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Alte Sprichwörter und ihre nachweisbare Herkunft, Seite 4
451 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 16
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: AngstKlugheit und DummheitWissen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Sprichw.Die Erwartung des Schlimmen quält oft mehr als das Ereignis.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei antiken Autoren, unter anderem bei Publilius Syrus.
Themen: AngstVorsichtErfahrung
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Sprichw.Auch der willkommene Besuch sollte nicht zu lange bleiben.
Herkunft: Der Vergleich ist als lateinisches Sprichwort überliefert und wird häufig Benjamin Franklin zugeschrieben, ist aber deutlich älter.
Themen: NachbarnHaus und HeimatFreundschaft
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Geben ist seliger denn nehmen.
Sprichw.Wer etwas gibt, hat mehr davon als der, der nur empfängt.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Apostelgeschichte 20,35).
Auch: Geben ist seliger als Nehmen.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitZusammenhalt
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Die gebende Hand wird nicht leer.
Sprichw.Wer großzügig ist, verarmt daran nicht.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach dem Gebenden nichts mangelt.
Themen: GroßzügigkeitReichtumDankbarkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer gibt, wird nicht ärmer. Was man verschenkt, hat man behalten. Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungAngstKinderVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Geduld bringt Rosen.
Sprichw.Wer warten kann, wird am Ende belohnt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Geduld ist eine Tugend.
Sprichw.Die Fähigkeit zu warten gilt als Charaktereigenschaft, nicht als Schwäche.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „patientia virtus“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GeduldBescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TodGesundheitSchicksal
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Sterben muss jeder für sich allein. Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
Themen: NaturErfahrungSchicksal
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel. Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Sprichw.Beide Laster kennen keinen Punkt, an dem sie zufrieden wären.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt.
Geiz ist die Wurzel allen Übels.
Sprichw.Übertriebene Sparsamkeit und Habgier gelten als Ursache vieler Missstände.
Herkunft: Zurückgehend auf das Neue Testament (1. Timotheus 6,10), wo die Geldgier so bezeichnet wird.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Dem Geizigen ist nie genug. Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Der Geiz wächst mit dem Vermögen.
Sprichw.Anders als erwartet nimmt die Sparsamkeit mit dem Wohlstand zu statt ab.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Juvenal, der schreibt, die Geldgier wachse mit dem Geld.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn. Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Sprichw.Wer nur sammelt, verzichtet zu Lebzeiten auf das, wofür er sammelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus und wurde im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert wiedergegeben.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Der Geizige schlachtet das Huhn, das ihm Eier legt.
Sprichw.Wer nur auf den sofortigen Gewinn schaut, zerstört die Quelle.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einer Fabel Äsops von der Gans mit den goldenen Eiern.
Themen: GeizKlugheit und DummheitTiere
QuelleÄsop
Der Geizige zahlt zweimal.
Sprichw.Wer an der falschen Stelle spart, muss die Sache ein zweites Mal anschaffen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Dem Geizigen ist nie genug.
Sprichw.Wer knausert und rafft, findet nie einen Punkt, an dem er zufrieden wäre.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Horaz, der den Geizigen als jemanden beschreibt, dem stets zum Ganzen etwas fehlt.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt. Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe.
Geld ist ein guter Diener und ein schlechter Herr.
Sprichw.Als Werkzeug ist Vermögen nützlich, als Lebensziel richtet es Schaden an.
Herkunft: Der Gedanke wird Francis Bacon zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits bei den antiken Moralisten.
Themen: GeldMachtKlugheit und Dummheit
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: GeldFreundschaftVertrauen
QuelleShakespeare
Siehe auch: Besser geben als borgen. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsichtEhrlichkeit
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Sprichw.An einem Geschenk soll man nicht herummäkeln.
Herkunft: Beim Pferdekauf wurde das Alter am Gebiss geprüft. Bei einem geschenkten Tier galt diese Prüfung als unhöflich.
Themen: DankbarkeitTiereGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Sprichw.Körperliches und geistiges Wohlbefinden hängen zusammen.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Verkürzte Übersetzung aus einer Satire Juvenals („mens sana in corpore sano“), dort ursprünglich als Wunsch formuliert.
Themen: GesundheitLeben
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftPartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern. Angst ist ansteckend.
Das Glück ist blind.
Sprichw.Wem etwas zufällt, hat es nicht verdient, sondern nur getroffen.
Herkunft: Die Darstellung der Glücksgöttin Fortuna mit verbundenen Augen ist seit der Antike verbreitet.
Themen: GlückSchicksalRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Wo die Liebe hinfällt. Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Glück und Unglück wandern auf einem Steg.
Sprichw.Beides liegt nah beieinander und kann jederzeit ineinander umschlagen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Glück ist kein Dauerzustand. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
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