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Alte Sprichwörter und ihre nachweisbare Herkunft, Seite 12
342 Einträge mit Bedeutung · Seite 12 von 12
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.
Sprichw.Wo gesungen wird, geht es friedlich zu; als Aufforderung zu bleiben gemeint.
Herkunft: Die Verse stammen aus einem Gedicht von Johann Gottfried Seume (1804).
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und Heimat
QuelleSeume
Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.
Sprichw.Von jemandem, der nichts besitzt, lässt sich auch nichts eintreiben.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutRecht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Sprichw.Wenn über jemanden geredet wird, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „flamma fumo est proxima“ bei Plautus, wonach dem Rauch die Flamme unmittelbar folgt.
Themen: WahrheitNachbarnVorsicht
QuellePlautus
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Sprichw.Zu jeder glänzenden Seite gehört eine dunkle.
Herkunft: Die Wendung stammt aus Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773).
QuelleGoethe
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Sprichw.Wenn sich zu viele für dieselbe Aufgabe zuständig fühlen, kümmert sich am Ende niemand richtig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, verwandt mit dem Satz von den vielen Köchen.
Themen: ArbeitZusammenhaltLandwirtschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Köche verderben den Brei. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wohltun trägt Zinsen.
Sprichw.Wer anderen hilft, bekommt es auf Umwegen zurück.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt; der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitGeld
QuelleAltes Testament, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Doppelt gibt, wer schnell gibt. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Undank ist der Welt Lohn.
Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke.
Sprichw.Das Äußere ändert sich, das Wesen bleibt.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „lupus pilum mutat, non mentem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereErfahrungVeränderung
Siehe auch: Die Katze lässt das Mausen nicht. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Stille Wasser sind tief.
Worte sind Wind.
Sprichw.Auf bloße Ankündigungen sollte man sich nicht verlassen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Wind für das Folgenlose ist wesentlich älter.
Themen: WahrheitLügenVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Papier ist geduldig. Taten sagen mehr als Worte. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Die Zeit heilt alle Wunden.
Sprichw.Mit zunehmendem Abstand verlieren Kränkungen und Verluste einen Teil ihrer Schärfe.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Menander und Seneca. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Zeit ist Geld.
Sprichw.Verlorene Zeit bedeutet entgangenen Verdienst.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Satz stammt in dieser Form aus einem Ratgebertext von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1748.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ordnung ist das halbe Leben.
Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Sprichw.Die Zeit läuft weiter, ob man bereit ist oder nicht.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Zeit und Flut auf niemanden warten. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Gesagt, getan. Viele Hände, schnelles Ende. Eile mit Weile.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Sprichw.Mit einer einzigen Handlung gleich zwei Ziele erreichen.
Herkunft: Die Klappe ist die Fliegenklatsche. Die Formel ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in vielen Sprachen mit wechselnden Tieren.
Siehe auch: Zeit ist Geld. Ordnung ist das halbe Leben.
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