A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit G, Seite 2
48 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 2
Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Sprichw.Wer zusammengehört, gleicht sich auch im Auftreten. Meist leicht spöttisch gemeint.
Herkunft: Die Kappe war Teil der Ordenstracht und kennzeichnete die Zugehörigkeit. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und war von Anfang an spöttisch gemeint.
Themen: FreundschaftZusammenhaltNachbarn
Siehe auch: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Gleiches Recht für alle.
Sprichw.Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.
Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.
Themen: Recht und GerechtigkeitMacht
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wasser hat keine Balken.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt.
Sprichw.Der Aufwand für eine Geste ist meist geringer als ihre Wirkung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: GroßzügigkeitGeldNachbarn
Siehe auch: Wer gern gibt, dem gibt man gern. Wer gibt, macht sich frei. Geben ist seliger denn nehmen.
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: WetterJahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Gut Ding will Weile haben.
Sprichw.Sorgfältige Arbeit braucht Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.
Herkunft: Die artikellose Fügung „gut Ding“ bewahrt eine ältere Sprachstufe, in der das Adjektiv vor dem Substantiv unflektiert bleiben konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was lange währt, wird endlich gut. Wie der Meister, so das Werk. Was man selbst tut, ist gut getan.
Gut geplant ist halb getan.
Sprichw.Eine sorgfältige Vorbereitung erledigt den schwierigsten Teil der Arbeit.
Herkunft: Eine jüngere Variante des älteren Satzes vom frischen Wagen, das halb gewonnen sei. Beide gehören zu den Sprüchen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern.
Siehe auch: Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Wie die Saat, so die Ernte. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Sprichw.Die Erinnerung schönt, was tatsächlich ebenso mühsam war wie die Gegenwart.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die im 19. Jahrhundert entstandene Verklärung der Vergangenheit richtet.
Themen: VergangenheitErfahrungAlter
Siehe auch: Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Gute Ware lobt sich selbst.
Sprichw.Was wirklich taugt, braucht keine Anpreisung.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Es ist die Gegenrede zur marktschreierischen Anpreisung.
Themen: HandelBerufBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Sprichw.Wer in der Nähe wohnt, kann im Ernstfall schneller helfen als ein entfernter Vertrauter.
Herkunft: Ein ähnlicher Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,10).
Auch: Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund.
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und HeimatUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. In der Not erkennt man seine Freunde.
Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf ist mehr wert als Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 22,1).
Themen: EhrlichkeitReichtumBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Armut schändet nicht. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Guter Rat ist teuer.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine Lage so verfahren ist, dass niemand eine Lösung weiß.
Herkunft: „Teuer“ meint hier nicht den Preis, sondern die Seltenheit: Guter Rat ist schwer zu bekommen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitUnglückGeld
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Guter Rat kommt über Nacht.
Sprichw.Eine schwierige Entscheidung sollte man überschlafen, statt sie sofort zu treffen.
Herkunft: Die Wendung ist die deutsche Fassung des griechischen Gedankens, die Nacht sei ein guter Ratgeber; im Lateinischen als „in nocte consilium“ überliefert.
Auch: Man muss eine Sache überschlafen.
Themen: SchlafKlugheit und DummheitGeduld
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Der Fisch will schwimmen.
Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Sprichw.Klare Grenzen ersparen den Streit darüber, wo sie verlaufen.
Herkunft: Ein englisches Sprichwort, das durch Robert Frosts Gedicht „Mending Wall“ (1914) allgemein bekannt wurde.
Themen: NachbarnStreitHaus und Heimat
QuelleRobert Frost
Siehe auch: Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichw.Wer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits bei den römischen Moralphilosophen.
Themen: SchlafEhrlichkeitGesundheit
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Der Schlaf ist der Bruder des Todes.