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Redewendungen mit Bedeutung und Herkunft, Seite 3
167 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 6
Der Hecht im Karpfenteich sein
Redew.Jemand sein, der in eine träge oder eingespielte Gruppe Bewegung, Unruhe und Konkurrenzdruck bringt.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Teichwirtschaft: Ein eingesetzter Raubfisch hält die Karpfen in Bewegung und soll so ihre Kondition verbessern.
Auch: Ein Hecht im Karpfenteich
Themen: Menschen und VerhaltenTiereArbeit
Siehe auch: Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Das Herz auf der Zunge tragen
Redew.Alles aussprechen, was einen bewegt, ohne es zurückzuhalten.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz der Empfindung. Wer es auf der Zunge trägt, spricht unmittelbar aus, was er fühlt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörperSprache und Kommunikation
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Jemandem das Herz brechen
Redew.Jemanden zutiefst enttäuschen, meist durch das Ende einer Beziehung.
Herkunft: Das Herz als Sitz der Empfindung ist ein antikes Bild. Die Vorstellung, heftiger Kummer könne es zerbrechen, findet sich bereits in den Psalmen des Alten Testaments.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Laufpass geben
Sich ein Herz fassen
Redew.Die eigene Zurückhaltung überwinden und etwas wagen.
Herkunft: Das Herz galt als Sitz des Mutes. Wer es fasst, nimmt seinen Mut buchstäblich in die Hand. Belegt seit dem 16. Jahrhundert.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Alle Brücken hinter sich abbrechen
Ein Herz und eine Seele sein
Redew.Vollkommen einig und eng verbunden sein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Apostelgeschichte des Neuen Testaments (Apostelgeschichte 4,32).
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jemandem auf den Fersen sein
Jemandem den Hof machen
Redew.Um jemanden werben, betont aufmerksam auftreten.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo das höfische Werben um eine Dame so bezeichnet wurde.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Jemandem schöne Augen machen Einen Korb bekommen
In den sauren Apfel beißen
Redew.Etwas Unangenehmes auf sich nehmen, weil es sich nicht vermeiden lässt.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der unreife Apfel steht für das Unangenehme, das man dennoch hinunterbringen muss.
In den Startlöchern stehen
Redew.Vorbereitet sein und nur noch auf das Startsignal warten.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Leichtathletik, wo Sprinter vor Einführung der Startblöcke Löcher in die Aschenbahn gruben.
In die Hände spucken
Redew.Sich zur Arbeit bereitmachen und kräftig zupacken.
Herkunft: Handwerker und Bauern spuckten in die Hände, um besseren Halt am Werkzeugstiel zu bekommen. Die Geste ging als Bild für den Arbeitsbeginn in die Sprache über.
Siehe auch: Die Ärmel hochkrempeln
Sich in die Nesseln setzen
Redew.Sich durch unbedachtes Verhalten Ärger einhandeln.
Herkunft: Brennnesseln verursachen sofortige, unangenehme Folgen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
Siehe auch: Das Kind mit dem Bade ausschütten Sich schwarzärgern Sich grün und blau ärgern
In Sack und Asche gehen
Redew.Tiefe Reue zeigen und sie auch nach außen sichtbar machen.
Herkunft: Sack und Asche waren im Alten Testament die äußeren Zeichen der Buße.
Themen: Menschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Ins Gras beißen
Redew.Sterben, meist derb oder spöttisch gebraucht.
Herkunft: Das Bild stammt vom auf dem Schlachtfeld Gefallenen, der mit dem Gesicht im Gras liegt. Es ist bereits in der antiken Dichtung belegt.
Themen: Glück und PechAlltag
Ins Schwarze treffen
Redew.Mit einer Aussage oder Handlung genau richtig liegen oder ein Ziel genau erreichen.
Herkunft: Die Wendung stammt vom Scheibenschießen: Der innerste Ring der Zielscheibe, der die volle Punktzahl bringt, war traditionell schwarz.
Auch: Ins Schwarze getroffen
Themen: ErfolgAlltagSprache und Kommunikation
Siehe auch: Auf einen grünen Zweig kommen
Ins Wasser fallen
Redew.Nicht stattfinden, kurzfristig ausfallen oder ergebnislos enden.
Herkunft: Was ins Wasser fällt, ist verloren und nicht wiederzubekommen. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Glück und PechAlltag
Siehe auch: Etwas in den Sand setzen Baden gehen Auf der Strecke bleiben
Das ist nicht das Gelbe vom Ei
Redew.Das ist nicht besonders gut, wenn auch nicht schlecht.
Herkunft: Der Dotter galt als der wertvolle Teil des Eis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: FarbenEssen und TrinkenAlltag
Siehe auch: Ein Haar in der Suppe finden
Das ist starker Tobak
Redew.Das ist schwer erträglich oder maßlos übertrieben.
Herkunft: „Tobak“ ist die ältere Form von Tabak. Starker Tabak war für Ungeübte kaum zu vertragen.
Themen: Essen und TrinkenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Zeter und Mordio schreien
Die Karten auf den Tisch legen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt sie weiter zu verbergen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Kartenspiel, bei dem das Aufdecken das Blatt für alle sichtbar macht.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Das Herz auf der Zunge tragen
Katz und Maus spielen
Redew.Jemanden im Ungewissen lassen und die eigene Überlegenheit auskosten.
Herkunft: Die Katze tötet die gefangene Maus nicht sofort, sondern lässt sie mehrfach entkommen. Genau diese Grausamkeit meint die Wendung.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Das Kind mit dem Bade ausschütten
Redew.Bei einer Korrektur über das Ziel hinausschießen und dabei auch das Gute mit beseitigen.
Sebastian FranckChronist und Sprichwortsammler, 1499 bis 1543
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt, unter anderem bei Sebastian Franck.
Themen: Menschen und VerhaltenAlltag
QuelleSebastian Franck
Siehe auch: Sich in die Nesseln setzen
Klar Schiff machen
Redew.Gründlich aufräumen und offene Angelegenheiten regeln.
Herkunft: Das Kommando bereitete ein Kriegsschiff auf das Gefecht vor.
Siehe auch: Alles in Butter
Den Kopf in den Sand stecken
Redew.Einer unangenehmen Lage ausweichen, statt sich ihr zu stellen.
Herkunft: Beruht auf der irrigen Annahme, Strauße würden bei Gefahr den Kopf vergraben.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereKörper
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose Den Teufel an die Wand malen
Kopf und Kragen riskieren
Redew.Alles aufs Spiel setzen, im Zweifel auch das eigene Leben.
Herkunft: Kopf und Kragen bezeichneten in der Rechtssprache die Todesstrafe durch Enthaupten.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Hart am Wind segeln Den Bock zum Gärtner machen
Jemandem den Kopf waschen
Redew.Jemanden deutlich zurechtweisen.
Herkunft: Das Bild ist das der kräftigen Kopfwäsche, die als unangenehm empfunden wurde. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem die Leviten lesen Ein dickes Fell haben
Kreide fressen
Redew.Sich betont sanft und freundlich geben, obwohl man anderes im Sinn hat.
Herkunft: Die Wendung spielt auf das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein an, in dem der Wolf Kreide frisst, um seine Stimme sanfter klingen zu lassen.
Den Kürzeren ziehen
Redew.Bei einer Auseinandersetzung unterliegen.
Herkunft: Aus dem Losverfahren: Wer beim Ziehen von Halmen den kürzesten erwischte, hatte verloren.
Lange Finger machen
Redew.Stehlen, meist auf kleinere Gelegenheitsdiebstähle bezogen.
Herkunft: Der lange Finger ist der ausgestreckte, greifende. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert für den Diebstahl belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Jemandem den Laufpass geben
Redew.Eine Beziehung beenden und den anderen wegschicken.
Herkunft: Der Laufpass war die Entlassungsurkunde eines Soldaten, mit der er den Dienst verlassen musste.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem das Herz brechen
Eine Leiche im Keller haben
Redew.Etwas Belastendes aus der Vergangenheit verbergen.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo vom Skelett im Schrank die Rede ist. Im Deutschen ist die Wendung seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Die Katze aus dem Sack lassen Das ist Schnee von gestern
Jemandem die Leviten lesen
Redew.Jemanden nachdrücklich zurechtweisen.
Herkunft: Bezieht sich auf das dritte Buch Mose, das Levitikus, aus dem in Klöstern zur Ermahnung vorgelesen wurde.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Jemandem den Kopf waschen Sich etwas hinter die Ohren schreiben
Den Mantel nach dem Wind hängen
Redew.Die eigene Haltung stets so wählen, wie es gerade nützt.
Herkunft: Wer seinen Mantel nach dem Wind dreht, schützt sich am besten. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und meinte ursprünglich klugen Selbstschutz, erst später den Vorwurf der Gesinnungslosigkeit.
Auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen
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