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Sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, Seite 6
162 Einträge mit Bedeutung · Seite 6 von 6
Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Sprichw.Wer wenig festhält, hat auch wenig zu verlieren.
Herkunft: Eine Formel, verwandt mit der stoischen Besitzlehre bei Seneca und Epiktet.
Themen: GroßzügigkeitReichtumAngst
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer gibt, macht sich frei. Besitz verpflichtet.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftVertrauenErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Sprichw.Wer durch Furcht regiert, hat selbst am meisten zu fürchten.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Publilius Syrus, der schreibt, wen viele fürchten, der müsse viele fürchten.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wir haben nicht wenig Zeit, sondern wir vertun viel davon.
SpruchNicht die Kürze des Lebens ist das Problem, sondern der Umgang damit.
Herkunft: Aus Senecas Schrift „Von der Kürze des Lebens“.
Themen: LebenZum NachdenkenMotivation
QuelleSeneca
Siehe auch: Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig macht, reicht das. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit.
Lebensw.Die meisten Befürchtungen treten nie ein, quälen aber trotzdem.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Ebenfalls aus Senecas Briefen an Lucilius.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind der richtige. Solange du lebst, lerne zu leben. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Wir werden entweder einen Weg finden oder einen bahnen.
Lebensw.Ein Hindernis ist kein Grund umzukehren: Wenn es keinen Weg gibt, wird eben einer geschaffen.
HannibalFeldherr und Staatsmann Karthagos, 247 bis 183 v. Chr.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem karthagischen Feldherrn Hannibal zugeschrieben, überliefert bei dem römischen Autor Seneca im Zusammenhang mit dem Alpenübergang.
Auch: Aut viam inveniam aut faciam.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleSeneca
Siehe auch: Teile und herrsche. Ich kam, ich sah, ich siegte. Die Würfel sind gefallen.
Wissen ist nicht Weisheit.
Sprichw.Kenntnisse zu sammeln ist etwas anderes, als sie richtig anzuwenden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Heraklit, der die Vielwisserei von der Einsicht unterscheidet.
Themen: WissenKlugheit und DummheitAlter
QuelleHeraklit
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht.
Sprichw.Wer sich stark bindet, fürchtet auch, den anderen zu verlieren.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, wer nicht eifersüchtig sei, liebe nicht.
Auch: Eifersucht ist die Schwester der Liebe.
Themen: EifersuchtLiebePartnerschaft
QuelleOvid
Siehe auch: Was sich liebt, das neckt sich. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Liebe geht durch den Magen.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Sprichw.Wenn über jemanden geredet wird, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „flamma fumo est proxima“ bei Plautus, wonach dem Rauch die Flamme unmittelbar folgt.
Themen: WahrheitNachbarnVorsicht
QuellePlautus
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Sprichw.Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Möglichkeiten, sie gegen jemanden zu wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „summum ius, summa iniuria“, das bei Cicero belegt ist.
Themen: Recht und GerechtigkeitMachtErfahrung
QuelleCicero
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Die Würfel sind gefallen.
Lebensw.Die Entscheidung ist getroffen und lässt sich nicht mehr zurücknehmen.
Gaius Julius Caesarrömischer Feldherr und Staatsmann, 100 bis 44 v. Chr.
Herkunft: Caesar soll den Satz beim Überschreiten des Rubikon gesagt haben. Überliefert ist er bei Sueton in lateinischer, bei Plutarch in griechischer Form.
Auch: Alea iacta est.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleCaesar, Plutarch, Sueton
Siehe auch: Wir werden entweder einen Weg finden oder einen bahnen. Teile und herrsche. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Die Zeit heilt alle Wunden.
Sprichw.Mit zunehmendem Abstand verlieren Kränkungen und Verluste einen Teil ihrer Schärfe.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Menander und Seneca. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
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