A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit G, Seite 3
87 Einträge mit Bedeutung · Seite 3 von 3
Glück und Unglück wandern auf einem Steg.
Sprichw.Beides liegt nah beieinander und kann jederzeit ineinander umschlagen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Glück ist kein Dauerzustand. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Das Glück wohnt selten in großen Häusern.
Sprichw.Zufriedenheit hat wenig mit dem Umfang des Besitzes zu tun.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: GlückReichtumBescheidenheit
Siehe auch: Geld allein macht nicht glücklich. Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen.
Glück, das niemand sieht, ist auch eines.
Sprichw.Zufriedenheit braucht kein Publikum.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GlückBescheidenheitHochmut
Siehe auch: Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Wer vergleicht, verliert.
Graue Haare machen noch keinen Weisen.
Sprichw.Lebensjahre allein bringen keine Einsicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt, verwandt mit dem Satz, dass Alter vor Torheit nicht schützt.
Themen: AlterKlugheit und DummheitErfahrung
Siehe auch: Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger. Mit den Jahren kommt die Weisheit. Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert.
Ein Groschen gespart ist ein Groschen verdient.
Sprichw.Nicht ausgegebenes Geld zählt genauso wie eingenommenes.
Herkunft: Die Formel geht auf Benjamin Franklin zurück, der sie 1737 in seinem Almanach veröffentlichte.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Sparen ist verdienen. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Große Menschen machen wenig Aufhebens.
Sprichw.Wer etwas kann, muss darauf nicht hinweisen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Bild vom leeren Krug, der am lautesten klingt.
Themen: BescheidenheitHochmutErfahrung
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage.
Sprichw.Wer teilen will, muss es sich angewöhnen; von selbst stellt es sich nicht ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GroßzügigkeitLernenBescheidenheit
Siehe auch: Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit. Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt.
Sprichw.Der Aufwand für eine Geste ist meist geringer als ihre Wirkung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: GroßzügigkeitGeldNachbarn
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Gut Ding will Weile haben.
Sprichw.Sorgfältige Arbeit braucht Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.
Herkunft: Die artikellose Fügung „gut Ding“ bewahrt eine ältere Sprachstufe, in der das Adjektiv vor dem Substantiv unflektiert bleiben konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was lange währt, wird endlich gut. Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Meister, so das Werk.
Gut geplant ist halb getan.
Sprichw.Eine sorgfältige Vorbereitung erledigt den schwierigsten Teil der Arbeit.
Herkunft: Eine jüngere Variante des älteren Satzes vom frischen Wagen, das halb gewonnen sei. Beide gehören zu den Sprüchen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern.
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Erst die Ordnung, dann das Werk.
Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Sprichw.Die Erinnerung schönt, was tatsächlich ebenso mühsam war wie die Gegenwart.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die im 19. Jahrhundert entstandene Verklärung der Vergangenheit richtet.
Themen: VergangenheitErfahrungAlter
Siehe auch: Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte. Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Eine gute Ehe ist keine Fügung, sondern Arbeit.
Sprichw.Was aussieht wie Glück, ist meist das Ergebnis von Mühe.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaftArbeit
Siehe auch: In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können. Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen.
Sprichw.Vertrautheit zeigt sich daran, dass man das Gespräch nicht aufrechterhalten muss.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FreundschaftVertrauenZusammenhalt
Siehe auch: Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Freund ist ein zweites Ich.
Gute Nachbarn sind die halbe Miete.
Sprichw.Wie gut man wohnt, hängt weniger an der Wohnung als an den Leuten nebenan.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnHaus und HeimatGlück
Siehe auch: Neid ist ein schlechter Nachbar.
Gute Ware lobt sich selbst.
Sprichw.Was wirklich taugt, braucht keine Anpreisung.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Es ist die Gegenrede zur marktschreierischen Anpreisung.
Themen: HandelBerufBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein guter Lehrer macht sich überflüssig.
Sprichw.Ziel des Unterrichts ist, dass der Lernende ihn nicht mehr braucht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Wer lehren will, muss zuhören können. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Der nächste Nachbar ist besser als der ferne Freund. · Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und HeimatUnglückZusammenhalt
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Geteilte Last ist halbe Last. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf ist mehr wert als Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 22,1).
Themen: EhrlichkeitReichtumBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Handel ist der Ruf das Kapital. Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen.
Sprichw.Nicht der höchste Erlös ist der beste, sondern der, der das nächste Geschäft ermöglicht.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Beim Handel muss jeder etwas gewinnen. Im Handel ist der Ruf das Kapital. Freundschaft will gepflegt sein.
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitUnglückGeld
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Guter Rat kommt über Nacht.
Sprichw.Eine schwierige Entscheidung sollte man überschlafen, statt sie sofort zu treffen.
Herkunft: Die Wendung ist die deutsche Fassung des griechischen Gedankens, die Nacht sei ein guter Ratgeber; im Lateinischen als „in nocte consilium“ überliefert.
Auch: Man muss eine Sache überschlafen.
Themen: SchlafKlugheit und DummheitGeduld
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein. Der Fisch will schwimmen.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: NachbarnStreitHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichw.Wer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits bei den römischen Moralphilosophen.
Themen: SchlafEhrlichkeitGesundheit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht. Im Schlaf sind alle Menschen gleich.
Gutes Werkzeug ist halbe Arbeit.
Sprichw.Mit dem richtigen Gerät geht die Arbeit deutlich leichter von der Hand.
Herkunft: Eine Handwerksregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.