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Sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, Seite 2
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Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
Themen: NaturErfahrungSchicksal
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel. Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Der Geiz wächst mit dem Vermögen.
Sprichw.Anders als erwartet nimmt die Sparsamkeit mit dem Wohlstand zu statt ab.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Juvenal, der schreibt, die Geldgier wachse mit dem Geld.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn. Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Sprichw.Wer nur noch ans Sparen denkt, wird von seinem Vermögen beherrscht statt umgekehrt.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in dieser Form bereits bei dem römischen Autor Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld sättigt keinen Hunger. Geld allein macht nicht glücklich.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Der Geizige schlachtet das Huhn, das ihm Eier legt.
Sprichw.Wer nur auf den sofortigen Gewinn schaut, zerstört die Quelle.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einer Fabel Äsops von der Gans mit den goldenen Eiern.
Themen: GeizKlugheit und DummheitTiere
QuelleÄsop
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Sprichw.Körperliches und geistiges Wohlbefinden hängen zusammen.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Verkürzte Übersetzung aus einer Satire Juvenals („mens sana in corpore sano“), dort ursprünglich als Wunsch formuliert.
Themen: GesundheitLeben
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Gesundheit ist der größte Reichtum.
Sprichw.Kein Besitz wiegt den Verlust der Gesundheit auf.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Ärzten und bei Vergil. Im Deutschen ist die Formel seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: GesundheitReichtumGlück
QuelleVergil
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Geld allein macht nicht glücklich. Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftFreundschaftZusammenhaltUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.
Lebensw.Was jemand lange getan hat, wird zu einem Teil seines Wesens.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Cicero und geht auf Aristoteles zurück.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleAristoteles, Cicero
Siehe auch: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Sprichw.Dreistufige Merkregel zum Maßhalten beim Trinken.
Herkunft: Der Gedanke geht auf eine griechische Sentenz zurück, die dem Dichter Eubulos zugeschrieben wird.
Themen: TrinkenGesundheitBescheidenheit
QuelleEubulos
Siehe auch: Das letzte Glas ist immer eines zu viel. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftPartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Jemandem goldene Berge versprechen
Redew.Große Zusagen machen, die sich nicht halten lassen.
Herkunft: Die Wendung ist bereits in der römischen Literatur belegt, unter anderem bei Terenz, und spielt auf die sagenhaften Goldberge Persiens an.
Themen: Sprache und KommunikationGeld
QuelleTerenz
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Etwas in den schwärzesten Farben malen Den Mund zu voll nehmen
Den gordischen Knoten durchschlagen
Redew.Ein verwickeltes Problem mit einem einzigen entschlossenen Schritt lösen.
Herkunft: Nach der Überlieferung durchtrennte Alexander der Große den kunstvoll geschlungenen Knoten von Gordion mit dem Schwert, statt ihn zu lösen.
QuelleAlexander der Große
Siehe auch: Das Ei des Kolumbus
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Lebensw.Die Aufforderung, selbst zu urteilen, statt sich auf Autoritäten zu verlassen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Aus Immanuel Kants Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ (1784); Kant zitiert damit die lateinische Formel „sapere aude“ aus einer Ode des Horaz.
Auch: Sapere aude.
Themen: Lebensweisheiten
Siehe auch: Dem Tapferen hilft das Glück.
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandelNachbarn
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
Sprichw.Der Abstand zeigt, was das Vertraute ausmacht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Ovid in seinen Briefen aus der Verbannung.
Themen: ReisenHaus und HeimatErfahrung
QuelleOvid
Siehe auch: In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.
Sprichw.Hoffnung verhält sich zum Wachen wie der Traum zum Schlaf: Beide zeigen, was man sich wünscht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: In der Not schmeckt jedes Brot. Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. Salz und Brot macht Wangen rot.
Ich kam, ich sah, ich siegte.
Lebensw.Knappste denkbare Erfolgsmeldung, heute meist scherzhaft für einen mühelosen Erfolg gebraucht.
Gaius Julius Caesarrömischer Feldherr und Staatsmann, 100 bis 44 v. Chr.
Herkunft: Meldung Gaius Julius Caesars an den Senat nach dem Sieg bei Zela im Jahr 47 v. Chr., überliefert bei Sueton und Plutarch.
Auch: Veni, vidi, vici.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleCaesar, Plutarch, Sueton
Siehe auch: Wir werden entweder einen Weg finden oder einen bahnen. Teile und herrsche. Die Würfel sind gefallen.
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Lebensw.Das Eingeständnis der eigenen Unwissenheit ist der Anfang jeder ernsthaften Erkenntnis.
Sokratesgriechischer Philosoph, 469 bis 399 v. Chr.
Herkunft: Geht auf Sokrates zurück, überliefert in Platons „Apologie“; die zugespitzte deutsche Fassung ist eine spätere Verkürzung.
Themen: Lebensweisheiten
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen. Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Im Schlaf sind alle Menschen gleich.
Sprichw.Im Schlaf zählen Rang und Vermögen nicht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Sprichw.Erst unter Druck wird sichtbar, wie jemand wirklich ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Sprichw.Erst der Abstand macht deutlich, was man an dem hat, wo man herkommt.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Ovid, der ihn in seinen Briefen aus der Verbannung ausführt.
Themen: ReisenHaus und HeimatDankbarkeit
QuelleOvid
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt. Die Heimat erkennt man erst aus der Ferne.
In der Not erkennt man seine Freunde.
Sprichw.Erst wenn es schwierig wird, zeigt sich, auf wen man sich wirklich verlassen kann.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amicus certus in re incerta cernitur“, das Cicero in seiner Schrift über die Freundschaft zitiert.
Auch: Den Freund erkennt man in der Not.
Themen: FreundschaftUnglückVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last.
In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Sprichw.Der Ertrag des Unterrichts kommt dem Lernenden zugute, niemandem sonst.
Herkunft: Eine Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Irren ist menschlich.
Sprichw.Fehler zu machen gehört zum Menschsein und ist kein Grund für harte Verurteilung.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „errare humanum est“, deren Gedanke sich schon bei Seneca findet.
Auch: Errare humanum est.
Themen: MisserfolgKlugheit und DummheitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Durch Schaden wird man klug. Wer nur rechnet, verrechnet sich. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
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