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Alte Sprichwörter und ihre nachweisbare Herkunft, Seite 3
342 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 12
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Sprichw.Ein guter äußerer Eindruck sagt nichts über den tatsächlichen Wert einer Sache oder Person.
Herkunft: Der Gedanke ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt und findet sich in ähnlicher Form in vielen europäischen Sprachen.
Themen: WahrheitVorsichtReichtum
Siehe auch: Der Schein trügt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
Sprichw.Auch sorgfältig verborgene Dinge kommen irgendwann heraus.
Herkunft: Das Bild stammt vom Spinnen: Auch der feinste Faden wird sichtbar, wenn Licht darauf fällt. Der Reimspruch ist in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Die Wahrheit kommt ans Licht. Die Sonne bringt es an den Tag.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
Themen: HoffnungZukunftMisserfolg
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Kommt Zeit, kommt Rat.
Es wächst kein Baum in den Himmel.
Sprichw.Jedes Wachstum stößt irgendwann an eine Grenze.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute vor allem in der Wirtschaftssprache als Warnung vor unbegrenztem Wachstum gebraucht.
Auch: Bäume wachsen nicht in den Himmel.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Sprichw.Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.
Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Sprichw.Wer selbst einen Fehler hat, wirft ihn dem anderen vor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr.
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung.
Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen.
Sprichw.Bauernregel: Bei fallendem Luftdruck fliegen Insekten und damit auch Schwalben tiefer.
Herkunft: Die Beobachtung hat einen sachlichen Kern, weil Insekten bei feuchter Luft niedriger fliegen und Schwalben ihnen folgen.
Themen: WetterTiereJahreszeiten
Siehe auch: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftUnglückVertrauen
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gesagt, getan. Der Appetit kommt beim Essen.
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: AngstKlugheit und DummheitWissen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Sprichw.Die Erwartung des Schlimmen quält oft mehr als das Ereignis.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei antiken Autoren, unter anderem bei Publilius Syrus.
Themen: AngstVorsichtErfahrung
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnHaus und HeimatFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Geben ist seliger denn nehmen.
Sprichw.Wer etwas gibt, hat mehr davon als der, der nur empfängt.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Apostelgeschichte 20,35).
Auch: Geben ist seliger als Nehmen.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitZusammenhalt
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Die gebende Hand wird nicht leer. Wer gibt, macht sich frei.
Die gebende Hand wird nicht leer.
Sprichw.Wer großzügig ist, verarmt daran nicht.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach dem Gebenden nichts mangelt.
Themen: GroßzügigkeitReichtumDankbarkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer gibt, macht sich frei. Wer gern gibt, dem gibt man gern. Geben ist seliger denn nehmen.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungAngstKinderVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TodGesundheitSchicksal
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
Themen: NaturErfahrungSchicksal
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Sprichw.Beide Laster kennen keinen Punkt, an dem sie zufrieden wären.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Dem Geizigen ist nie genug.
Geiz ist die Wurzel allen Übels.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit und Habgier gelten als Ursache vieler Missstände.
Herkunft: Zurückgehend auf das Neue Testament (1. Timotheus 6,10), wo die Geldgier so bezeichnet wird.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
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