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Auswahl

Redewendungen mit Bedeutung und Herkunft, Seite 6

167 Einträge mit Bedeutung · Seite 6 von 6

  • Etwas unter einen Hut bringen

    Redew.

    Verschiedene Interessen, Termine oder Anforderungen miteinander vereinbaren.

    Herkunft: Der Hut war Zeichen der Rechtsgewalt: Wer unter einem Hut stand, unterstand derselben Herrschaft. Bei Eheschließungen wurden die Beteiligten sinnbildlich unter einen Hut gebracht.

    Themen: AlltagArbeit

  • Unter keinem guten Stern stehen

    Redew.

    Von Anfang an ungünstige Voraussetzungen haben.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Astrologie.

    Themen: Glück und Pech

  • Jemandem verfallen sein

    Redew.

    Jemandem so zugetan sein, dass man sich nicht mehr lösen kann.

    Herkunft: „Verfallen“ stammt aus der Rechtssprache und bezeichnete dort das Zufallen eines Pfandes an den Gläubiger.

    Themen: LiebeMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Nach jemandes Pfeife tanzen

  • Den Vogel abschießen

    Redew.

    Alle anderen übertreffen; heute meist spöttisch für eine besonders auffällige Leistung.

    Herkunft: Beim Vogelschießen der Schützengilden wurde auf einen hölzernen Vogel geschossen. Wer den letzten Rest traf, wurde Schützenkönig.

    Themen: ErfolgTiere

    Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Einen Vogel haben Die Oberhand gewinnen

  • Vom Regen in die Traufe kommen

    Redew.

    Aus einer schlechten Lage in eine noch schlechtere geraten.

    Herkunft: Die Traufe ist die Stelle, an der das gesammelte Regenwasser vom Dach herunterschießt; wer ihr ausweicht, wird nur noch nasser.

    Themen: Glück und PechAlltag

    Siehe auch: Einen schwarzen Tag erwischen

  • Von der Rolle sein

    Redew.

    Nicht mehr leistungsfähig oder konzentriert sein, den Anschluss verloren haben, aus dem Tritt geraten sein.

    Herkunft: Die Wendung wird auf das Steherrennen im Bahnradsport zurückgeführt. Der Radfahrer folgt dort dicht hinter einer Schrittmachermaschine, an deren Heck eine Rolle angebracht ist. Wer den Windschatten und damit den Kontakt zu dieser Rolle verliert, fällt zurück und ist „von der Rolle“.

    Auch: Von der Rolle kommen

    Themen: AlltagMenschen und VerhaltenGlück und Pech

  • Die Waffen strecken

    Redew.

    Den Widerstand aufgeben und sich dem Gegner geschlagen geben.

    Herkunft: Das Ablegen der Waffen war das förmliche Zeichen der Kapitulation.

    Themen: Glück und PechArbeit

    Siehe auch: Die Segel streichen Das Handtuch werfen Die Flinte ins Korn werfen

  • Weiße Mäuse sehen

    Redew.

    Vor lauter Alkohol Dinge sehen, die nicht da sind.

    Herkunft: Die Wendung bezieht sich auf Trugbilder im Alkoholentzug, bei denen kleine Tiere zu den häufigsten Wahrnehmungen gehören.

    Themen: Menschen und VerhaltenFarbenTiere

    Siehe auch: Zu tief ins Glas schauen

  • Wie die Faust aufs Auge passen

    Redew.

    Überhaupt nicht zusammenpassen. Die Wendung wird heute auch im gegenteiligen Sinn gebraucht, also für etwas, das genau passt.

    Herkunft: Ursprünglich war der Widerspruch gemeint: Eine Faust auf dem Auge ist das Unpassendste überhaupt. Die umgekehrte Verwendung ist eine ironische Umdeutung des 20. Jahrhunderts.

    Themen: AlltagKörper

  • Wie ein Phönix aus der Asche

    Redew.

    Nach einem völligen Zusammenbruch neu und stärker zurückkehren.

    Herkunft: Der Phönix ist ein Vogel der antiken Mythologie, der sich selbst verbrennt und aus der Asche neu entsteht.

    Themen: ErfolgGlück und Pech

  • Jemandem den Wind aus den Segeln nehmen

    Redew.

    Einem Gegenüber die Grundlage seiner Argumentation entziehen, bevor er sie vorbringen kann.

    Herkunft: Ein Schiff, das sich in Luv legte, nahm dem Gegner buchstäblich den Wind.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

  • Ein Wolf im Schafspelz

    Redew.

    Jemand, der harmlos auftritt und in Wirklichkeit gefährlich ist.

    Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 7,15).

    Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Jemandem einen Bären aufbinden

  • Jemandem das Wort abschneiden

    Redew.

    Jemanden mitten im Satz unterbrechen.

    Herkunft: Das Bild vom Abschneiden der Rede ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört zu einer Gruppe von Wendungen, die Sprache als Faden oder Band behandeln.

    Themen: Sprache und Kommunikation

  • Zeter und Mordio schreien

    Redew.

    Lautstark und übertrieben protestieren.

    Herkunft: „Zeter“ war im mittelalterlichen Recht der Hilferuf, mit dem ein Überfallener die Nachbarschaft zur Verfolgung des Täters verpflichtete.

    Themen: Sprache und KommunikationMenschen und Verhalten

    Siehe auch: Das schlägt dem Fass den Boden aus Das ist starker Tobak

  • Etwas zu Geld machen

    Redew.

    Einen Besitz verkaufen, um an Bargeld zu kommen.

    Herkunft: Die ältere Fassung „versilbern“ verweist auf die Zeit, in der Silbermünzen das übliche Zahlungsmittel waren.

    Auch: Etwas versilbern

    Themen: GeldArbeit

  • Zu Kreuze kriechen

    Redew.

    Klein beigeben, sich demütigen und einen Fehler oder eine Niederlage eingestehen.

    Herkunft: Die Wendung geht auf einen mittelalterlichen Bußbrauch zurück: Am Karfreitag rutschten Büßende auf den Knien zum Kreuz, um es zu verehren.

    Themen: Menschen und Verhalten

    Siehe auch: Klein beigeben

  • Die zweite Geige spielen

    Redew.

    In einer Gruppe nur die untergeordnete Rolle haben.

    Herkunft: Das Gegenstück zur ersten Geige, die im Orchester die Führung hat.

    Themen: Menschen und VerhaltenArbeit

    Siehe auch: Die erste Geige spielen

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