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Deutsche Sprichwörter: Bestand, Themen und Bedeutung, Seite 14
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 14 von 16
Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig.
Sprichw.Wer seine Angelegenheiten geregelt hat, sorgt sich nicht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Alte Testament zurück, wo Hiskia aufgefordert wird, sein Haus zu bestellen.
Themen: Haus und HeimatOrdnungSchlaf
Siehe auch: Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung.
Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.
Sprichw.Alte Erziehungsmaxime, nach der Strenge ein Zeichen von Fürsorge sei. Sie wird heute überwiegend als überholt beurteilt.
Herkunft: Der Satz geht auf das Alte Testament zurück (Sprüche 13,24).
Siehe auch: Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Sprichw.Wer sich von der Gemeinschaft löst, tut es selten ohne Grund.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 18,1).
Themen: ZusammenhaltHochmutNachbarn
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: VertrauenArbeitErfahrung
Siehe auch: In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichw.Eine unaufgeforderte Rechtfertigung weckt erst den Verdacht, den sie ausräumen soll.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische „qui s'excuse, s'accuse“ und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Der Zweck heiligt die Mittel.
Wer sich erinnert, lebt zweimal.
Sprichw.Erinnerung wiederholt das Erlebte, ohne dass es noch einmal geschehen muss.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Martial, der schreibt, wer sich vergangener Freuden erinnere, lebe doppelt.
Themen: VergangenheitAlterGlück
QuelleMartial
Siehe auch: Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Sprichw.Wer das Risiko immer wieder sucht, wird ihm irgendwann zum Opfer fallen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach (3,26) im Alten Testament.
Themen: VorsichtLeichtsinnUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Übermut tut selten gut. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden.
Sprichw.Wer sich über andere stellt, wird darauf zurückgeworfen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 14,11).
Themen: HochmutBescheidenheitMisserfolg
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Wer über Worte streitet, hat die Sache verloren.
Sprichw.Wenn es nur noch um Formulierungen geht, ist der Inhalt aus dem Blick.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Rhetorik und im Neuen Testament, wo vor dem Wortstreit gewarnt wird.
Themen: StreitWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleNeues Testament
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Wer viel hat, hat viel zu verlieren.
Sprichw.Mit dem Vermögen wächst die Sorge um seinen Erhalt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer viel hat, will noch mehr.
Sprichw.Besitz stillt das Verlangen nicht, sondern steigert es.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, wonach dem Wachsen des Geldes die Sorge um das Geld folge.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Sprichw.Lektüre ersetzt das eigene Nachdenken nicht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Arthur Schopenhauer in „Über Lesen und Bücher“.
Themen: WissenLernenKlugheit und Dummheit
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Wer viel verspricht, hält wenig.
Sprichw.Große Ankündigungen sind ein schlechtes Zeichen für die spätere Einlösung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten. Im Handel gilt das Wort.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftVertrauenErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Sprichw.Wer durch Furcht regiert, hat selbst am meisten zu fürchten.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Publilius Syrus, der schreibt, wen viele fürchten, der müsse viele fürchten.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Sprichw.Wer sich verzettelt, bringt am Ende nichts richtig zu Ende.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitFleißMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Wer weit reisen will, muss leicht packen.
Sprichw.Wer weit kommen will, darf sich nicht mit Überflüssigem beladen.
Herkunft: Ein Reisesprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und in vielen Sprachen verbreitet.
Themen: ReisenErfahrungBescheidenheit
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Sprichw.Sicherheit im Urteil wächst nicht mit dem Wissen, sondern nimmt oft ab.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Bertrand Russell, der die Unsicherheit der Klugen der Sicherheit der Dummen gegenüberstellt.
Themen: WissenHochmutKlugheit und Dummheit
QuelleBertrand Russell
Siehe auch: Wissen ist nicht Weisheit. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Sprichw.Wer sich zuerst meldet oder anstellt, wird zuerst bedient.
Herkunft: Alte Mühlenordnung: Das Getreide wurde in der Reihenfolge des Eintreffens gemahlen. Der Satz ist als Rechtsregel überliefert.
Themen: Recht und GerechtigkeitHandelZeit
Siehe auch: Alles zu seiner Zeit.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Sprichw.Entscheidend ist, wer am Ende recht behält, nicht wer zwischendurch triumphiert.
Herkunft: Die Formel ist eine Lehnübersetzung aus dem Französischen und im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Sprichw.Wer sich auf zu vieles gleichzeitig einlässt, erreicht nichts davon.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt und findet sich in vielen europäischen Sprachen.
Themen: Klugheit und DummheitArbeitFleiß
Siehe auch: Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeitMacht
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Sprichw.Bauernregel, nach der das Wetter Ende Juni die Großwetterlage der folgenden Wochen anzeigt.
Herkunft: Der Siebenschläfertag am 27. Juni geht auf eine christliche Legende zurück. Meteorologisch trifft die Regel in Mitteleuropa tatsächlich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu, weil sich in dieser Zeit die sommerliche Strömungslage einstellt.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Wie der Vater, so der Sohn.
Sprichw.Söhne geraten häufig nach ihren Vätern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qualis pater, talis filius“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Sprichw.Kinder übernehmen das Verhalten, das ihnen die Erwachsenen vorleben.
Herkunft: Das Sprichwort ist als Titel eines Gemäldes von Jan Steen aus dem 17. Jahrhundert überliefert und im Deutschen seit der frühen Neuzeit belegt.
Themen: JugendElternKinderFamilie
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Kinder sind der Eltern Spiegel. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
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