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Alte Sprichwörter und ihre nachweisbare Herkunft, Seite 13
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 13 von 16
Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Sprichw.Wer sich großzügig zeigt, erfährt auch selbst Großzügigkeit.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium, wonach mit demselben Maß gemessen werde, mit dem man selbst misst.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Sprichw.Der Gebende soll nicht davon sprechen, der Empfangende schon.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, macht sich frei.
Wer gibt, wird nicht ärmer.
Sprichw.Großzügigkeit mindert das Vermögen weniger, als man befürchtet.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 11,24).
Themen: GroßzügigkeitReichtumDankbarkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Was man verschenkt, hat man behalten. Die gebende Hand wird nicht leer. Wohltun trägt Zinsen.
Wer hat, dem wird gegeben.
Sprichw.Wer schon viel besitzt, bekommt am leichtesten noch mehr dazu.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 25,29) und wird heute meist gesellschaftskritisch gebraucht.
Themen: ReichtumGeldRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen. Das Recht ist für alle da, aber nicht für alle gleich erreichbar.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: HochmutMisserfolgMacht
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Sprichw.Wer selbst angreifbar ist, sollte andere nicht für dieselben Fehler kritisieren.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung des englischen Sprichworts, das seit dem 17. Jahrhundert belegt ist. Gemeint war ursprünglich das Gewächshaus, das damals ein Zeichen von Reichtum war.
Siehe auch: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Wie man's macht, ist es verkehrt.
Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben.
Sprichw.Wer die günstige Zeit ungenutzt lässt, hat später nichts.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 10,5).
Themen: FleißSparenJahreszeitenLandwirtschaft
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit. Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass. Im Winter zeigt sich, wer Holz gemacht hat.
Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt.
Sprichw.Erziehung wirkt in eine Zeit hinein, die der Erziehende nicht mehr erlebt.
Herkunft: Das Bild vom Baumpflanzen für spätere Generationen stammt aus einer Fabel des römischen Dichters Caecilius Statius, überliefert bei Cicero.
QuelleCaecilius Statius, Cicero
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Sprichw.Ein Fehler am Beginn lässt sich später nicht mehr ausgleichen.
Herkunft: Eine Handwerksregel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: HandwerkArbeitVorsicht
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Ungeduld verdirbt das Werk.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Sprichw.Wer Unwahres erzählt, muss sich merken, was er wem gesagt hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mendacem memorem esse oportet“, das bei Quintilian belegt ist.
Themen: LügenWahrheitKlugheit und Dummheit
QuelleQuintilian
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Sprichw.Wer weder zu viel isst noch zu viel trinkt, bleibt gesünder.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Diätetik der Schule von Salerno und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GesundheitEssenBescheidenheit
QuelleSchule von Salerno
Siehe auch: Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Wer miteinander isst, streitet weniger.
Sprichw.Die gemeinsame Mahlzeit ist die älteste Form der Verständigung.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Tischgemeinschaft als Rechtsbrauch und ist in vielen Kulturen belegt.
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer miteinander isst, streitet weniger. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert gegenüber anderen an Boden.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dieser Form aus seinen Sprüchen überliefert.
Themen: ZukunftFleißVeränderung
QuelleGoethe
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt. Wer rastet, der rostet. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: MutErfolgLeichtsinnNeuanfang
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: AngstMutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Wissen ist nicht Weisheit.
Wer nichts hat, kann nichts verlieren.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, muss auch nicht um ihn bangen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, geht auch keine Rücksicht ein.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Juvenal, der schreibt, der Reisende mit leeren Taschen singe vor dem Räuber.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund.
Sprichw.Ohne Rücklage ist jede Störung sofort eine Krise.
Herkunft: Die Wendung von der Hand in den Mund ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Wer niemandem traut, dem traut auch niemand.
Sprichw.Misstrauen fällt auf denjenigen zurück, der es aussendet.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt das Misstrauen als sich selbst erfüllende Erwartung.
Themen: VertrauenFreundschaftStreit
Siehe auch: Wer vertraut, dem wird vertraut. Wie du mir, so ich dir. Wer vertraut, schläft besser.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: HandwerkKlugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißAlterGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht geht, verlernt das Gehen. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Sprichw.Der Ertrag richtet sich nach dem, was man vorher investiert hat.
Herkunft: Aus dem zweiten Korintherbrief des Neuen Testaments (2. Korinther 9,6).
Themen: LandwirtschaftFleißErfolg
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Der Herbst hält, was der Frühling versprach. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, bringt Erlebnisse mit, die zu Hause keiner hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Wer Schulden macht, verkauft seine Freiheit.
Sprichw.Schulden binden nicht nur Geld, sondern auch Entscheidungsspielraum.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach der Schuldner Knecht des Gläubigers sei.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Der Reiche hat viele Freunde, der Arme wenige. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Wer schweigt, stimmt zu.
Sprichw.Wer einer Behauptung nicht widerspricht, gilt als einverstanden.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Rechtsregel „qui tacet, consentire videtur“.
Themen: WahrheitStreitVertrauen
Siehe auch: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling.
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