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Deutsche Sprichwörter: Bestand, Themen und Bedeutung, Seite 12
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 12 von 16
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
QuelleMatthias Claudius
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitNachbarnErfolgNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Sprichw.Wer keine Rücklage lässt, hat nach dem Fehlschlag nichts mehr.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Kartenspiel und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnVorsichtGlück
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer einmal Glück hatte, rechnet damit beim zweiten Mal. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Wer alles glaubt, wird oft betrogen.
Sprichw.Vertrauen ohne Prüfung lädt zum Missbrauch ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament (Sirach 19,4).
Themen: VertrauenLügenKlugheit und Dummheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Sprichw.Wer anderen schaden will, richtet den Schaden häufig bei sich selbst an.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (26,27) und im Prediger (10,8).
Themen: NeidStreitRecht und Gerechtigkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Sprichw.Wer auf die vollkommenen Bedingungen wartet, fängt nie an.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 11,4).
Themen: WetterLandwirtschaftMut
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer sich fürchtet, hat schon verloren. Dem Glück muss man nachhelfen.
Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Sprichw.Nur wer die untere Seite kennt, kann von oben vernünftig entscheiden.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Aristoteles aus seiner „Politik“.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Herrschen heißt dienen.
Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter.
Sprichw.Ein Ortswechsel ändert nichts an dem, was man mitbringt.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Horaz, der schreibt, wer über das Meer eile, wechsle den Himmel, nicht das Gemüt.
Themen: VeränderungReisenErfahrung
QuelleHoraz
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sprichw.Ohne Anstrengung gibt es keinen Ertrag.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem“ bei Plautus.
QuellePlautus
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Sprichw.Wer beim Pflügen zurückblickt, zieht eine krumme Furche. Übertragen: Wer anfängt, soll bei der Sache bleiben.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 9,62).
Themen: LandwirtschaftArbeitZukunft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
Themen: UnglückMisserfolgNachbarn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Sprichw.Ohne eigenes Zutun stellt sich nichts ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wo die lässige Hand arm macht (Sprüche 10,4).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.
Sprichw.Wer die nächste Generation für sich gewinnt, bestimmt, was kommt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert von Massenbewegungen vereinnahmt.
Siehe auch: Der Jugend gehört die Zukunft. Geld regiert die Welt. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr.
Sprichw.Der Lauf des Jahres lässt sich an Pflanzen und Tieren ablesen.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, die der phänologischen Kalenderrechnung zugrunde liegt.
Themen: NaturJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Wer die Tochter haben will, muss die Mutter fragen.
Sprichw.Wer eine Verbindung eingehen will, muss auch die Familie für sich gewinnen.
Herkunft: Ein Brauchtumssprichwort, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft.
Sprichw.Ohne Erinnerung wiederholen sich dieselben Fehler.
Herkunft: Der Gedanke stammt von George Santayana, der 1905 schrieb, wer sich der Vergangenheit nicht erinnere, sei verurteilt, sie zu wiederholen.
Themen: VergangenheitZukunftWissen
QuelleSantayana
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Das Vergangene lehrt das Kommende. Wer lange lebt, sieht alles zweimal.
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichw.Die Sorge um das Kommende nimmt einem das, was gerade ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer alles fürchte, lebe nicht.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Wer eifersüchtig liebt, liebt sich selbst.
Sprichw.Die Sorge gilt dem eigenen Anspruch, nicht dem anderen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei La Rochefoucauld in seinen „Maximen“.
Themen: EifersuchtLiebeHochmut
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon.
Sprichw.Manches vermehrt sich, wenn man es weitergibt, statt sich zu verringern.
Herkunft: Das Bild von der Kerze, die eine andere entzündet, ohne selbst schwächer zu werden, ist in der antiken Literatur belegt.
Themen: GroßzügigkeitWissenFreundschaft
Siehe auch: Geteiltes Brot schmeckt besser. Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund.
Sprichw.Wer den Maßstab zu hoch legt, findet niemanden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in mehreren europäischen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert.
Themen: FreundschaftBescheidenheitErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe ist blind, die Freundschaft schließt die Augen zu. Irren ist menschlich.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
Themen: LügenVertrauenEhrlichkeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Wer einmal ehrlich war, dem glaubt man auch das Unangenehme. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht.
Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
Sprichw.Vermögen weckt das Verlangen nach mehr, statt es zu stillen.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 5,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Wer viel hat, will noch mehr. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Wer Geld verleiht, verliert es oder den Freund.
Sprichw.Ein Darlehen unter Freunden endet meist mit einem Verlust, so oder so.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: GeldFreundschaftVertrauen
Siehe auch: Vertrauen ist eine Vorleistung. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Wer genug hat, ist reich.
Sprichw.Reichtum bemisst sich am Verhältnis von Besitz und Bedürfnis.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur epikureischen Lebenslehre und findet sich in Epikurs Brief an Menoikeus.
Themen: GlückReichtumBescheidenheit
QuelleEpikur
Siehe auch: Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen. Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
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