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Deutsche Sprichwörter: Bestand, Themen und Bedeutung, Seite 3
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 16
Eile mit Weile.
Sprichw.Zügig arbeiten, aber ohne Hast: Wer überstürzt handelt, macht Fehler und verliert am Ende Zeit.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Devise „festina lente“, die dem römischen Kaiser Augustus zugeschrieben wird.
QuelleAugustus
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Gesagt, getan. Erst denken, dann reden.
Dem Eilenden wird der Weg lang.
Sprichw.Wer es eilig hat, empfindet jede Strecke als zu lang.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Heimweg ist immer kürzer.
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltMachtStreit
QuelleSallust
Siehe auch: Ein Finger allein macht keine Faust. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter.
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Probieren geht über Studieren. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
Themen: ErfolgMisserfolgHochmut
QuelleJohn F. Kennedy
Siehe auch: Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Sprichw.Was gewesen ist, kann niemand mehr nehmen.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Jean Paul.
Themen: VergangenheitAlterGlück
QuelleJean Paul
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Erst besinnen, dann beginnen.
Sprichw.Ein Vorhaben will bedacht sein, bevor man es anfängt.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Erst wägen, dann wagen.
Sprichw.Vor einem Risiko sollte man die Folgen abschätzen.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang der beiden Verben, die ursprünglich beide zur Waage gehören: Wägen ist das Abmessen, Wagen das Aufs-Spiel-Setzen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Sprichw.Ohne Gesundheit nützt aller Besitz nichts.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Ralph Waldo Emerson (1860).
Themen: ReichtumGesundheitLeben
QuelleEmerson
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Gesundheit ist der größte Reichtum. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Der erste Schritt ist der schwerste.
Sprichw.Der Aufbruch kostet mehr Überwindung als der ganze weitere Weg.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische Sprichwort, wonach nur der erste Schritt zählt, und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Sprichw.Ein guter äußerer Eindruck sagt nichts über den tatsächlichen Wert einer Sache oder Person.
Herkunft: Der Gedanke ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt und findet sich in ähnlicher Form in vielen europäischen Sprachen.
Themen: WahrheitVorsichtReichtum
Siehe auch: Der Schein trügt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
Sprichw.Auch sorgfältig verborgene Dinge kommen irgendwann heraus.
Herkunft: Das Bild stammt vom Spinnen: Auch der feinste Faden wird sichtbar, wenn Licht darauf fällt. Der Reimspruch ist in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Die Wahrheit kommt ans Licht. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
Themen: HoffnungZukunftMisserfolg
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Es wächst kein Baum in den Himmel.
Sprichw.Jedes Wachstum stößt irgendwann an eine Grenze.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute vor allem in der Wirtschaftssprache als Warnung vor unbegrenztem Wachstum gebraucht.
Auch: Bäume wachsen nicht in den Himmel.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Die Natur lässt sich nicht betrügen. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Sprichw.Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.
Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Sprichw.Wer selbst einen Fehler hat, wirft ihn dem anderen vor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.
Sprichw.Ohne ausreichende Nahrung geht auch der Rest nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EssenGesundheitLeben
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke. Ein guter Trunk macht Alte jung.
Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen.
Sprichw.Bauernregel: Bei fallendem Luftdruck fliegen Insekten und damit auch Schwalben tiefer.
Herkunft: Die Beobachtung hat einen sachlichen Kern, weil Insekten bei feuchter Luft niedriger fliegen und Schwalben ihnen folgen.
Themen: WetterTiereJahreszeiten
Siehe auch: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen. Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftUnglückVertrauen
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Früh zu Bett und früh heraus macht gesund und reich.
Sprichw.Merkregel über den Nutzen eines geregelten Tagesablaufs.
Herkunft: Der Reimspruch geht auf Benjamin Franklin zurück, der ihn 1735 in seinem Almanach veröffentlichte.
Themen: SchlafGesundheitFleiß
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
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