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Redewendungen mit Bedeutung und Herkunft, Seite 4
167 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 6
Mit dem Kopf durch die Wand wollen
Redew.Etwas mit aller Gewalt durchsetzen wollen, ohne Rücksicht auf Widerstände.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, meist mit dem Zusatz, dass der Kopf dabei den Kürzeren zieht.
Themen: Menschen und VerhaltenKörper
Mit den Hühnern schlafen gehen
Redew.Sehr früh am Abend zu Bett gehen.
Herkunft: Hühner suchen bei Einbruch der Dämmerung den Stall auf. Wer mit ihnen schlafen geht, legt sich ungewöhnlich früh nieder.
Mit den Wölfen heulen
Redew.Sich der Mehrheit anschließen, auch gegen die eigene Überzeugung.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung zurück, dass ein einzelnes Tier im Rudel mitheult, um nicht aufzufallen.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Den Mantel nach dem Wind hängen
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleÄsop
Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen
Redew.Mit dieser Person kommt man schwer aus, sie ist schnell gereizt.
Herkunft: Die vollständige ältere Fassung warnt davor, mit Höherstehenden Kirschen zu essen, weil diese einem die Kerne ins Gesicht spuckten. Sie ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Mit offenen Karten spielen
Redew.Die eigenen Absichten offenlegen, statt zu taktieren.
Herkunft: Aus dem Kartenspiel: Wer sein Blatt aufdeckt, gibt seine Möglichkeiten preis und verzichtet auf Täuschung.
Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten
Siehe auch: Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen Das Herz auf der Zunge tragen
Nach jemandes Pfeife tanzen
Redew.Sich vollständig nach dem Willen eines anderen richten.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild geht auf eine Fabel Äsops vom Fischer zurück, der den Fischen aufspielt, damit sie tanzen.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Jemandem verfallen sein
Nägel mit Köpfen machen
Redew.Eine Sache gründlich und konsequent zu Ende bringen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Schmiedehandwerk: Nur ein Nagel mit Kopf hält dauerhaft.
Einen Narren an jemandem gefressen haben
Redew.Jemanden über alle Maßen gern haben.
Herkunft: „Narr“ steht hier für die törichte Zuneigung. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und meinte ursprünglich, man habe die Torheit in sich aufgenommen.
Themen: LiebeMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemandem nicht grün sein
Die Nase vorn haben
Redew.Einen Vorsprung vor den anderen haben.
Herkunft: Aus dem Pferderennen: Bei knappem Ausgang entscheidet, wessen Nase zuerst die Ziellinie erreicht.
Themen: ErfolgMenschen und VerhaltenKörper
Siehe auch: Das Rennen machen Jemanden aus dem Feld schlagen Es geht um die Wurst
Nicht auf den Mund gefallen sein
Redew.Schlagfertig sein und immer eine Antwort parat haben.
Herkunft: Wer auf den Mund fällt, kann nicht sprechen. Die verneinte Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Lob der Schlagfertigkeit belegt.
Themen: Sprache und KommunikationKörper
Siehe auch: Den Faden verlieren
Jemandem nicht grün sein
Redew.Jemanden nicht leiden können und ihm das auch spüren lassen.
Herkunft: Grün war in der mittelalterlichen Farbsymbolik die Farbe der Zuneigung und der Hoffnung. Wer jemandem nicht grün ist, verweigert ihm genau die.
Themen: FarbenMenschen und Verhalten
Siehe auch: Einen Narren an jemandem gefressen haben
Die Notbremse ziehen
Redew.Ein Vorhaben abrupt beenden, bevor größerer Schaden entsteht.
Herkunft: Aus dem Eisenbahnwesen: Die Notbremse steht jedem Reisenden zur Verfügung, darf aber nur bei Gefahr betätigt werden.
Öl ins Feuer gießen
Redew.Einen Konflikt durch eine unbedachte Äußerung noch verschärfen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Das Bild ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Horaz.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
QuelleHoraz
Siehe auch: Das letzte Wort haben wollen Das Fass zum Überlaufen bringen
Pech haben
Redew.Vom Missgeschick getroffen werden.
Herkunft: Pech war das Material, mit dem Vogelfänger Leimruten bestrichen. Wer daran hängen blieb, kam nicht mehr los.
Themen: Glück und Pech
Siehe auch: Schwein haben Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben
Perlen vor die Säue werfen
Redew.Etwas Wertvolles jemandem geben, der es nicht zu schätzen weiß.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,6).
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Das Pferd von hinten aufzäumen
Redew.Eine Sache in der falschen Reihenfolge angehen.
Herkunft: Aufgezäumt wird ein Pferd am Kopf. Wer von hinten beginnt, hat die Reihenfolge vertauscht und kommt nicht voran.
Siehe auch: Sich die Sporen verdienen Etwas in den Sand setzen Blaumachen
Pleite gehen
Redew.Zahlungsunfähig werden und den Betrieb oder die eigenen Finanzen nicht mehr aufrechterhalten können.
Herkunft: „Pleite“ geht über das Rotwelsche auf das jiddische Wort für Flucht zurück; gemeint war ursprünglich der Schuldner, der sich davonmachte.
Jemandem reinen Wein einschenken
Redew.Jemandem die unangenehme Wahrheit sagen.
Herkunft: Das Bild spielt auf das früher übliche Verdünnen und Panschen von Wein an: Reiner Wein ist der unverfälschte.
Themen: Sprache und KommunikationEssen und Trinken
Siehe auch: Mit offenen Karten spielen Kein Blatt vor den Mund nehmen Die Karten auf den Tisch legen
Das Rennen machen
Redew.Sich gegen Mitbewerber durchsetzen.
Herkunft: Aus dem Pferderennsport, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert übertragen gebraucht.
Themen: ErfolgMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Die Oberhand gewinnen Die Nase vorn haben
Der rote Faden
Redew.Der durchgehende Leitgedanke, der eine Sache zusammenhält.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Wendung wurde durch Goethes „Wahlverwandtschaften“ populär, wo er auf den roten Faden in den Tauen der englischen Marine verweist.
Themen: FarbenSprache und Kommunikation
QuelleGoethe
Rote Zahlen schreiben
Redew.Verluste machen, also mehr ausgeben als einnehmen.
Herkunft: In der kaufmännischen Buchführung wurden Fehlbeträge traditionell in roter Tinte eingetragen, um sie hervorzuheben.
Siehe auch: Ein Fass ohne Boden
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
QuelleAischylos
Den Rubikon überschreiten
Redew.Einen Schritt tun, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Herkunft: Caesar überschritt 49 v. Chr. mit seinem Heer den Grenzfluss Rubikon und löste damit den Bürgerkrieg aus. Überliefert ist der Vorgang bei Sueton.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Den Stab über jemanden brechen
Das Ruder herumreißen
Redew.Eine bereits schlecht laufende Sache im letzten Moment noch zum Guten wenden.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Seefahrt.
Siehe auch: Den Karren aus dem Dreck ziehen Den Durchbruch schaffen Die Kurve kriegen
Die Ruhe vor dem Sturm
Redew.Eine auffällig stille Phase, auf die absehbar große Aufregung folgt.
Herkunft: Eine Wetterbeobachtung: Vor einem Gewitter fällt der Wind oft auffällig ab. Die Wendung überträgt das auf gesellschaftliche Lagen.
Themen: AlltagGlück und Pech
Etwas satthaben
Redew.Von einer Sache genug haben und sie nicht länger ertragen wollen.
Herkunft: Wörtlich das Gefühl nach reichlicher Mahlzeit, übertragen der Überdruss. Die übertragene Bedeutung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Das schlägt dem Fass den Boden aus
Redew.Das übersteigt jedes Maß und ist nicht mehr hinnehmbar.
Herkunft: Ein Fass ohne Boden ist unbrauchbar und der Inhalt verloren. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: AlltagMenschen und Verhalten
Siehe auch: Zeter und Mordio schreien Hart am Wind segeln Das geht auf keine Kuhhaut
Schmetterlinge im Bauch haben
Redew.Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.
Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Jemandem den Kopf verdrehen
Jemandem schöne Augen machen
Redew.Durch Blicke Interesse zeigen und um jemanden werben.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und geht auf die höfische Werbungssprache zurück.
Themen: LiebeKörperMenschen und Verhalten
Siehe auch: Sich jemandem an den Hals werfen Ein Auge auf jemanden werfen Jemandem den Hof machen
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