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Alte Sprichwörter und ihre nachweisbare Herkunft, Seite 4
342 Einträge mit Bedeutung · Seite 4 von 12
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: GeldFreundschaftVertrauen
QuelleShakespeare
Siehe auch: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsichtEhrlichkeit
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Sprichw.An einem Geschenk soll man nicht herummäkeln.
Herkunft: Beim Pferdekauf wurde das Alter am Gebiss geprüft. Bei einem geschenkten Tier galt diese Prüfung als unhöflich.
Themen: DankbarkeitTiereGroßzügigkeit
Siehe auch: Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Sprichw.Körperliches und geistiges Wohlbefinden hängen zusammen.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Verkürzte Übersetzung aus einer Satire Juvenals („mens sana in corpore sano“), dort ursprünglich als Wunsch formuliert.
Themen: GesundheitLeben
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftPartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wasser hat keine Balken.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Gut Ding will Weile haben.
Sprichw.Sorgfältige Arbeit braucht Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.
Herkunft: Die artikellose Fügung „gut Ding“ bewahrt eine ältere Sprachstufe, in der das Adjektiv vor dem Substantiv unflektiert bleiben konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was lange währt, wird endlich gut. Wie der Meister, so das Werk. Was man selbst tut, ist gut getan.
Gute Ware lobt sich selbst.
Sprichw.Was wirklich taugt, braucht keine Anpreisung.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Es ist die Gegenrede zur marktschreierischen Anpreisung.
Themen: HandelBerufBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf ist mehr wert als Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 22,1).
Themen: EhrlichkeitReichtumBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Armut schändet nicht. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitUnglückGeld
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Guter Rat kommt über Nacht.
Sprichw.Eine schwierige Entscheidung sollte man überschlafen, statt sie sofort zu treffen.
Herkunft: Die Wendung ist die deutsche Fassung des griechischen Gedankens, die Nacht sei ein guter Ratgeber; im Lateinischen als „in nocte consilium“ überliefert.
Auch: Man muss eine Sache überschlafen.
Themen: SchlafKlugheit und DummheitGeduld
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Der Fisch will schwimmen.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: NachbarnStreitHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichw.Wer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits bei den römischen Moralphilosophen.
Themen: SchlafEhrlichkeitGesundheit
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Der Schlaf ist der Bruder des Todes.
Eine Hand wäscht die andere.
Sprichw.Man hilft sich gegenseitig, weil beide Seiten davon profitieren.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Seneca („manus manum lavat“).
Themen: ZusammenhaltHandelNachbarn
QuelleSeneca
Siehe auch: Wie du mir, so ich dir. Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
Themen: ElternKinderMachtFamilie
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: BerufHandwerkArbeitGeld
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doppelt hält besser.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
Sprichw.Rat, jemanden aus der eigenen Nachbarschaft zu heiraten, weil man dort die Verhältnisse kennt. Der Mist meint den Misthaufen des Nachbarhofs.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt, entstanden im bäuerlichen Umfeld.
Themen: EhePartnerschaftNachbarn
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: HochmutMisserfolgBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
Themen: HoffnungErfahrungMisserfolg
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Undank ist der Welt Lohn. Neuer Tag, neues Glück.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Hunger ist der beste Koch.
Sprichw.Wer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen ausgezeichnet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Cicero, der schreibt, der Hunger sei die Würze der Speise. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Salz und Brot macht Wangen rot.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
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