A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit G, Seite 2
87 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 3
Geld sättigt keinen Hunger.
Sprichw.Vermögen hilft nur, solange es etwas zu kaufen gibt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in vielen Kulturen und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht. Geld allein macht nicht glücklich. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Sprichw.Wer Geld unter Freunden verleiht, riskiert die Freundschaft gleich mit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Shakespeare, dessen Polonius rät, weder Borger noch Verleiher zu sein, weil das Darlehen oft beides koste, Geld und Freund.
Themen: GeldFreundschaftVertrauen
QuelleShakespeare
Siehe auch: Besser geben als borgen. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Borgen macht Sorgen.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsichtEhrlichkeit
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Gemeinsam alt werden ist mehr als gemeinsam jung sein.
Sprichw.Eine Verbindung bewährt sich nicht in der Verliebtheit, sondern über die Jahre.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: PartnerschaftAlterLiebe
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Wer den anderen halten will, muss ihn gehen lassen können.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Sprichw.An einem Geschenk soll man nicht herummäkeln.
Herkunft: Beim Pferdekauf wurde das Alter am Gebiss geprüft. Bei einem geschenkten Tier galt diese Prüfung als unhöflich.
Themen: DankbarkeitTiereGroßzügigkeit
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Geschwister erziehen einander besser als Eltern es könnten.
Sprichw.Unter Gleichaltrigen wird gelernt, was Erwachsene nicht vermitteln können.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Das Gestern ist ein guter Lehrer und ein schlechter Wohnort.
Sprichw.Aus dem Vergangenen soll man lernen, aber nicht darin verweilen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VergangenheitLernenNeuanfang
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Sprichw.Körperliches und geistiges Wohlbefinden hängen zusammen.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Verkürzte Übersetzung aus einer Satire Juvenals („mens sana in corpore sano“), dort ursprünglich als Wunsch formuliert.
Themen: GesundheitLeben
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Gesundheit ist der größte Reichtum.
Sprichw.Kein Besitz wiegt den Verlust der Gesundheit auf.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Ärzten und bei Vergil. Im Deutschen ist die Formel seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: GesundheitReichtumGlück
QuelleVergil
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Geld allein macht nicht glücklich. Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
Sprichw.Ohne Gesundheit verlieren alle anderen Güter ihren Wert.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen „Aphorismen zur Lebensweisheit“.
Themen: GesundheitReichtumLeben
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit. Gesundheit ist der größte Reichtum.
Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt.
Sprichw.Solange alles funktioniert, nimmt man den Körper nicht wahr.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Gedanken, man erkenne den Wert einer Sache erst nach dem Verlust.
Themen: GesundheitErfahrungDankbarkeit
Siehe auch: Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat. Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: FreundschaftGlückZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteilte Last ist halbe Last.
Sprichw.Wer eine Aufgabe teilt, trägt weniger daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: ZusammenhaltFreundschaftUnglück
Siehe auch: Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. In der Not erkennt man seine Freunde.
Geteiltes Brot schmeckt besser.
Sprichw.Was man mit anderen teilt, gewinnt an Wert, statt zu verlieren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel aus dem Umfeld der Tischsprüche, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: GroßzügigkeitEssenFreundschaft
Siehe auch: Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer miteinander isst, streitet weniger.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Sprichw.Erfreuliches gewinnt, wenn man es mit anderen erlebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: GlückFreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Wer seinen Beruf liebt, arbeitet nicht. Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftFreundschaftZusammenhaltUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Sprichw.Dreistufige Merkregel zum Maßhalten beim Trinken.
Herkunft: Der Gedanke geht auf eine griechische Sentenz zurück, die dem Dichter Eubulos zugeschrieben wird.
Themen: TrinkenGesundheitBescheidenheit
QuelleEubulos
Siehe auch: Das letzte Glas ist immer eines zu viel. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Sprichw.Beim gemeinsamen Trinken bleibt es eher beim Maß.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenNachbarnGesundheit
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung dafür, sich ein Getränk zu gönnen.
Herkunft: Ein Trinkspruch aus dem Studenten- und Zunftliedgut des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein. Wer nur spart, lebt nicht. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Gleich und gleich gesellt sich gern.
Sprichw.Menschen suchen die Nähe derer, die ihnen ähnlich sind.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Homer und wird von Platon aufgegriffen. Im Deutschen ist die Reimfassung seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftPartnerschaftErfahrung
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern. Angst ist ansteckend.
Gleiches Recht für alle.
Sprichw.Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.
Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.
Themen: Recht und GerechtigkeitMacht
Siehe auch: Die Sonne scheint für alle. Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte.
Das Glück ist blind.
Sprichw.Wem etwas zufällt, hat es nicht verdient, sondern nur getroffen.
Herkunft: Die Darstellung der Glücksgöttin Fortuna mit verbundenen Augen ist seit der Antike verbreitet.
Themen: GlückSchicksalRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Wo die Liebe hinfällt. Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Glück ist ein Augenblick, Zufriedenheit ein Zustand.
Sprichw.Das eine kommt und geht, das andere lässt sich einrichten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Zufriedenheitsforschung.
Themen: GlückLebenBescheidenheit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Glück ist kein Dauerzustand.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich in Abschnitten ein, nicht als Zustand.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Glück und Unglück wandern auf einem Steg. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.