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Sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, Seite 4
162 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 6
Nutze den Tag.
Lebensw.Aufforderung, den gegenwärtigen Tag zu nutzen, statt auf später zu vertrauen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Übersetzung des „carpe diem“ aus einer Ode des römischen Dichters Horaz.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleHoraz
Siehe auch: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Öl ins Feuer gießen
Redew.Einen Konflikt durch eine unbedachte Äußerung noch verschärfen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Das Bild ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Horaz.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und Kommunikation
QuelleHoraz
Siehe auch: Das letzte Wort haben wollen Das Fass zum Überlaufen bringen
Papier ist geduldig.
Sprichw.Aufschreiben lässt sich alles; ob es auch zutrifft oder eingehalten wird, steht auf einem anderen Blatt.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einem Brief Ciceros.
QuelleCicero
Siehe auch: Worte sind Wind. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Sprichw.Wohlstand bemisst sich am Verhältnis von Besitz und Bedürfnis.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Seneca und gehört zu den Grundsätzen der stoischen Besitzlehre.
Themen: ReichtumBescheidenheitGeld
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen.
Sprichw.Wohlstand ist ein Verhältnis, kein Betrag.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der stoischen und epikureischen Lebenslehre und findet sich bei Seneca und Epikur.
Themen: ReichtumBescheidenheitGlück
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Wer genug hat, ist reich. Das Glück wohnt selten in großen Häusern.
Den roten Teppich ausrollen
Redew.Jemanden mit großem Aufwand empfangen.
Herkunft: Der rote Teppich als Zeichen des feierlichen Empfangs ist bereits in der antiken Literatur bezeugt, unter anderem bei Aischylos in der „Orestie“.
Themen: Menschen und VerhaltenFarben
QuelleAischylos
Den Rubikon überschreiten
Redew.Einen Schritt tun, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Herkunft: Caesar überschritt 49 v. Chr. mit seinem Heer den Grenzfluss Rubikon und löste damit den Bürgerkrieg aus. Überliefert ist der Vorgang bei Sueton.
Themen: Menschen und Verhalten
Siehe auch: Den Stab über jemanden brechen
Der Schein trügt.
Sprichw.Der erste Eindruck führt oft in die Irre.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „fallaces sunt rerum species“, die bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Schlaf ist die beste Medizin.
Sprichw.Ausreichende Ruhe hilft dem Körper, sich zu erholen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Heilkunde verbreitet und findet sich bei Hippokrates als Empfehlung der Ruhe.
Themen: GesundheitSchlaf
QuelleHippokrates
Siehe auch: Das Bett ist der billigste Arzt. Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut.
Das Schönste am Lernen ist, dass es niemand wegnehmen kann.
Sprichw.Kenntnisse sind der einzige Besitz, der sich nicht enteignen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Philosophen, unter anderem in einer Anekdote über Simonides.
QuelleSimonides
Siehe auch: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Sprichw.Ein einzelnes gutes Zeichen bedeutet noch nicht, dass sich die Lage insgesamt gewendet hat.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in einer Fabel Äsops belegt und findet sich in ähnlicher Form bei Aristoteles.
Themen: ZeitHoffnungTiereJahreszeiten
QuelleÄsop, Aristoteles
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Schweigen kann man nicht bereuen.
Sprichw.Ein ungesagtes Wort hat noch niemandem geschadet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus, wonach niemand das Schweigen bereut habe, viele aber das Reden.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtWahrheit
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer nüchtern bleibt, hört alles. Stille Wasser sind tief.
Die Seele nimmt die Farbe der Gedanken an.
Lebensw.Woran jemand ständig denkt, das prägt mit der Zeit seinen Charakter.
Mark Aurelrömischer Kaiser und Philosoph, 121 bis 180 n. Chr.
Herkunft: Aus den „Selbstbetrachtungen“ des römischen Kaisers Mark Aurel.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleMark Aurel
Siehe auch: Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit. Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind der richtige. Solange du lebst, lerne zu leben.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrungVeränderung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Solange du lebst, lerne zu leben.
Lebensw.Die Lebenskunst ist nie abgeschlossen, man übt sie bis zuletzt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Aus Senecas Briefen an Lucilius.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleSeneca
Siehe auch: Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit. Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind der richtige. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Sprichw.Ein Erfolg sollte erst gefeiert werden, wenn er endgültig feststeht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Solon zurück, der bei Herodot rät, niemanden vor seinem Tod glücklich zu preisen. Im Deutschen ist die Fassung mit dem Tag seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.
Themen: VorsichtZukunftHoffnung
Siehe auch: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Kommt Zeit, kommt Rat.
Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Sprichw.Die Nahrung ist Mittel, nicht Ziel.
Herkunft: Der Gedanke wird Sokrates zugeschrieben und ist bei Plutarch und Cicero überliefert.
Themen: EssenGesundheitBescheidenheit
QuelleCicero, Plutarch, Sokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Die Sonne scheint für alle.
Sprichw.Manches steht allen gleichermaßen zu, unabhängig von Rang und Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits bei Petronius belegt und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: NaturRecht und GerechtigkeitArmut
QuellePetronius
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Gleiches Recht für alle. Der Tod macht alle gleich.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Sprichw.Auch kleine, aber beständige Anstrengungen führen mit der Zeit zu großen Wirkungen.
Ovidrömischer Dichter, 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Ovid.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Kein Tag gleicht dem anderen.
Sprichw.Auch der gleichförmige Alltag ist nie zweimal derselbe.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklits Satz vom Fluss zurück und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Dem Tapferen hilft das Glück.
Lebensw.Wer sich etwas traut, dem kommen die Umstände eher entgegen.
Vergilrömischer Dichter, 70 bis 19 v. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „fortuna audaces iuvat“, die sich unter anderem bei Vergil und Terenz findet.
Themen: Lebensweisheiten
Siehe auch: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß.
Sprichw.Weil das Leben endlich ist, bekommt es überhaupt ein Maß.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Sprichw.Nicht das Ende ist zu fürchten, sondern der Weg dorthin.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Epikur.
Themen: TodUnglückGesundheit
Siehe auch: Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod lehrt leben.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit ordnet, was wichtig ist.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod macht alle gleich.
Sprichw.Vor dem Sterben zählen Rang und Vermögen nicht mehr.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch die Darstellungen des Totentanzes bildlich geworden.
QuelleHoraz
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Über die Toten nur Gutes.
Sprichw.Alte Regel, nach dem Tod eines Menschen keine Kritik mehr zu äußern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das griechische Wort des Chilon von Sparta, überliefert bei Diogenes Laertios als „de mortuis nil nisi bene“.
Themen: TodEhrlichkeitAbschied
Das Vergangene lehrt das Kommende.
Sprichw.Erfahrung ist das einzige verlässliche Mittel, sich auf Künftiges einzustellen.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Thukydides, der seine Geschichtsschreibung ausdrücklich damit begründet.
Themen: VergangenheitZukunftLernen
QuelleThukydides
Siehe auch: Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Die Wahrheit braucht keinen Schmuck.
Sprichw.Was zutrifft, muss nicht ausgeschmückt werden.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur antiken Rhetorik und findet sich bei Seneca.
Themen: WahrheitEhrlichkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Sprichw.Was zunächst verborgen bleibt, kommt mit den Jahren heraus.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „veritas filia temporis“, das bei Aulus Gellius belegt ist und im 16. Jahrhundert zum Wahlspruch wurde.
QuelleAulus Gellius
Siehe auch: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
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