Auswahl
Sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, Seite 5
162 Einträge mit Bedeutung · Seite 5 von 6
Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Sprichw.Im Rausch zeigt sich, wie jemand ohne Zurückhaltung ist.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem griechischen Dichter Alkaios und wurde von Cicero aufgegriffen.
Themen: TrinkenWahrheitErfahrung
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Sprichw.Alkohol wirkt auf beide gleich, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Symposionliteratur, unter anderem bei Platon.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitMut
QuellePlaton
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: VergangenheitAbschiedDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt.
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Der Geizige gibt erst im Tod. Wie gewonnen, so zerronnen.
Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Sprichw.Nur wer die untere Seite kennt, kann von oben vernünftig entscheiden.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Aristoteles aus seiner „Politik“.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Herrschen heißt dienen.
Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Sprichw.Was geregelt ist, verliert einen Teil seines Schreckens.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Todesbetrachtung und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung. Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter.
Sprichw.Ein Ortswechsel ändert nichts an dem, was man mitbringt.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Horaz, der schreibt, wer über das Meer eile, wechsle den Himmel, nicht das Gemüt.
Themen: VeränderungReisenErfahrung
QuelleHoraz
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sprichw.Ohne Anstrengung gibt es keinen Ertrag.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem“ bei Plautus.
QuellePlautus
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichw.Die Sorge um das Kommende nimmt einem das, was gerade ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer alles fürchte, lebe nicht.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Sprichw.Ein Vertrauensbruch wirkt über den Einzelfall hinaus.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VertrauenLügenErfahrung
QuelleÄsop
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Leicht versprochen, schwer gehalten. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
Themen: LügenVertrauenEhrlichkeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Wer einmal ehrlich war, dem glaubt man auch das Unangenehme. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht.
Wer genug hat, ist reich.
Sprichw.Reichtum bemisst sich am Verhältnis von Besitz und Bedürfnis.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur epikureischen Lebenslehre und findet sich in Epikurs Brief an Menoikeus.
Themen: GlückReichtumBescheidenheit
QuelleEpikur
Siehe auch: Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen. Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Wer gibt, macht sich frei.
Sprichw.Wer teilt, löst sich zugleich von der Sorge um den Besitz.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen und zur christlichen Besitzlehre und findet sich bei Seneca.
Themen: GroßzügigkeitReichtumBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Sprichw.Der Gebende soll nicht davon sprechen, der Empfangende schon.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, macht sich frei.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: HochmutMisserfolgMacht
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt.
Sprichw.Erziehung wirkt in eine Zeit hinein, die der Erziehende nicht mehr erlebt.
Herkunft: Das Bild vom Baumpflanzen für spätere Generationen stammt aus einer Fabel des römischen Dichters Caecilius Statius, überliefert bei Cicero.
QuelleCaecilius Statius, Cicero
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Sprichw.Wer Unwahres erzählt, muss sich merken, was er wem gesagt hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mendacem memorem esse oportet“, das bei Quintilian belegt ist.
Themen: LügenWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleQuintilian
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind der richtige.
Lebensw.Ohne klares Ziel nützen auch günstige Umstände nichts.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Sinngemäß aus den Briefen des römischen Philosophen Seneca an Lucilius.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleSeneca
Siehe auch: Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit. Solange du lebst, lerne zu leben. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: AngstMutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Wissen ist nicht Weisheit.
Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, geht auch keine Rücksicht ein.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Juvenal, der schreibt, der Reisende mit leeren Taschen singe vor dem Räuber.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Wer sich erinnert, lebt zweimal.
Sprichw.Erinnerung wiederholt das Erlebte, ohne dass es noch einmal geschehen muss.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Martial, der schreibt, wer sich vergangener Freuden erinnere, lebe doppelt.
Themen: VergangenheitAlterGlück
QuelleMartial
Siehe auch: Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen.
Sprichw.Selbstüberschätzung ist meist ein Zeichen von Unkenntnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der antiken Bezeichnung Delphis als Nabel der Welt.
Themen: HochmutReisenBescheidenheit
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten. Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Wer sich selbst genügt, braucht wenig Beifall.
Sprichw.Wer mit sich im Reinen ist, ist auf fremde Bestätigung nicht angewiesen.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Lehre von der Selbstgenügsamkeit und findet sich bei Mark Aurel.
Themen: BescheidenheitHochmutGlück
QuelleMark Aurel
Siehe auch: Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast. Ehre, wem Ehre gebührt. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Sprichw.Wer die eigenen Grenzen kennt, verspricht nicht mehr, als er halten kann.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift von Delphi zurück und findet sich bei Sokrates und den Stoikern.
Themen: BescheidenheitKlugheit und DummheitWissen
QuelleOrakel von Delphi, Sokrates
Siehe auch: Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Wer viel hat, will noch mehr.
Sprichw.Besitz stillt das Verlangen nicht, sondern steigert es.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, wonach dem Wachsen des Geldes die Sorge um das Geld folge.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Auf dieser Seite stehen sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, jeweils mit Bedeutung. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.