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Sprichwörter und Redewendungen mit Tieren
Hund, Katze, Pferd, Huhn und Wolf tragen einen erstaunlichen Teil der deutschen Bildsprache. Das hat einen praktischen Grund: Bis ins 20. Jahrhundert lebten die meisten Menschen mit diesen Tieren zusammen und konnten ihr Verhalten täglich beobachten. Diese Seite sammelt alle Einträge, in denen ein Tier vorkommt.
76 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 3
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: GlückTiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Auf das falsche Pferd setzen
Redew.Sich für die Möglichkeit entscheiden, die sich als die schlechtere erweist.
Herkunft: Das Bild stammt vom Wetten beim Pferderennen.
Themen: Glück und PechTiere
Siehe auch: Die Katze im Sack kaufen Den Bock zum Gärtner machen Das Pferd von hinten aufzäumen
Auf dem hohen Ross sitzen
Redew.Überheblich auftreten und auf andere herabsehen.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Zeit, als nur Ritter und Vornehme zu Pferd unterwegs waren und buchstäblich auf die Fußgänger herabsahen.
Auch: Sich aufs hohe Ross setzen
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Die Nase hoch tragen Das Pferd von hinten aufzäumen Auf das falsche Pferd setzen
Auf den Hund kommen
Redew.Wirtschaftlich oder gesundheitlich stark herunterkommen.
Herkunft: Für diese Wendung gibt es mehrere Deutungen, keine davon gesichert. Genannt werden der Hund als geringstes Zugtier, ein auf den Boden von Truhen gemalter Hund, der beim Leerwerden sichtbar wurde, und der Grubenhund im Bergbau. Belegen lässt sich keine dieser Erklärungen.
Themen: Glück und PechTiereGeld
Sich auf die Hinterbeine stellen
Redew.Sich wehren und nicht länger alles hinnehmen.
Herkunft: Das Bild stammt vom Pferd, das sich aufbäumt, und vom Bären, der sich zur Wehr setzt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Jemandem die Butter vom Brot nehmen
Aus einer Mücke einen Elefanten machen
Redew.Eine Kleinigkeit maßlos aufbauschen.
Herkunft: Der Gegensatz von kleinstem und größtem Tier ist ein altes rhetorisches Bild. Im Deutschen ist die Wendung seit dem 16. Jahrhundert belegt, das Motiv selbst geht auf die griechische Antike zurück.
Themen: Sprache und KommunikationTiereMenschen und Verhalten
Siehe auch: Jemanden in den höchsten Tönen loben Den Mund zu voll nehmen Das Blaue vom Himmel versprechen
Jemandem einen Bären aufbinden
Redew.Jemandem etwas Erfundenes so erzählen, dass er es glaubt.
Herkunft: „Bär“ geht hier vermutlich auf ein älteres Wort für Last oder Abgabe zurück, nicht auf das Tier. Wer jemandem einen Bären aufbindet, lädt ihm eine Last auf, die er nicht bemerkt.
Themen: Menschen und VerhaltenSprache und KommunikationTiere
Siehe auch: Ein Wolf im Schafspelz Das Blaue vom Himmel versprechen
Jemandem einen Bärendienst erweisen
Redew.In guter Absicht helfen und damit alles schlimmer machen.
Jean de La Fontainefranzösischer Fabeldichter, 1621 bis 1695
Herkunft: Geht auf eine Fabel von La Fontaine zurück, in der ein Bär seinem schlafenden Herrn eine Fliege mit einem Stein von der Stirn schlägt.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Jemandem unter die Arme greifen
Einen Bärenhunger haben
Redew.Sehr großen Hunger haben, wie nach langer körperlicher Arbeit.
Herkunft: Der Bär dient in mehreren deutschen Wortbildungen als Verstärkung, etwa bei Bärenkräften und Bärenhitze.
Themen: Essen und TrinkenTiere
Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Sprichw.Ein kleiner, sicherer Vorteil ist mehr wert als eine große, ungewisse Aussicht.
Herkunft: Der Gedanke ist in ganz Europa verbreitet und geht auf eine Fabel Äsops zurück, in der eine Nachtigall den Jäger vergeblich auf größere Beute verweist.
Auch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Themen: VorsichtGeldTiereGeduld
QuelleÄsop
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Den Bock zum Gärtner machen
Redew.Ausgerechnet demjenigen eine Aufgabe übertragen, der dafür am wenigsten geeignet ist.
Herkunft: Ziegenböcke fressen mit Vorliebe junge Triebe und richten in einem Garten in kurzer Zeit großen Schaden an. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitTiereMenschen und Verhalten
Siehe auch: Hart am Wind segeln Kopf und Kragen riskieren Die Katze im Sack kaufen
Da liegt der Hund begraben
Redew.Das ist der eigentliche Grund für das Problem.
Herkunft: Verbreitet ist die Erklärung, die Wendung gehe auf einen Grabstein für einen treuen Hund zurück. Sprachwissenschaftlich näher liegt eine Ableitung vom mittelhochdeutschen „hunde“ für Beute oder Schatz: Dort, wo der Schatz vergraben liegt, ist der entscheidende Punkt.
Themen: AlltagTiereSprache und Kommunikation
Siehe auch: Wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt
Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Sprichw.Ein spöttischer Spruch, mit dem jemand angestrengtes Nachdenken abtut, meist scherzhaft als Aufforderung, sich nicht den Kopf zu zerbrechen.
Herkunft: Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig belegt. Der Spruch gehört zu den scherzhaften Spott- und Trotzsprüchen, die im deutschsprachigen Raum mündlich überliefert wurden.
Auch: Das Denken überlässt man den Pferden, die haben den größeren Kopf. · Denken soll man den Pferden überlassen, die haben größere Köpfe.
Themen: Klugheit und DummheitTiereFaulheit
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Ein dickes Fell haben
Redew.Unempfindlich gegenüber Kritik und Widrigkeiten sein.
Herkunft: Das Bild stammt vom Tier, dessen Fell Schläge und Kälte abhält. Wer ein dickes Fell hat, lässt Kränkungen nicht an sich heran.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Siehe auch: Jemanden an den Pranger stellen Jemandem den Kopf waschen Ein Haar in der Suppe finden
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.
Sprichw.Wer für einen arbeitet, dem soll man auch seinen Anteil lassen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Alten Testament (5. Mose 25,4) und wird im Neuen Testament als Bild für gerechte Entlohnung aufgegriffen.
Themen: DankbarkeitArbeitLandwirtschaftTiere
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Siehe auch: Ein Dank ist die halbe Bezahlung.
Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Sprichw.Wer selbst einen Fehler hat, wirft ihn dem anderen vor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Eulen nach Athen tragen
Redew.Etwas dorthin bringen, wo es ohnehin im Überfluss vorhanden ist.
Herkunft: Die Eule war das Wappentier Athens und erschien auf dessen Münzen. Die Wendung stammt aus einer Komödie des Aristophanes.
QuelleAristophanes
Siehe auch: Offene Türen einrennen Eine Sisyphusarbeit
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke. Ein guter Trunk macht Alte jung.
Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen.
Sprichw.Bauernregel: Bei fallendem Luftdruck fliegen Insekten und damit auch Schwalben tiefer.
Herkunft: Die Beobachtung hat einen sachlichen Kern, weil Insekten bei feuchter Luft niedriger fliegen und Schwalben ihnen folgen.
Themen: WetterTiereJahreszeiten
Siehe auch: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Redew.Jemandem einen Gedanken einpflanzen, der ihn nicht mehr loslässt.
Herkunft: Das Bild ist das eines Tieres im Ohr, das keine Ruhe lässt. Es gehört zu derselben Vorstellungswelt wie der Vogel im Kopf.
Themen: Sprache und KommunikationTiereKörper
Siehe auch: Der Hecht im Karpfenteich sein
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Das geht auf keine Kuhhaut
Redew.Das übersteigt jedes Maß, das lässt sich gar nicht mehr aufzählen.
Herkunft: Verwiesen wird auf Pergament aus Tierhaut als Beschreibstoff: Selbst eine ganze Kuhhaut würde für die Aufzählung nicht reichen.
Siehe auch: Das schlägt dem Fass den Boden aus
Der Geizige schlachtet das Huhn, das ihm Eier legt.
Sprichw.Wer nur auf den sofortigen Gewinn schaut, zerstört die Quelle.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einer Fabel Äsops von der Gans mit den goldenen Eiern.
Themen: GeizKlugheit und DummheitTiere
QuelleÄsop
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Sprichw.An einem Geschenk soll man nicht herummäkeln.
Herkunft: Beim Pferdekauf wurde das Alter am Gebiss geprüft. Bei einem geschenkten Tier galt diese Prüfung als unhöflich.
Themen: DankbarkeitTiereGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Der Hecht im Karpfenteich sein
Redew.Jemand sein, der in eine träge oder eingespielte Gruppe Bewegung, Unruhe und Konkurrenzdruck bringt.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Teichwirtschaft: Ein eingesetzter Raubfisch hält die Karpfen in Bewegung und soll so ihre Kondition verbessern.
Auch: Ein Hecht im Karpfenteich
Themen: Menschen und VerhaltenTiereArbeit
Siehe auch: Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Siehe auch: Wer schreit, hat unrecht.
Katz und Maus spielen
Redew.Jemanden im Ungewissen lassen und die eigene Überlegenheit auskosten.
Herkunft: Die Katze tötet die gefangene Maus nicht sofort, sondern lässt sie mehrfach entkommen. Genau diese Grausamkeit meint die Wendung.
Themen: Menschen und VerhaltenTiere
Die Katze aus dem Sack lassen
Redew.Etwas preisgeben, das man bis dahin bewusst zurückgehalten hat.
Herkunft: Die Wendung wird auf einen alten Markttrick zurückgeführt, bei dem statt eines Ferkels eine Katze im zugebundenen Sack verkauft wurde. Sobald der Sack geöffnet war, flog der Betrug auf.
Auch: Die Katze ist aus dem Sack.
Themen: AlltagSprache und KommunikationTiere
Siehe auch: Jemandem etwas auf die Nase binden Eine Leiche im Keller haben
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