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Sprichwörter und Redewendungen mit Tieren, Seite 2
76 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 3
Die Katze im Sack kaufen
Redew.Etwas erwerben, ohne es vorher geprüft zu haben, und dabei ein böses Erwachen riskieren.
Herkunft: Gehört zum selben Marktbetrug wie „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack nicht öffnete, kaufte ungesehen.
Siehe auch: Den Bock zum Gärtner machen Auf das falsche Pferd setzen
Die Katze lässt das Mausen nicht.
Sprichw.Alte Gewohnheiten legt niemand ab, auch wenn er es beteuert.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops von der in eine Frau verwandelten Katze, die beim Anblick einer Maus zurückfällt.
QuelleÄsop, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief.
Kinder und Hunde merken, wer sie mag.
Sprichw.Beide erkennen ohne Worte, ob jemand es ernst mit ihnen meint.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Themen: SparenGeldLandwirtschaftTiere
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Den Kopf in den Sand stecken
Redew.Einer unangenehmen Lage ausweichen, statt sich ihr zu stellen.
Herkunft: Beruht auf der irrigen Annahme, Strauße würden bei Gefahr den Kopf vergraben.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereKörper
Siehe auch: Das Herz rutscht in die Hose Den Teufel an die Wand malen
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Sprichw.Scherzhafte Bauernregel, die sich über die Beliebigkeit mancher Wetterprognosen lustig macht.
Herkunft: Ein Spottvers auf die Beliebigkeit mancher Bauernregel. Er ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und zeigt, dass die Skepsis gegenüber Wetterregeln nicht erst mit dem Wetterbericht aufkam.
Themen: WetterTiereJahreszeiten
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Den Letzten beißen die Hunde.
Sprichw.Wer zu spät kommt oder als Letzter übrig bleibt, trägt den Schaden.
Herkunft: Das Bild stammt von der Hetzjagd: Die Hunde greifen das Tier an, das zurückbleibt. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereMisserfolgZeit
Mit den Hühnern schlafen gehen
Redew.Sehr früh am Abend zu Bett gehen.
Herkunft: Hühner suchen bei Einbruch der Dämmerung den Stall auf. Wer mit ihnen schlafen geht, legt sich ungewöhnlich früh nieder.
Mit den Wölfen heulen
Redew.Sich der Mehrheit anschließen, auch gegen die eigene Überzeugung.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf die Beobachtung zurück, dass ein einzelnes Tier im Rudel mitheult, um nicht aufzufallen.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Sein Fähnchen nach dem Wind hängen Den Mantel nach dem Wind hängen
Sich mit fremden Federn schmücken
Redew.Sich eine Leistung zuschreiben, die ein anderer erbracht hat.
Äsopgriechischer Fabeldichter, 6. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Das Bild stammt aus einer Fabel Äsops von der Krähe, die sich mit Pfauenfedern schmückt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleÄsop
Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Sprichw.Scherzhafte Aufmunterung: Mit Ausdauer gelingt auch das Schwierige.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Mit jemandem ein Hühnchen rupfen
Redew.Eine offene Rechnung mit jemandem begleichen wollen.
Herkunft: Das gemeinsame Rupfen eines Huhns war eine mühsame Arbeit, bei der man Zeit für ein klärendes Gespräch hatte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiereSprache und Kommunikation
Mit Speck fängt man Mäuse.
Sprichw.Mit einem passenden Anreiz erreicht man mehr als mit Nachdruck.
Herkunft: Ein Bild aus der Schädlingsbekämpfung, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Gemeint ist der wirksame Köder, nicht die Gewalt.
Themen: Klugheit und DummheitTiereHandel
Man muss den Esel nicht zum Brunnen tragen, wenn er nicht trinken will.
Sprichw.Wer nicht will, lässt sich nicht überreden, gleichgültig wie viel Mühe man aufwendet.
Herkunft: Eine deutsche Fassung des englischen Sprichworts vom Pferd, das man zur Tränke führen, aber nicht zum Trinken zwingen kann.
Themen: TiereArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich nicht ändert, wird geändert.
Perlen vor die Säue werfen
Redew.Etwas Wertvolles jemandem geben, der es nicht zu schätzen weiß.
Herkunft: Der Ausdruck stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,6).
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Sein Geld zum Fenster hinauswerfen
Das Pferd von hinten aufzäumen
Redew.Eine Sache in der falschen Reihenfolge angehen.
Herkunft: Aufgezäumt wird ein Pferd am Kopf. Wer von hinten beginnt, hat die Reihenfolge vertauscht und kommt nicht voran.
Siehe auch: Sich die Sporen verdienen Etwas in den Sand setzen Blaumachen
Die Sau rauslassen
Redew.Ausgelassen feiern und alle Zurückhaltung fahren lassen.
Herkunft: Die Wendung wird auf das dörfliche Fest zurückgeführt, bei dem die Schweine aus dem Stall gelassen wurden. Sicher belegt ist das nicht; die derbe Bildlichkeit spricht eher für eine jüngere Bildung der Umgangssprache.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Bis in die Puppen
Schmetterlinge im Bauch haben
Redew.Das kribbelige Gefühl frischer Verliebtheit spüren.
Herkunft: Lehnübersetzung aus dem Englischen („butterflies in one's stomach“), im Deutschen erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet.
Siehe auch: Sich in jemanden vergucken Sich Hals über Kopf verlieben Jemandem den Kopf verdrehen
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Sprichw.Ein einzelnes gutes Zeichen bedeutet noch nicht, dass sich die Lage insgesamt gewendet hat.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in einer Fabel Äsops belegt und findet sich in ähnlicher Form bei Aristoteles.
Themen: ZeitHoffnungTiereJahreszeiten
QuelleÄsop, Aristoteles
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Den Schwanz einziehen
Redew.Kleinlaut zurückweichen, nachdem man vorher groß aufgetreten ist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Verhalten unterlegener Hunde.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Das schwarze Schaf sein
Redew.In einer Gruppe derjenige sein, der aus der Reihe fällt und dem alles angelastet wird.
Herkunft: Schwarze Wolle ließ sich nicht färben und war deshalb weniger wert. Ein schwarzes Lamm in einer weißen Herde galt als Störfall, und daraus wurde das Bild für den, der aus der Reihe fällt.
Schwein haben
Redew.Unverdientes Glück haben, ohne etwas dafür getan zu haben.
Herkunft: Bei mittelalterlichen Wettkämpfen erhielt der Letzte ein Schwein als Trostpreis. Wer verlor, ging also nicht leer aus.
Themen: Glück und PechTiere
Siehe auch: Pech haben Mehr Glück als Verstand haben Einen Schutzengel gehabt haben
Seine Schäfchen ins Trockene bringen
Redew.Den eigenen Vorteil rechtzeitig sichern, oft auf Kosten anderer.
Herkunft: Die Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Diskutiert wird neben dem Bild der Schafherde auch eine Ableitung von niederdeutsch „Schäfchen“ für Kapital.
Siehe auch: Den Trumpf ausspielen
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Sprichw.Über den Ertrag einer Sache zu verfügen, bevor sie gelungen ist, ist verfrüht.
Herkunft: Das Bild ist in Europa seit dem Mittelalter verbreitet und findet sich unter anderem in einer Fabel von La Fontaine.
Auch: Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, bevor der Bär erlegt ist.
Themen: VorsichtTiereLeichtsinn
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Sprichw.Auf ein kleines Problem gehört keine übergroße Reaktion.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und setzt die Kanone als größtes verfügbares Kriegsgerät gegen das kleinste Tier.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtTiere
Siehe auch: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Man soll schlafende Hunde nicht wecken.
Sprichw.Ein Problem, das gerade ruht, sollte man nicht ohne Not wieder aufrühren.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Sich die Sporen verdienen
Redew.Sich zum ersten Mal bewähren und dadurch Anerkennung erwerben.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Rittertum: Der Ritterschlag war mit dem Anlegen goldener Sporen verbunden.
Siehe auch: Das Pferd von hinten aufzäumen
Den Stier bei den Hörnern packen
Redew.Ein Problem direkt und entschlossen angehen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Umgang mit Zugvieh: Ein widerspenstiger Stier ließ sich nur beherrschen, wenn man ihn an den Hörnern fasste, also dort, wo er gefährlich ist. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen verbreitet.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: VertrauenFreundschaftEhrlichkeit
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Viele Hunde sind des Hasen Tod.
Sprichw.Gegen eine Übermacht hat auch der Geschickteste keine Chance.
Herkunft: Aus der Hetzjagd: Ein einzelner Hund holt den Hasen nicht ein, eine Meute schon. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereZusammenhaltMacht
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
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