuelleGoethe
Die Kunst ist lang, das Leben kurz.
SpruchEin Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Hippokratesgriechischer Arzt, um 460 bis 370 v. Chr.
Herkunft: Übersetzung des ersten Aphorismus des Hippokrates, im Lateinischen als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
Auch: Ars longa, vita brevis.
QuelleHippokrates
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
SpruchHäufig zu runden Geburtstagen gewählt: Die Endlichkeit als Grund, die verbleibende Zeit zu nutzen.
Herkunft: Aus Psalm 90 im Alten Testament.
Themen: GeburtstagLeben
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde. Kinder sind eine Gabe des Herrn. Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Siechbett.
Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde.
SpruchBild für die Kürze und Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens.
Herkunft: Aus Psalm 103 im Alten Testament.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Siechbett. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.
SpruchAnfang des bekanntesten deutschen Abendlieds, oft als Bild für den ruhigen Ausklang eines Tages zitiert.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Aus Matthias Claudius' Gedicht „Abendlied“ (1779).
QuelleMatthias Claudius
Siehe auch: Muße in Würde.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
SpruchDie Schwierigkeit liegt oft weniger in der Sache als in der eigenen Scheu, sie anzupacken.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Aus den Briefen des römischen Philosophen Seneca an Lucilius („non quia difficilia sunt non audemus, sed quia non audemus difficilia sunt“).
Themen: Motivation
QuelleSeneca
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
SpruchVon allem, was Bestand hat, wiegt die Liebe am schwersten. Einer der meistgewählten Trausprüche.
Herkunft: Aus dem ersten Korintherbrief des Neuen Testaments (1. Korinther 13,13).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat. Die Liebe ist langmütig und freundlich. Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles.
Kurze Sprüche
Alles hat seine Zeit.
SpruchJede Phase hat ihre Berechtigung, und keine dauert ewig.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 3,1).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: In der Ruhe liegt die Kraft.
Die Gedanken sind frei.
SpruchWas jemand denkt, lässt sich von außen nicht kontrollieren.
Herkunft: Anfangszeile eines deutschen Volksliedes, das im frühen 19. Jahrhundert in Flugblattdrucken erscheint und im Vormärz zum Freiheitslied wurde.
QuelleVolkslied
Muße in Würde.
SpruchDer zurückgezogene Lebensabend als anerkannter und ehrenvoller Zustand, nicht als Abstellgleis.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „otium cum dignitate“, die Cicero für den würdevollen Rückzug aus dem öffentlichen Leben verwendet.
QuelleCicero
Siehe auch: Werde alt wie ein Baum und bleib jung im Herzen. Nicht die Jahre in deinem Leben zählen, sondern das Leben in deinen Jahren. Man zählt die Jahre nicht, man lebt sie.
Dem Mutigen hilft Gott.
SpruchWer sich etwas traut, wird eher Beistand finden als der Zaudernde.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Ebenfalls aus Schillers „Wilhelm Tell“; die Formel selbst ist älter und geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ zurück.
Themen: MotivationKurz
QuelleSchiller
Siehe auch: Neues Jahr, neues Glück.
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