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Deutsche Sprichwörter: Bestand, Themen und Bedeutung, Seite 15
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 15 von 16
Wie die Arbeit, so der Lohn.
Sprichw.Die Bezahlung entspricht dem, was jemand leistet, und schlechte Bezahlung bringt schlechte Arbeit hervor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, ursprünglich als Rechtfertigung geringer Bezahlung bei schlechter Leistung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Arbeit adelt. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Wie die Saat, so die Ernte.
Sprichw.Das Ergebnis entspricht dem, was man vorher hineingesteckt hat.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Galaterbrief des Neuen Testaments. Die landwirtschaftliche Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LandwirtschaftArbeitSchicksal
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Wie du mir, so ich dir.
Sprichw.Eine Kränkung wird mit gleicher Münze heimgezahlt.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des alttestamentlichen Vergeltungsgrundsatzes und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Wie gewonnen, so zerronnen.
Sprichw.Was mühelos zufällt, ist meist ebenso schnell wieder weg.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Zerrinnen“ meint das Zerfließen wie von Schnee.
Themen: GeldReichtumLeichtsinn
Siehe auch: Wer alles behalten will, verliert am Ende alles. Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.
Wie man fragt, so wird man belehrt.
Sprichw.Die Qualität einer Antwort hängt davon ab, wie die Frage gestellt wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenKlugheit und DummheitWissen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Sprichw.Wer andere unfreundlich behandelt, bekommt Unfreundlichkeit zurück.
Herkunft: Das Bild ist das Echo. Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnEhrlichkeit
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Wie man sich bettet, so liegt man.
Sprichw.Die eigenen Entscheidungen bestimmen, wie es einem später ergeht.
Herkunft: Die Wendung ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Bertolt Brecht nahm sie in der „Dreigroschenoper“ auf, wodurch sie im 20. Jahrhundert zusätzlich bekannt wurde.
Themen: SchicksalErfahrungOrdnung
QuelleBrecht, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was der Mensch sät, das wird er ernten. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Die Natur vergisst nichts.
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Wissen ist nicht Weisheit.
Sprichw.Kenntnisse zu sammeln ist etwas anderes, als sie richtig anzuwenden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Heraklit, der die Vielwisserei von der Einsicht unterscheidet.
Themen: WissenKlugheit und DummheitAlter
QuelleHeraklit
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Sprichw.Kenntnis ohne moralisches Urteil richtet Schaden an.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von François Rabelais aus „Pantagruel“ (1532).
Themen: WissenEhrlichkeitKlugheit und Dummheit
QuelleRabelais
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus.
Sprichw.Alkohol trübt das Urteilsvermögen.
Herkunft: Die Formel ist die deutsche Fassung des lateinischen Gedankens, mit dem Wein weiche die Vernunft. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitVorsicht
Siehe auch: Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Wo ein Trog ist, kommen die Schweine.
Sprichw.Wo etwas zu holen ist, stellen sich schnell Interessenten ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, entstanden aus der täglichen Beobachtung beim Füttern.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Sprichw.Wer etwas wirklich erreichen will, findet auch die Mittel dazu.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Gesagt, getan. Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Sprichw.Wo etwas geschaffen oder verändert wird, lassen sich Verluste und Reibungen nicht ganz vermeiden.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Tischlerei. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, im 20. Jahrhundert häufig zur Rechtfertigung von Opfern missbraucht.
Themen: ArbeitHandwerkVeränderung
Siehe auch: Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.
Sprichw.Solange sich niemand beschwert, hat ein Verstoß keine Folgen.
Herkunft: Alte Rechtsregel, die den Grundsatz des Antragsdelikts in Sprichwortform bringt.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht.
Sprichw.Wer sich stark bindet, fürchtet auch, den anderen zu verlieren.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, wer nicht eifersüchtig sei, liebe nicht.
Auch: Eifersucht ist die Schwester der Liebe.
Themen: EifersuchtLiebePartnerschaft
QuelleOvid
Siehe auch: Was sich liebt, das neckt sich. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Liebe geht durch den Magen.
Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Sprichw.Wer sich nahesteht, gerät auch aneinander; das eine schließt das andere nicht aus.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EheLiebeStreitPartnerschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.
Sprichw.Wo gesungen wird, geht es friedlich zu; als Aufforderung zu bleiben gemeint.
Herkunft: Die Verse stammen aus einem Gedicht von Johann Gottfried Seume (1804).
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und Heimat
QuelleSeume
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.
Sprichw.Von jemandem, der nichts besitzt, lässt sich auch nichts eintreiben.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutRecht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Besser geben als borgen.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Sprichw.Wenn über jemanden geredet wird, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „flamma fumo est proxima“ bei Plautus, wonach dem Rauch die Flamme unmittelbar folgt.
Themen: WahrheitNachbarnVorsicht
QuellePlautus
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Sprichw.Zu jeder glänzenden Seite gehört eine dunkle.
Herkunft: Die Wendung stammt aus Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773).
QuelleGoethe
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Das Alter nimmt die Kraft und gibt die Ruhe.
Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Sprichw.Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Möglichkeiten, sie gegen jemanden zu wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „summum ius, summa iniuria“, das bei Cicero belegt ist.
Themen: Recht und GerechtigkeitMachtErfahrung
QuelleCicero
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Sprichw.Wenn sich zu viele für dieselbe Aufgabe zuständig fühlen, kümmert sich am Ende niemand richtig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, verwandt mit dem Satz von den vielen Köchen.
Themen: ArbeitZusammenhaltLandwirtschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Köche verderben den Brei. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wohltun trägt Zinsen.
Sprichw.Wer anderen hilft, bekommt es auf Umwegen zurück.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt; der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitGeld
QuelleAltes Testament, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer gibt, wird nicht ärmer. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke.
Sprichw.Das Äußere ändert sich, das Wesen bleibt.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „lupus pilum mutat, non mentem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereErfahrungVeränderung
Siehe auch: Die Katze lässt das Mausen nicht. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Worte sind Wind.
Sprichw.Auf bloße Ankündigungen sollte man sich nicht verlassen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Wind für das Folgenlose ist wesentlich älter.
Themen: WahrheitLügenVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Papier ist geduldig. Taten sagen mehr als Worte. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Die Zeit heilt alle Wunden.
Sprichw.Mit zunehmendem Abstand verlieren Kränkungen und Verluste einen Teil ihrer Schärfe.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Menander und Seneca. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Zeit ist Geld.
Sprichw.Verlorene Zeit bedeutet entgangenen Verdienst.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Satz stammt in dieser Form aus einem Ratgebertext von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1748.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ordnung ist das halbe Leben.
Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Sprichw.Die Zeit läuft weiter, ob man bereit ist oder nicht.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Zeit und Flut auf niemanden warten. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Gesagt, getan. Viele Hände, schnelles Ende. Eile mit Weile.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Sprichw.Mit einer einzigen Handlung gleich zwei Ziele erreichen.
Herkunft: Die Klappe ist die Fliegenklatsche. Die Formel ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in vielen Sprachen mit wechselnden Tieren.
Siehe auch: Zeit ist Geld. Ordnung ist das halbe Leben.
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