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Sprichwörter und Redewendungen mit Tieren, Seite 3
76 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 3
Den Vogel abschießen
Redew.Alle anderen übertreffen; heute meist spöttisch für eine besonders auffällige Leistung.
Herkunft: Beim Vogelschießen der Schützengilden wurde auf einen hölzernen Vogel geschossen. Wer den letzten Rest traf, wurde Schützenkönig.
Siehe auch: Jemanden aus dem Feld schlagen Einen Vogel haben Die Oberhand gewinnen
Einen Vogel haben
Redew.Nicht recht bei Verstand sein, meist als Vorwurf gebraucht.
Herkunft: Der Volksglaube nahm an, Geisteskrankheit entstehe durch Tiere im Kopf. Diese Vorstellung erklärt auch die verwandten Wendungen vom Spatz im Kopf und vom Rappel.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Jemanden durch den Kakao ziehen Jemanden auf den Arm nehmen Den Vogel abschießen
Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Sprichw.Ein ausgesprochenes Wort lässt sich nicht zurücknehmen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der antiken Rhetorik und ist im Deutschen als Reimspruch seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitLügenStreit
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Weiße Mäuse sehen
Redew.Vor lauter Alkohol Dinge sehen, die nicht da sind.
Herkunft: Die Wendung bezieht sich auf Trugbilder im Alkoholentzug, bei denen kleine Tiere zu den häufigsten Wahrnehmungen gehören.
Themen: Menschen und VerhaltenFarbenTiere
Siehe auch: Zu tief ins Glas schauen
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Sprichw.Je größer die Überheblichkeit, desto härter der Sturz.
Herkunft: Eine Bildformel, die auf die Redewendung vom hohen Ross zurückgeht und in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt ist.
Themen: HochmutMisserfolgTiere
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen
Redew.Sich in einer heiklen Lage grob und ohne jedes Gespür verhalten.
Herkunft: Eine jüngere Bildung des 19. Jahrhunderts, entstanden mit der Verbreitung von Menagerien und Porzellangeschäften.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Ins Fettnäpfchen treten
Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Sprichw.Auch im hohen Alter stößt man noch auf Neues.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem bäuerlichen Umfeld. Die Kuh steht dabei für ein Tier, das ungewöhnlich lange gehalten wurde.
Siehe auch: Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer in der Jugend nichts wagt, hat im Alter nichts zu erzählen. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt
Redew.Den eigentlichen Kern eines Problems kennen.
Herkunft: „Hasenpfeffer“ ist ein Schmorgericht; der Hase liegt darin verborgen unter der Sauce.
Siehe auch: Da liegt der Hund begraben
Wo ein Trog ist, kommen die Schweine.
Sprichw.Wo etwas zu holen ist, stellen sich schnell Interessenten ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, entstanden aus der täglichen Beobachtung beim Füttern.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Ein Wolf im Schafspelz
Redew.Jemand, der harmlos auftritt und in Wirklichkeit gefährlich ist.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 7,15).
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jemandem einen Bären aufbinden
Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke.
Sprichw.Das Äußere ändert sich, das Wesen bleibt.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „lupus pilum mutat, non mentem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereErfahrungVeränderung
Siehe auch: Die Katze lässt das Mausen nicht. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Sprichw.Mit einer einzigen Handlung gleich zwei Ziele erreichen.
Herkunft: Die Klappe ist die Fliegenklatsche. Die Formel ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in vielen Sprachen mit wechselnden Tieren.
Siehe auch: Zeit ist Geld. Ordnung ist das halbe Leben.
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