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Redewendungen mit Bedeutung und Herkunft, Seite 2
167 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 6
Blaues Blut haben
Redew.Von adliger Abstammung sein, meist leicht spöttisch gebraucht.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Spanischen und bezog sich auf die hellhäutigen Adligen, bei denen die Venen bläulich durchschienen, im Gegensatz zu den sonnengebräunten Landarbeitern.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Den Bock zum Gärtner machen
Redew.Ausgerechnet demjenigen eine Aufgabe übertragen, der dafür am wenigsten geeignet ist.
Herkunft: Ziegenböcke fressen mit Vorliebe junge Triebe und richten in einem Garten in kurzer Zeit großen Schaden an. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitTiereMenschen und Verhalten
Siehe auch: Hart am Wind segeln Kopf und Kragen riskieren Die Katze im Sack kaufen
Ein Buch mit sieben Siegeln sein
Redew.Für jemanden vollkommen unverständlich sein.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Offenbarung des Johannes, in der ein versiegeltes Buch niemand öffnen kann.
Themen: AlltagSprache und Kommunikation
QuelleNeues Testament
Ein Danaergeschenk
Redew.Eine Gabe, die dem Beschenkten schadet.
Herkunft: Nach dem hölzernen Pferd, mit dem die Griechen Troja eroberten. Vergil legt einem troianischen Priester die Warnung vor Geschenken der Danaer in den Mund.
Themen: Menschen und VerhaltenGlück und Pech
QuelleVergil
Siehe auch: Auf der Kippe stehen Am seidenen Faden hängen
Jemandem Daumenschrauben anlegen
Redew.Jemanden massiv unter Druck setzen, damit er nachgibt.
Herkunft: Verweist auf ein Folterinstrument der frühen Neuzeit, mit dem Geständnisse erzwungen wurden.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
Dienst nach Vorschrift machen
Redew.Nur genau das tun, was vorgeschrieben ist, und keinen Handschlag mehr.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Arbeitskampf und bezeichnet eine Form der Behinderung, bei der Vorschriften so genau befolgt werden, dass der Betrieb sich verlangsamt.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Etwas durch die Blume sagen
Redew.Eine unangenehme Aussage so verpacken, dass sie nicht direkt ausgesprochen wird.
Herkunft: Die Blumensprache des 18. und 19. Jahrhunderts ordnete einzelnen Blüten feste Bedeutungen zu. Wer etwas durch die Blume sagte, überbrachte seine Botschaft, ohne sie auszusprechen.
Themen: Sprache und KommunikationAlltag
Siehe auch: Zwischen den Zeilen lesen
Jemandem durch die Lappen gehen
Redew.Entkommen oder verpasst werden.
Herkunft: Aus der Jägersprache: Um das Wild zu lenken, wurden bunte Tuchlappen an Schnüren aufgehängt. Wild, das dazwischen hindurchbrach, war entkommen.
Themen: Glück und PechAlltag
Den Durchbruch schaffen
Redew.Nach langem Bemühen den entscheidenden Erfolg erreichen.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Belagerungssprache: Der Durchbruch durch die Mauer entschied die Schlacht.
Siehe auch: Das Ruder herumreißen Die Kurve kriegen Den Spieß umdrehen
Das Ei des Kolumbus
Redew.Eine überraschend einfache Lösung, auf die vorher niemand gekommen ist.
Herkunft: Nach einer Anekdote stellte Kolumbus ein Ei aufrecht, indem er die Spitze eindrückte, nachdem alle anderen daran gescheitert waren.
QuelleKolumbus
Siehe auch: Den gordischen Knoten durchschlagen
Die erste Geige spielen
Redew.In einer Gruppe die tonangebende Rolle innehaben.
Herkunft: Bezieht sich auf den Konzertmeister im Orchester, der die erste Violine führt.
Themen: ErfolgArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Die zweite Geige spielen Den Ton angeben
Es geht um die Wurst
Redew.Jetzt fällt die Entscheidung, jetzt zählt es wirklich.
Herkunft: Bei ländlichen Wettkämpfen war eine Wurst der übliche Siegespreis. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Essen und TrinkenErfolg
Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Die Nase vorn haben Den Trumpf ausspielen
Eulen nach Athen tragen
Redew.Etwas dorthin bringen, wo es ohnehin im Überfluss vorhanden ist.
Herkunft: Die Eule war das Wappentier Athens und erschien auf dessen Münzen. Die Wendung stammt aus einer Komödie des Aristophanes.
QuelleAristophanes
Siehe auch: Offene Türen einrennen Eine Sisyphusarbeit
Ein Fass ohne Boden
Redew.Ein Vorhaben, in das man endlos Geld steckt, ohne dass es je fertig wird.
Herkunft: Das Bild geht auf die griechische Sage von den Danaiden zurück, die zur Strafe Wasser in ein durchlöchertes Fass schöpfen mussten.
Siehe auch: Rote Zahlen schreiben Auf verlorenem Posten stehen
Die Flitterwochen sind vorbei
Redew.Die anfängliche Begeisterung ist der Normalität gewichen.
Herkunft: „Flitter“ meint hier den kurzlebigen Glanz. Die Wendung wird auch außerhalb von Beziehungen gebraucht, etwa in der Politik.
Themen: LiebeMenschen und VerhaltenAlltag
Siehe auch: Jemandem den Zahn ziehen
Für jemanden die Hand ins Feuer legen
Redew.Sich uneingeschränkt für jemanden verbürgen.
Herkunft: Geht auf die römische Sage von Mucius Scaevola zurück, der seine Hand ins Feuer hielt, um seine Unerschrockenheit zu beweisen.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Jemandem sein Herz ausschütten
Für jemanden durchs Feuer gehen
Redew.Für jemanden jedes Risiko auf sich nehmen.
Herkunft: Das Bild geht auf die mittelalterlichen Feuerproben zurück, bei denen Unschuld durch das Bestehen einer Prüfung bewiesen werden sollte.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem das letzte Hemd geben
Für jemanden eine Lanze brechen
Redew.Sich öffentlich für jemanden oder etwas einsetzen.
Herkunft: Das Bild stammt vom ritterlichen Turnier, bei dem man stellvertretend für einen anderen antrat.
Jemandem goldene Berge versprechen
Redew.Große Zusagen machen, die sich nicht halten lassen.
Herkunft: Die Wendung ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Terenz, und spielt auf die sagenhaften Goldberge Persiens an.
Themen: Sprache und KommunikationGeld
QuelleTerenz
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Etwas in den schwärzesten Farben malen Den Mund zu voll nehmen
Jemandem goldene Brücken bauen
Redew.Jemandem den Rückzug leicht machen, ohne dass er sein Gesicht verliert.
Herkunft: Die Wendung geht auf eine antike Kriegsregel zurück, dem fliehenden Feind eine Brücke zu bauen, damit er abzieht statt verzweifelt zu kämpfen.
Themen: FarbenMenschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
Siehe auch: Kalte Füße bekommen
Den gordischen Knoten durchschlagen
Redew.Ein verwickeltes Problem mit einem einzigen entschlossenen Schritt lösen.
Herkunft: Nach der Überlieferung durchtrennte Alexander der Große den kunstvoll geschlungenen Knoten von Gordion mit dem Schwert, statt ihn zu lösen.
QuelleAlexander der Große
Siehe auch: Das Ei des Kolumbus
Die graue Eminenz
Redew.Jemand, der ohne offizielles Amt großen Einfluss ausübt.
Herkunft: Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich den Kapuzinermönch François Leclerc du Tremblay, den grau gekleideten Vertrauten des Kardinals Richelieu.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
QuelleRichelieu
Grünes Licht geben
Redew.Eine Erlaubnis erteilen und den Startschuss geben.
Herkunft: Das Bild stammt von der Signaltechnik im Eisenbahn- und Straßenverkehr.
Den Gürtel enger schnallen
Redew.Sich einschränken, weil weniger Geld da ist.
Herkunft: Das Bild ist wörtlich zu verstehen: Wer abnimmt, weil er weniger isst, muss den Gürtel enger stellen.
Siehe auch: Etwas auf die hohe Kante legen
Gut bei Kasse sein
Redew.Genügend Geld zur Verfügung haben.
Herkunft: „Kasse“ stammt über das Italienische aus dem Lateinischen für Kiste und bezeichnete zunächst den Geldbehälter selbst.
Themen: GeldGlück und Pech
Gute Karten haben
Redew.Gute Aussichten auf Erfolg haben.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer ein gutes Blatt hält, hat Aussicht auf den Gewinn, auch wenn die Partie noch nicht entschieden ist.
Themen: ErfolgGlück und Pech
Sich die Haare raufen
Redew.Vor Ärger oder Ratlosigkeit nicht weiterwissen.
Herkunft: Das Ausreißen der Haare war in der Antike eine förmliche Trauergebärde und ist in dieser Bedeutung schon im Alten Testament bezeugt.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Sich schwarzärgern Sich in die Nesseln setzen Sich grün und blau ärgern
Hals über Kopf
Redew.Überstürzt und ohne jede Vorbereitung.
Herkunft: Die Wendung ist eine Verkürzung der älteren Fassung „über Hals und Kopf“ und beschreibt das kopfüber Stürzen. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: AlltagMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Sich Hals über Kopf verlieben
Das Handtuch werfen
Redew.Aufgeben und eine Sache vorzeitig beenden.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Der Betreuer wirft ein Handtuch in den Ring, um den Kampf für seinen Boxer zu beenden.
Themen: AlltagGlück und PechArbeit
Siehe auch: Die Waffen strecken Die Segel streichen Die Flinte ins Korn werfen
Hart am Wind segeln
Redew.Sich dicht an der Grenze des Erlaubten oder des Machbaren bewegen.
Herkunft: Bezeichnet in der Seefahrt den Kurs möglichst nah an die Windrichtung heran.
Themen: ArbeitMenschen und Verhalten
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Kopf und Kragen riskieren Das schlägt dem Fass den Boden aus
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