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Sprichwörter mit E, Seite 2
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Dem Eilenden wird der Weg lang.
Sprichw.Wer es eilig hat, empfindet jede Strecke als zu lang.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Heimweg ist immer kürzer.
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltMachtStreit
QuelleSallust
Siehe auch: Ein Finger allein macht keine Faust. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter.
Eltern können begleiten, nicht gehen.
Sprichw.Den Weg muss das Kind selbst zurücklegen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Sprichw.Kinder brauchen Halt und zugleich die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Goethe ist nicht belegt; die Formulierung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
Themen: ElternKinderFamilieLernen
QuelleGoethe
Siehe auch: Eltern können begleiten, nicht gehen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Sprichw.Erziehung reicht nur so weit, wie die eigene Erfahrung trägt.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Sprichw.Die elterliche Bewertung wirkt lebenslang nach.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Probieren geht über Studieren. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Der Erfolg deckt viele Fehler zu.
Sprichw.Solange das Ergebnis stimmt, fragt niemand nach dem Weg.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: ErfolgMisserfolgWahrheit
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
Themen: ErfolgMisserfolgHochmut
QuelleJohn F. Kennedy
Siehe auch: Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Sprichw.Wer den Erfolg zum Ziel macht, verfehlt die Sache, aus der er entsteht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Gedanken, das Glück stelle sich nebenbei ein.
Themen: ErfolgArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Geld ist ein guter Diener und ein schlechter Herr.
Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Sprichw.Dieselbe Leistung wird erst nach dem Ergebnis wahrgenommen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Macht verdirbt den Charakter. Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Sprichw.Was gewesen ist, kann niemand mehr nehmen.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Jean Paul.
Themen: VergangenheitAlterGlück
QuelleJean Paul
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Sprichw.Erst wenn eine gute Lage vorbei ist, wird sie als solche erkannt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben, ohne belegbaren Erstautor.
Themen: GlückVergangenheitErfahrung
Siehe auch: Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt. Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat.
Erst besinnen, dann beginnen.
Sprichw.Ein Vorhaben will bedacht sein, bevor man es anfängt.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Erst denken, dann reden.
Sprichw.Eine Äußerung sollte überlegt sein, bevor sie ausgesprochen wird.
Herkunft: Ein Merkspruch der Erziehungsliteratur, der den älteren Gedanken vom Schweigen als Gold in eine Handlungsanweisung überführt.
Themen: Klugheit und DummheitVorsicht
Siehe auch: In der Kürze liegt die Würze. Eile mit Weile.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Sprichw.Pflichten sollten erledigt sein, bevor man sich der Freizeit widmet.
Herkunft: Ein Merkspruch aus der Schul- und Erziehungsliteratur des 18. Jahrhunderts, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Erst die Ordnung, dann das Werk.
Sprichw.Wer in der Werkstatt aufräumt, arbeitet danach schneller.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Erst wägen, dann wagen.
Sprichw.Vor einem Risiko sollte man die Folgen abschätzen.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang der beiden Verben, die ursprünglich beide zur Waage gehören: Wägen ist das Abmessen, Wagen das Aufs-Spiel-Setzen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Der erste Bissen entscheidet.
Sprichw.Der erste Eindruck bestimmt das Urteil über das Ganze.
Herkunft: Eine Formel aus der Gastronomiesprache des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Kleider machen Leute. Jedes Ding hat zwei Seiten.
Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Sprichw.Ohne Gesundheit nützt aller Besitz nichts.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Ralph Waldo Emerson (1860).
Themen: ReichtumGesundheitLeben
QuelleEmerson
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Gesundheit ist der größte Reichtum. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Der erste Schritt ist der schwerste.
Sprichw.Der Aufbruch kostet mehr Überwindung als der ganze weitere Weg.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische Sprichwort, wonach nur der erste Schritt zählt, und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Die erste Warnung ist ein Rat, die zweite ein Vorwurf.
Sprichw.Wer eine Warnung überhört, muss beim zweiten Mal mit einem anderen Ton rechnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsichtNachbarn
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen.
Sprichw.Das Wetter ist, was es ist; unpassend wird es erst durch die Planung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, es gebe kein schlechtes Wetter.
Themen: WetterErfahrungBescheidenheit
Siehe auch: Geduld ist eine Tugend. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.
Sprichw.Wer richtig ausgerüstet ist, kann bei jedem Wetter hinaus.
Herkunft: Die Formel wird häufig einem skandinavischen Sprichwort zugeschrieben. Im deutschen Sprachraum ist sie erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet, ein älterer Beleg fehlt.
Siehe auch: Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Sprichw.Gute Tage sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Herkunft: Der Sonntag war der einzige verlässlich arbeitsfreie Tag. Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Kein Tag gleicht dem anderen. Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Sprichw.Ein guter äußerer Eindruck sagt nichts über den tatsächlichen Wert einer Sache oder Person.
Herkunft: Der Gedanke ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt und findet sich in ähnlicher Form in vielen europäischen Sprachen.
Themen: WahrheitVorsichtReichtum
Siehe auch: Der Schein trügt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
Sprichw.Auch sorgfältig verborgene Dinge kommen irgendwann heraus.
Herkunft: Das Bild stammt vom Spinnen: Auch der feinste Faden wird sichtbar, wenn Licht darauf fällt. Der Reimspruch ist in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Die Wahrheit kommt ans Licht. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Themen: HoffnungGlückLeichtsinn
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück.