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Auswahl

Redewendungen mit Bedeutung und Herkunft, Seite 5

167 Einträge mit Bedeutung · Seite 5 von 6

  • Einen Schutzengel gehabt haben

    Redew.

    In einer gefährlichen Situation unverhofft glimpflich davonkommen.

    Herkunft: Die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels ist in der christlichen Überlieferung seit der Spätantike verbreitet und geht auf eine Stelle im Matthäusevangelium (Matthäus 18,10) zurück.

    Themen: Glück und Pech

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Schwein haben Pech haben Mehr Glück als Verstand haben

  • Den Schwanz einziehen

    Redew.

    Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.

    Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiere

  • Etwas schwarz auf weiß haben

    Redew.

    Etwas schriftlich und damit belegbar vorliegen haben.

    Herkunft: Schwarze Tinte auf weißem Papier. Die Wendung wurde durch Goethes „Faust“ zusätzlich bekannt, wo Mephisto dem Schüler rät, alles Gesagte nach Hause zu tragen.

    Themen: ArbeitFarbenAlltag

    QuelleGoethe

  • Das schwarze Schaf sein

    Redew.

    In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.

    Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.

    Themen: Menschen und VerhaltenTiereFarben

  • Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben

    Redew.

    Die Verantwortung für ein Problem auf einen anderen abwälzen.

    Herkunft: Benannt nach dem Kartenspiel, in dem verliert, wer am Ende die unpaarige Karte in der Hand hält.

    Themen: Menschen und VerhaltenGlück und PechFarben

    Siehe auch: Etwas auf dem Kerbholz haben Den Kopf hinhalten müssen Auf Pump leben

  • Einen schwarzen Tag erwischen

    Redew.

    Einen Tag erleben, an dem nichts gelingt.

    Herkunft: Schwarz als Farbe des Unglücks geht auf die römische Kennzeichnung von Unglückstagen im Kalender zurück.

    Themen: FarbenGlück und Pech

    Siehe auch: Vom Regen in die Traufe kommen

  • Schwein haben

    Redew.

    Unverdientes Glück haben, ohne etwas dafür getan zu haben.

    Herkunft: Bei mittelalterlichen Wettkämpfen erhielt der Letzte ein Schwein als Trostpreis. Wer verlor, ging also nicht leer aus.

    Themen: Glück und PechTiere

    Siehe auch: Pech haben Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben

  • Die Segel streichen

    Redew.

    Einen Widerstand aufgeben und sich geschlagen geben.

    Herkunft: Das Einholen der Segel war in der Seefahrt das Zeichen der Kapitulation.

    Themen: Glück und PechArbeit

    Siehe auch: Die Waffen strecken Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen

  • Sein Fähnchen nach dem Wind hängen

    Redew.

    Die eigene Meinung stets der gerade herrschenden Stimmung anpassen.

    Herkunft: Die Wetterfahne dreht sich stets in die Windrichtung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Auch: Den Mantel nach dem Wind hängen

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Den Mantel nach dem Wind hängen Mit den Wölfen heulen

  • Jemandem sein Herz ausschütten

    Redew.

    Jemandem alles anvertrauen, was einen bedrückt.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Alten Testament, wo Hanna ihr Herz vor Gott ausschüttet (1. Samuel 1,15).

    Themen: LiebeSprache und KommunikationKörper

    QuelleAltes Testament, Samuelbücher

    Siehe auch: Für jemanden die Hand ins Feuer legen

  • Sein Kreuz mit etwas haben

    Redew.

    Mit einer Sache dauerhaft zu kämpfen haben.

    Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück, in der das Kreuz als Last getragen wird.

    Themen: AlltagMenschen und Verhalten

    QuelleNeues Testament

  • Sein Pulver verschossen haben

    Redew.

    Alle Mittel oder Argumente aufgebraucht haben.

    Herkunft: Aus der Militärsprache: Ohne Pulver ist die Waffe nutzlos, gleichgültig wie gut die Stellung ist.

    Themen: ArbeitErfolg

  • Eine Sisyphusarbeit

    Redew.

    Eine Mühe, die nie zu einem Ergebnis führt und immer wieder von vorn beginnt.

    Herkunft: Sisyphus muss in der griechischen Sage zur Strafe einen Felsblock bergauf wälzen, der kurz vor dem Gipfel stets zurückrollt.

    Themen: ArbeitGlück und Pech

    Siehe auch: Eulen nach Athen tragen

  • Sich die Sporen verdienen

    Redew.

    Sich zum ersten Mal bewähren und dadurch Anerkennung erwerben.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Rittertum: Der Ritterschlag war mit dem Anlegen goldener Sporen verbunden.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Das Pferd von hinten aufzäumen

  • Den Stab über jemanden brechen

    Redew.

    Jemanden endgültig verurteilen und ihm keine Chance mehr geben.

    Herkunft: Beim Todesurteil zerbrach der Richter einen Stab über dem Verurteilten und warf ihm die Stücke vor die Füße.

    Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Den Rubikon überschreiten

  • Die Stellung halten

    Redew.

    An Ort und Stelle bleiben und weitermachen, während andere fehlen.

    Herkunft: Militärische Fachsprache: Eine Stellung zu halten heißt, den zugewiesenen Ort nicht aufzugeben. Im Alltag hat sich der Ausdruck abgeschwächt zum Aushalten in Vertretung.

    Themen: ArbeitMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Am Ball bleiben

  • Tacheles reden

    Redew.

    Ohne Umschweife und in aller Deutlichkeit zur Sache kommen.

    Herkunft: Das Wort geht über das Jiddische auf hebräisch „tachlit“ für Zweck oder Ziel zurück.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

  • Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

    Redew.

    Ein Übel durch ein Mittel bekämpfen, das ebenso schlimm ist.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Lukasevangelium, wo Jesus vorgeworfen wird, er treibe Dämonen mit Hilfe ihres Obersten aus.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeit

    Siehe auch: Alle Register ziehen

  • Den Ton angeben

    Redew.

    In einer Gruppe bestimmen, wo es langgeht.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Musik, wo vor dem Spiel ein Ton zum Stimmen vorgegeben wird.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeitSprache und Kommunikation

    Siehe auch: Die erste Geige spielen

  • Jemandem die Treue halten

    Redew.

    Zu jemandem stehen, auch wenn es Nachteile bringt.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Lehnssprache des Mittelalters, in der Treue eine rechtlich verbindliche Pflicht bezeichnete.

    Themen: LiebeMenschen und Verhalten

  • Den Trumpf ausspielen

    Redew.

    Den entscheidenden Vorteil im richtigen Moment einsetzen.

    Herkunft: „Trumpf“ geht auf das lateinische „triumphus“ zurück und bezeichnet im Kartenspiel die Farbe, die alle anderen sticht.

    Themen: ErfolgArbeit

    Siehe auch: Seine Schäfchen ins Trockene bringen Es geht um die Wurst Alles auf eine Karte setzen

  • Das Tüpfelchen auf dem i

    Redew.

    Die letzte Kleinigkeit, die etwas vollkommen macht.

    Herkunft: Der Punkt über dem i wurde in mittelalterlichen Handschriften erst spät eingeführt, um das i von benachbarten Strichen zu unterscheiden. Er ist damit buchstäblich das Letzte, was ein Schreiber hinzufügte.

    Auch: Das i-Tüpfelchen

    Themen: AlltagErfolg

  • Etwas über Bord werfen

    Redew.

    Grundsätze oder Vorhaben aufgeben, um schneller voranzukommen.

    Herkunft: Stammt aus der Seefahrt, wo Ladung geopfert wurde, um ein Schiff zu leichtern.

    Themen: Menschen und VerhaltenAlltag

    Siehe auch: Die Flinte ins Korn werfen Das Handtuch werfen

  • Über die Bühne gehen

    Redew.

    Wie geplant ablaufen und abgeschlossen werden.

    Herkunft: Aus der Theatersprache: Ein Stück geht über die Bühne, also von Anfang bis Ende. Im Alltag ist daraus die Abwicklung eines Vorgangs geworden.

    Themen: ArbeitAlltag

  • Um den heißen Brei herumreden

    Redew.

    Nicht zum eigentlichen Punkt kommen, weil er unangenehm ist.

    Herkunft: Der heiße Brei war die alltägliche Speise, die man erst am Rand essen konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: Sprache und KommunikationEssen und Trinken

  • Jemanden um den kleinen Finger wickeln

    Redew.

    Jemanden mühelos zu allem bringen, was man will.

    Herkunft: Das Bild ist das eines Fadens, der sich willenlos um den Finger legen lässt. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.

    Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper

  • Um jemandes Hand anhalten

    Redew.

    Einen Heiratsantrag machen, förmlich und meist bei den Eltern.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus dem alten Eherecht: Der Vater übergab die Hand der Braut an den Bräutigam, was den Vertrag sinnbildlich vollzog.

    Themen: LiebeMenschen und VerhaltenKörper

    Siehe auch: Auf Freiersfüßen wandeln Unter die Haube kommen

  • Etwas unter Dach und Fach bringen

    Redew.

    Eine Sache zum Abschluss bringen und damit absichern.

    Herkunft: Stammt aus dem Fachwerkbau: „Fach“ bezeichnet das Feld zwischen den Balken, und erst mit Dach und geschlossenen Fächern war ein Haus fertig.

    Themen: ErfolgArbeitAlltag

    Siehe auch: Etwas in trockene Tücher bringen Etwas vom Tisch haben

  • Unter die Haube kommen

    Redew.

    Heiraten, meist scherzhaft oder leicht altmodisch gebraucht.

    Herkunft: Verheiratete Frauen trugen früher eine Haube, ledige das offene oder geflochtene Haar.

    Themen: LiebeAlltag

    Siehe auch: Um jemandes Hand anhalten Auf Freiersfüßen wandeln

  • Unter einem guten Stern stehen

    Redew.

    Von den Umständen begünstigt sein.

    Herkunft: Die Wendung stammt aus der Astrologie, in der die Stellung der Gestirne bei der Geburt das Schicksal bestimmen sollte.

    Themen: Glück und PechAlltag

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