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Sprichwörter aus der Antike und ihre Quellen, Seite 3
162 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 6
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Lebensw.Alles ist in Bewegung, deshalb ist keine Lage je genau dieselbe wie zuvor.
Heraklitgriechischer Philosoph, um 520 bis 460 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Philosophen Heraklit zugeschrieben und ist über Platons Wiedergabe überliefert.
Themen: Lebensweisheiten
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Nutze den Tag. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Die Katze lässt das Mausen nicht.
Sprichw.Alte Gewohnheiten legt niemand ab, auch wenn er es beteuert.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops von der in eine Frau verwandelten Katze, die beim Anblick einer Maus zurückfällt.
QuelleÄsop, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief.
Die kleinste Gabe zur rechten Zeit ist die größte.
Sprichw.Der Wert einer Hilfe hängt weniger vom Umfang ab als vom Zeitpunkt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus, verwandt mit der Formel vom doppelten Geben des schnell Gebenden.
Themen: GroßzügigkeitZeitFreundschaft
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten.
Die Kunst ist lang, das Leben kurz.
SpruchEin Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Hippokratesgriechischer Arzt, um 460 bis 370 v. Chr.
Herkunft: Übersetzung des ersten Aphorismus des Hippokrates, im Lateinischen als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
Auch: Ars longa, vita brevis.
Themen: LebenZum NachdenkenKurz
QuelleHippokrates
Das Leben ist die beste Schule.
Sprichw.Was man selbst erlebt, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke ist die Umkehrung von Senecas Klage, man lerne für die Schule statt für das Leben. Als deutsche Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.
Sprichw.Ein Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Herkunft: Der erste Aphorismus des Hippokrates, lateinisch als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
QuelleHippokrates
Siehe auch: Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Übung macht den Meister. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Liebe macht blind.
Sprichw.Wer verliebt ist, übersieht die Fehler des anderen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Dichtung verbreitet, unter anderem bei Theokrit und Plautus. Die Darstellung des Liebesgottes mit verbundenen Augen ist eine mittelalterliche Zutat.
Themen: LiebePartnerschaftKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eifersucht macht blind. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Der Mensch ist das Maß aller Dinge.
Lebensw.Was als wahr oder gut gilt, bemisst sich am menschlichen Standpunkt und nicht an einer davon unabhängigen Instanz.
Protagorasgriechischer Sophist, um 490 bis 411 v. Chr.
Herkunft: Der Satz stammt von dem griechischen Sophisten Protagoras und ist bei Platon überliefert.
Themen: Lebensweisheiten
QuellePlaton, Protagoras
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.
Lebensw.Pessimistische Aussage über das Verhalten der Menschen untereinander.
Herkunft: Die Formel „homo homini lupus“ stammt von Plautus und wurde durch Thomas Hobbes bekannt.
Themen: Lebensweisheiten
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Lebensw.Menschen halten an eingeübten Abläufen fest, auch wenn es bessere gäbe.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und verbindet den philosophischen Gedanken von der Macht der Gewohnheit mit einem bewusst derben Vergleich. Der Gedanke selbst ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Aristoteles und Cicero.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleAristoteles, Cicero
Siehe auch: Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleÄsop
Muße in Würde.
SpruchDer zurückgezogene Lebensabend als anerkannter und ehrenvoller Zustand, nicht als Abstellgleis.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „otium cum dignitate“, die Cicero für den würdevollen Rückzug aus dem öffentlichen Leben verwendet.
Themen: RuhestandZum NachdenkenKurz
QuelleCicero
Siehe auch: Werde alt wie ein Baum und bleib jung im Herzen. Nicht die Jahre in deinem Leben zählen, sondern das Leben in deinen Jahren. Man zählt die Jahre nicht, man lebt sie.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles und wurde im 20. Jahrhundert vielfach neu formuliert.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Sprichw.Für den Anfang braucht es Entschlossenheit, für das Ergebnis auch Umstände, die man nicht beeinflusst.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Demokrit.
QuelleDemokrit
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Wer warten kann, siegt am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht.
Nach jemandes Pfeife tanzen
Redew.Sich vollständig nach dem Willen eines anderen richten.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild geht auf eine Fabel Äsops vom Fischer zurück, der den Fischen aufspielt, damit sie tanzen.
Themen: Menschen und VerhaltenArbeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Jemandem verfallen sein
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: NaturGesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin. Das Bett ist der billigste Arzt.
Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende.
Sprichw.Eine Wohltat bleibt dem länger im Gedächtnis, der sie erwiesen hat.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: DankbarkeitGroßzügigkeitFreundschaft
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Was man verschenkt, hat man behalten. Dankbarkeit ist eine seltene Tugend.
Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Missgunst schadet vor allem dem, der sie hegt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Horaz, der den Neid als selbstzerstörerisch beschreibt. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Auch: Neid frisst den Neider.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer neidet, der leidet. Der Neidische magert an fremdem Fett. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer.
Der Neidische magert an fremdem Fett.
Sprichw.Der Wohlstand eines anderen zehrt den Neider auf.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „invidus alterius macrescit rebus opimis“ bei Horaz.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer nichts hat, den beneidet auch niemand. Wer neidet, der leidet. Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Sprichw.Was einem widerfährt, lässt sich nicht wählen, die Antwort darauf schon.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Epiktet.
QuelleEpiktet
Siehe auch: Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst. Im Unglück zeigt sich der Charakter. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.
Lebensw.Wie belastend ein Ereignis ist, hängt weniger von ihm ab als von der Bewertung, die man ihm gibt.
Epiktetgriechischer Philosoph der Stoa, um 50 bis 138 n. Chr.
Herkunft: Aus dem „Handbüchlein der Moral“ des griechischen Stoikers Epiktet.
Themen: Lebensweisheiten
QuelleEpiktet
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Wir leiden öfter in der Einbildung als in der Wirklichkeit. Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind der richtige.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
SpruchDie Schwierigkeit liegt oft weniger in der Sache als in der eigenen Scheu, sie anzupacken.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Aus den Briefen des römischen Philosophen Seneca an Lucilius („non quia difficilia sunt non audemus, sed quia non audemus difficilia sunt“).
Themen: MotivationZum Nachdenken
QuelleSeneca
Nichts bleibt, wie es ist.
Sprichw.Beständigkeit ist eine Täuschung, die nur aus der Nähe entsteht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklit zurück und ist im Deutschen als knappe Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichw.Das Einzige, worauf Verlass ist, ist die Tatsache, dass sich alles ändert.
Herkunft: Die Zuschreibung an Heraklit ist verbreitet; in dieser Formulierung ist sie nicht belegt.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts bleibt, wie es ist. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton
Siehe auch: Dem Armen fehlt es an Geld, dem Reichen an Rat.
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.
SpruchOhne klares Ziel führt jeder Weg irgendwohin, aber nicht dorthin, wo man hinwollte.
Herkunft: Der Gedanke wird Laozi zugeschrieben, ohne dass sich eine Stelle nachweisen ließe; verwandt mit Senecas Bild vom Hafen.
Themen: MotivationZum NachdenkenKurz
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